Bad Kleinkirchheim. Vor dem Slalom in Zagreb, Kroatien, am Dienstag der vergangenen Woche, erwischte mich ein Magen-Darmvirus, der mich in drei Rennen beträchtlich schwächte.

Am Dienstag fühlte ich mich einfach nur schrecklich. Ich versuchte zu frühstücken, musste mich jedoch erbrechen und konnte kaum aufstehen, mir war einfach nur entsetzlich schwindlig.

Mein Team ließ mich im Hotel und ich dachte, ich würde das Rennen nicht fahren können, fühlte mich dann jedoch etwas besser, stieg den Hügel hinauf und startete einen Versuch. Der erste Lauf war nicht so gut (24. Platz). Ich fühlte mich jedoch im zweiten Lauf ein bisschen besser (Zweitschnellste) und landete auf dem für mich guten neunten Platz.

Für diesen ersten Lauf stieg ich ohne jegliche Streckenbesichtigung und ohne Aufwärmen direkt vom Bett ins Auto und dann ging es direkt ins Starthäuschen. Das hatte ich noch nie gemacht.

Ich habe bisher nur ein Rennen wegen Krankheit auslassen müssen und das war vor ca. acht Jahren. Ich wollte es einfach versuchen, und dieser neunte Platz hat mich in die Top 15 der Slalom-Startliste für den Rest der Saison gebracht.

Die Streckenbesichtigung zu verpassen ist ein Riesennachteil. Vor jedem Rennen inspiziere ich jedes Tor, damit ich dann entscheiden kann, wie ich den Kurs angehe. In diesem ersten Lauf musste ich blind fahren. Ich beobachtete ein paar von den Mädchen vor mir im Fernsehen, aber es war so nebelig, dass man kaum etwas sehen konnte. So hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie der Kurs aussieht.

Im zweiten Lauf, für den ich eine Besichtigung machen konnte und es mir schon etwas besser ging, fuhr ich auch viel besser.

Während der nächsten drei Tage konnte ich nichts essen. Ich war mehr oder weniger auf einer Suppe- und Brot-Diät, das und Salzgebäck. Das ist nicht gerade Essen, das einem Kraft für Rennen gibt.

So war ich am Wochenende in Bad Kleinkirchheim, Österreich, immer noch schwach und wurde Vierte in der Abfahrt und 18. beim Super-G. Mir fehlte einfach die Kraft für einen technisch so anspruchsvollen Kurs. Ich hoffe nur, dass ich am kommenden Wochenende wieder gesund bin, so Ski fahren kann, wie ich möchte, und dass ich ein paar Rennen gewinnen kann.

Die dreifache Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, US-Skistar Lindsey Vonn, veröffentlicht auf OnTheSnow wöchentlich ihr Ski-Tagebuch. Lindsey Vonn berichtet in Zusammenarbeit mit John Meyer, Ski-Redakteur der Denver Post