Am sechsten Tag der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck stand das Eissportzentrum im Mittelpunkt. Während in der Innsbrucker Wasserkraft-Arena das uralte Duell der beiden Eishockeygiganten aus den USA und aus Russland wieder aufflammte, kämpften in der Olympiahalle (ebenfalls in Innsbruck) die Shorttracker über 1000 m um die Medaillen.  Schon am Vormittag fand am Eisschnelllauf-Ring das Rennen über 3000 Meter statt. Jacques Rogge zog zur Halbzeit eine positive Bilanz über den bisherigen Verlauf der Spiele.

 

Ein französischer Doppelsieg

Gute Gastgeber erkennt man daran, wenn sie ihren Gästen den Erfolg überlassen. So könnte man die Ergebnisse beim Riesenslalom der Damen zusammenfassen, der auf der Piste Olympia am Patscherkofel stattfand. Das österreichische alpine Youth Olympic Team konnte sich nach dem Gewinn der Goldmedaille beim ersten Mixed-Teambewerb berechtigte Hoffnungen auf weiteres Edelmetall machen, ging aber schließlich leer aus. Das spannende Rennen bei besten äußeren Bedingungen brachte einen französischen Doppelsieg. Mit einer Gesamtzeit von 1:56,13 Minuten gewann Clara Direz, die nach dem ersten Durchgang nur sechste war, die Goldmedaille vor ihrer Teamkollegin Estrelle Alphand. Die Tochter des ehemaligen Skistar Luc Alphand kürte sich bereits in der Superkombination zur Jugend-Olympiasiegerin. Nach dem ersten Durchgang führte noch der schwedische Shootingstar Magdalena Fjällström, die im zweiten Lauf aber nach einem Fehler auf den fünften Rang zurückfiel. Platz drei belegte die Schweizerin Jasmina Suter, deren ältere Schwester Fabienne Suter aus dem Weltcupzirkus bekannt ist. Die Österreicherin Christina Ager kam über den neunten Platz nicht hinaus. Die deutsche Teilnehmerin Alisa Krauss wurde 14. Von insgesamt 55 Startern.

 

Tolle Stimmung beim Eishockey-Tunier

Nach dem Aufeinandertreffen der Mädchen-Mannschaften aus Deutschland und Kasachstan ging am Nachmittag in der Wasserkraft-Arena der Schlager USA gegen Russland über die Bühne. Die russische Spornaja ließ den amerikanischen Jungs keine Chance und führte nach dem zweiten Drittel bereits 5:0. Im Schlussdrittel konnten die US-Boys mit beherztem Spiel den Ehrentreffer erzielen. Das Match in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Eisarena endete schließlich 7:1 für Russland. Die Russen führen nach der Vorrunde mit neun Punkten die Tabelle an. Kanada liegt momentan mit acht Punkten auf dem zweiten Platz, Finnland mit sieben Punkten auf dem dritten und die USA mit sechs Punkten auf dem vierten.

Bei den Mädchen siegte Deutschland gegen Kasachstan knapp mit 2:0 und trifft im Halbfinale auf die österreichische Mannschaft, die in der Vorrunde gegen den Erzrivalen mit 5:2 siegreich blieb.

 

Keine Überraschung beim Shorttrack

Die Olympia-Eishalle gehörte den Kufenflitzern, die 9 Runden oder 1000 Meter auf der exakt 111,11 m langen Bahn zu bewältigen hatten. Der Bewerb war bei den Mädchen wie bei den Burschen wie gewohnt eine asiatische Angelegenheit. Beide Goldmedaillen gingen an Korea, das sich bei den Burschen auch die Silbermedaille sicherte. Hyo Jun Lim gewann mit einer Bestzeit von 1:29,284 vor Su Min Yoon (1.29,428), Rang drei belegte der Chinese Hongzhi Su (1:29,576). Bei den Mädchen heißt die Goldmedaillengewinnerin Suk Hee Shim, die die 9 Runden in 1:31,681 Minuten absolvierte. Die Chinesin Ali Xu gewann Silber (1:33,351), Bronze ging an die Japanerin Sumire Kikuchi (1:34,254). Die Gewinnerin beschrieb ihren Sieg als „großen Lohn“ für die Anstrengungen die sie ins Training gesteckt hatte. Immerhin erlebten die fast 2000 Besucher in jedem Bewerb eine österreichische Beteiligung. Melanie Brantner wurde 13., ihr Teamkollege Dominic Andermann schied im Viertelfinale aus und belegte im Endklassement Rang 14.

 

Gold für die Schweiz im gemischten Curling-Bewerb

Mit einem perfekten Spiel sicherte sich die Schweizer Curling-Mannschaft die Goldmedaille im gemischten Curling-Bewerb gegen Italien. Das Team der Azzurri erreichte mit einem 8:2 über Kanada das Finale. Die Nordamerikaner erholten sich jedoch rasch von ihrer Niederlage gegen Italien und eroberten mit einem 6:4-Sieg gegen Schweden im kleinen Finale die Bronzemedaille. „Im Finale zu spielen, kam für die Schweizer überraschend“, so der Schweizer Spieler Romano Meier. Der große Favorit nach der Vorrunde, die USA, ging letztlich leer aus. „Es ist eine Medaille im Spiel gegen die besten Mannschaften der Welt, so der Kanadier Emily Gray. Der gemischte Curling-Bewerb feierte bei diesem Turnier die olympische Premiere, die Athletinnen und Athleten geben diesem Format eindeutig grünes Licht.

 

Großer Erfolg der Spiele zur Halbzeit

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, zog zur Halbzeit der Olympischen Jugend-Winterspiele eine positive Zwischenbilanz: „Nach dem großen Erfolg der Jugendspiele in Singapur ist es wunderschön erleben zu dürfen, wie der Geist der Olympischen Jugendspiele nun in einer weiteren Stadt auflebt. Die lokale Bevölkerung zeigt große Präsenz bei den hochrangigen Sportbewerben, aber auch internationale Zuschauerinnen und Zuschauer sind von weither angereist, um die Athletinnen und Athleten zu unterstützen“, so Rogge. „In den vergangenen fünf Tagen konnten wir die olympischen Premieren von Ski-Halfpipe, Frauenskispringen und die Einführung neuer Formate, wie zum Beispiel des gemischten Parallel-Teambewerbs im Ski Alpin miterleben. Alle diese Neuheiten wurden mit großer Begeisterung von den Zuschauerinnen und Zuschauern in den gut besuchten Wettkampfstätten aufgenommen.“ Die Internationalen Sportverbände haben die Olympischen Jugend-Winterspiele sehr gut angenommen und einen wesentlichen Beitrag zu deren Erfolg geleistet.