Seit einer Woche sind nun die ersten Jugend-Winterspiele in Innsbruck im Gange und nach den Bewerben am Donnerstag gibt es zwei weitere mehrfache Goldmedaillengewinner. Der Österreicher Marco Schwarz holte sich beim Riesenslalom die dritte, der Koreaner  Shim im  Shorttrack die zweite Goldene. Die Seefeldarena sah eine spannende Biathlon-Mixed-Staffel und am Abend eine weitere olympische Premiere. Der Langlaufsprint der Mädchen und Burschen wurde als Flutlichtbewerb ausgetragen. Das Kühtai war Schauplatz der Snowboard Slopestyle-Runs.

 

Medaillensammler Marco Schwarz aus Österreich

Zum Goldhamster und einem der erfolgreichsten Sportler der Jugend-Winterspiele mausert sich der alpine österreichische Nachwuchsstar Marco Schwarz. Nach Gold im Super-G und im gemischtem Teambewerb gewann Schwarz am Patscherkofel auch den Riesenslalom. Nach dem ersten Durchgang lag Marco Schwarz wegen eines schweren Fehlers  hinter dem Halbzeitführenden Miha Hrobat aus Slowenien an zweiter Stelle. Ein sensationeller zweiter Durchgang sicherte Schwarz, der schon in einem Nachwuchskader des ÖSV trainiert, die Goldmedaille. Die zwei Schlüsselstellen in der sehr schnellen Kurssetzung des zweiten Durchgangs meisterte der Kärntner mit Bravour. Der Halbzeitführende Slowene schied nach einem Einfädler im zweiten Durchgang aus. Dadurch eroberte der Italiener Hannes Zingerle mit einem Rückstand von vier Zehntel Sekunden die Silbermedaille. Bronze holte sich der Schweizer Sandro Simonet. „Es ist ein gewaltiges Gefühl, dreifacher Jugend-Olympia-Goldmedaillengewinner zu sein“, strahlte Marco Schwarz nach dem Rennen. Auch der Trainer Gert Ehn ist begeistert: „Ich habe schon viel im Weltcup erlebt, aber diese Coolness ist einfach sensationell. Vor diesen Leistungen kann man nur seinen Hut ziehen.“

 

Gold im Slopestyle für Kanada

Die Kanadierin Audrey McManiman holte sich in der Halfpipe in Kühtai die Goldmedaille im Slopestyle mit 84.25 Punkten, obwohl sie sich 2011 zwei Knieoperationen unterziehen musste. „Ich habe so hart gearbeitet und so viel Zeit in die Physiotherapie gesteckt, um hier dabei zu sein. Ich kann gar nicht glauben, wie gut es sich anfühlt “, so McManiman.  Innsbruck 2012 war ihr erster Wettkampf seit der Operation, aber die Nachwirkungen der Verletzung merkte man ihr keineswegs an, als die 16-jährige den höchsten Air in ihrer bisherigen Snowboarderkarriere sprang. Silber ging an die US-Amerikanerin Arielle Gold, die bereits ihre zweite Medaille gewann, Bronze schnappte sich die Australierin Alexandra Fitch. Die Slopestyle-Finali waren ursprünglich für Freitag geplant, aber aufgrund des vorhergesagten Schlechtwetters zog man den Bewerb an einem Tag durch. Die Sicht war deutlich schlechter als bei den sonnigen Trainingsrunden zu Beginn der Woche. „Ich bin noch nie zuvor so einen langen Park gefahren“, so Fitch. „Der Wind hat mit mich ein bisschen heruntergezogen, aber wir haben einfach unser Bestes gegeben.“

 

Deutschland gewinnt überlegen die Biathlon-Mixed-Staffel

Bei durch Nieselregen und Wind etwas widrigen äußeren Bedingungen ging in der Seefeld-Arena die Biathlon Mixed-Staffel in Szene. 17 Teams kämpften um die Medaillen, wobei die Mädchen das Rennen eröffneten. Nach dem ersten Wechsel lagen Deutschland und Russland Kopf an Kopf, doch schon der zweite Wechsel zu den Burschen brachte für das Youth Olympic Team Germany die Vorentscheidung.  Maximilian Janke setzte sich immer weiter von seinen Kontrahenten ab und überzeugte sowohl in der Loipe als auch am Schießstand. Schließlich übergab er mit fast zwei Minuten Vorsprung auf Norwegen an den Schlussläufer Niklas Homberg, der das Rennen routiniert und kontrolliert zu Ende brachte. Das russische Team kam zwar als zweite Mannschaft ins Ziel, musste aber später durch einen Juryentscheid disqualifiziert werden, weil ein Läufer die markierte Wettkampfstrecke verlassen hatte. So rückte das ursprünglich drittplatzierte Team von Norwegen, das sich lange einen erbitterten Kampf mit Frankreich lieferte, auf den Silbermedaillen-Rang vor. Die Franzosen, die sich beim Zieleinlauf noch mit dem vierten Rang begnügen mussten, freuten sich später über die Bronzemedaille.  Die Ukraine wurde vor Italien und Schweden vierte. Das österreichische Team, das nach der ersten Läuferin Julia Reisinger sogar auf Rang Sieben lag, belegte im Endklassement den 13. Platz.

 

Norwegen beherrscht die Sprintbewerbe der Langläufer

Am späten Nachmittag und am frühen Abend stand die Seefeld-Arena abermals im Mittelpunkt des Nordischen Geschehens. Zum ersten Mal trug man die Sprintbewerbe bei Flutlicht aus. Die 1 Kilometer lange Strecke trotzte dem warmen Wetter und präsentierte sich in bestem Zustand. Dies lobte auch die ehemalige Weltcupläuferin und frühere Sprintkönigin Petra Majdic, die für das IOC als Athlete Role Model fungiert und den Nachwuchstalenten mit Rat und Tat zur Seite steht.  „Die Wettkampfstrecken sind besser präpariert als bei manchen Weltcuprennen und die gesamte Organisation der Spiele ist hervorragend“, so die Slowenin.

Schon nach den Vorläufen erwiesen sich die Norwegerin Silje Theodorsen und ihr Landsmann Anders Molden als die Schnellsten und starteten als klare Favoriten in die Finalläufe. Zahlreiche Zuschauer säumten den Anstieg vom Möserer Tal in die Casino-Arena, der den Läuferen alles abverlangte. Bis ins Finale musste dieser immerhin viermal mit Höchsttempo bezwungen werden. Die Viertel- und Semifinalläufe waren für die beiden norwegischen Topläufer eine klare Sache, sodass das Finale nur noch eine Formsache zu sein schien. Beim Zieleinlauf des Mädchenfinales blieb den zahlreichen norwegischen Schlachtenbummlern fast das Herz stehen, als es Theodorsen einen Meter vor der Ziellinie die Beine auseinanderriss und sie fast mit einem Spagat ins Ziel stürzte. Mit dem hauchdünnen Vorsprung von einer zehntel Sekunde rettete die Norwegerin die Goldmedaille vor der Schwedin Sundling. Auch die Bronzemedaille ging durch Lyna Erikson an Norwegen.

Silje Theodorsen

 

Bild: Silje Theodorsen stürzte zu Gold ins Ziel. Foto: IYOGOC

 

Das Burschenfinale gewann Anders Molden mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg vor dem überraschenden Deutschen Cebulla, dessen Freude im Ziel über die gewonnene Silbermedaille grenzenlos war. Bronze ging an den Russen Antonin Selyaninov.

 

Korea dominiert weiterhin die Shorttrack-Bewerbe

Suk Hee Shim aus Korea holt sich ihr zweites Gold in zwei Tagen mit dem Sieg beim 500 m Shorttrack der Mädchen. Das chinesische Duo Aili Xu und Chunyu Qu hatte sich eine Taktik zurechtgelegt, um Shim zu stoppen, aber sie ging nicht auf. Qu wurde vom Rennen disqualifiziert, nachdem sie die Koreanerin bei einem Überholmanöver behindert und somit zum Sturz gebracht hatte. Daraufhin gab es einen Neustart, den Shim perfekt nutzte. Xu erreichte das Ziel als Zweite und gewann Silber, während sich die Italienerin Nicole Martinelli die Bronzemedaille holte. Martinelli war mit ihrem Podiumsplatz überglücklich: „Ich habe davon geträumt, bei diesen Spielen eine Medaille zu gewinnen.“ Bei den Burschen gewannen die Koreaner Su Min Yoon und Hyo Jun Lim Gold und Silber, der Chinese Hongzhi Xu kurvte in der Olympiahalle zu Bronze.