St. Moritz, Schweiz – Ich gewann zwei Mal am Wochenende in St. Moritz – eine Super-Kombi am Freitag und eine Abfahrt am Samstag – und war knapp Zeite in einer weiteren Super-Kombi am Sonntag.

Es waren viele Rennen während dieser drei Tage. Eine Super-Kombi bestand aus einer Abfahrt mit einem Slalom, die andere aus einem Super-G mit Slalom. Ich war mit den Resultaten wirklich glücklich, besonders glücklich über meinen Abfahrtssieg. Ich hatte in St. Moritz noch nie eine Abfahrt gewonnen, und ich hatte einen schönen Abstand.

Bei meinem zweiten Platz machte ich im Super-G ein paar seltsame Fehler. Der Schnee war wirklich aggressiv, und ich habe mich ein paar Mal verkantet. Ich war mit meinem Lauf nicht zufrieden und siegte nur knapp vor Deutschlands Maria Höfl-Riesch, aber ich machte das mit einem wirklich guten Slalomlauf gut, sodass ich nur drei Hunderstel hinter ihr Zweite der Super-Kombi wurde.

Ich war mit diesem Slalomlauf wirklich glücklich. Maria war Zweite nach dem Super-G und sie war nur 0.23 Sekunden hinter mir. Einen Slalomlauf hinzukriegen, in dem ich nur 0.26 Sekunden langsamer war als sie – sie war schon die ganze Saison unter den Top 3 bei den Slaloms, die sie beendet hat – war ein tolles Resultat für mich. Ich hatte erwartet, dass mich Maria mit einer halben Sekunde oder mehr bei diesem Slalom schlagen würde. Ich habe mich ihr gegenüber behaupten können, und dieses Selbstvertrauen werde ich in die nächsten Rennen mitnehmen.

Es war so enttäuschend zu verlieren, da ich ja meinen 50. Weltcupsieg ansteuerte. Es wäre einfach fantastisch gewesen, das Wochenende auf diese Weise mit einem Hattrick zu krönen, aber es sollte einfach nicht sein.

Gesamt gesehen, führe ich die Gesamtwertung an, die Wertung in der Super-Kombi, in der Abfahrt und im Super-G. Es gibt also eine Menge, um sich zu freuen.

Manch einer wundert sich vielleicht, wie ich mich mit so einem großen Vorsprung in den Wertungen weiter motiviere. Nur weil ich weiß, dass ich eine Abfahrt mit eineinhalb Sekunden Vorsprung gewinnen kann, heißt das nicht, dass ich jede Abfahrt gewinne. Es gibt eine Reihe von Mädchen, die auch um alles in der Welt gewinnen möchten so wie ich, und ich muss das Feuer am Lodern halten, hungrig bleiben, entschlossen bleiben.

Mit einem weiteren Sieg werde ich so viele Siege in meiner Karriere haben wie Alberto Tomba. So etwas bedeutet mir alles. Es geht nicht nur darum, wieder den Gesamtsieg davonzutragen. Für mich geht es darum, Geschichte zu machen. Darum bin ich hier: Geschichte machen, wenn es mir möglich ist.

 

Die dreifache Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, US-Skistar Lindsey Vonn, veröffentlicht auf OnTheSnow wöchentlich ihr Ski-Tagebuch. Lindsey Vonn berichtet in Zusammenarbeit mit John Meyer, Ski-Redakteur der Denver Post.

 Video: Lindseys Helmkamerafahrt in St. Moritz