Genuss, Spaß und Abenteuer. Diese Werte sind es, mit denen der Schweizer Wintertourismus die Gäste verwöhnen, unterhalten und in seinen Bann ziehen will. Onthesnow.de hat sich die attraktivsten Angebote auf Schnee und Eis unter die Lupe genommen und präsentiert eine Auswahl.

 

Freiheitsgefühl auf dem Glatteis

Wenn in der Graubündner Albula-Region die Kälte hereinbricht und der Schnee fällt, ist die Wandersaison deshalb nicht automatisch vorbei. In Surava, nicht weit vom Familien-Ferienort Savognin entfernt, befindet sich der Ausgangspunkt einer einzigartigen, natürlichen Wanderroute für Schlittschuhläufer. Die Skateline Albula ist insgesamt drei Kilometer lang und führt durch tief verschneite Tannen- und Espenwälder entlang des Flusses Albula. Im Dezember, wenn die ersten Eisblumen das Landschaftsbild auf Winter trimmen, gibt es im 230-Seelendorft Surava kaum eine Familie, die sich nicht in Fronarbeit an der Realisierung des Winter für Winter perfekt präparierten Eis-Wanderwegs beteiligt. Ob Transportmittel, Werkzeug oder einfach Muskelkraft – ohne die Beiträge der vielen Helfer gäbe es die Skateline nicht.

„Wir produzieren jeweils zuerst während etwa fünf Tagen den Schnee und verteilen ihn auf der Skateline“, erklärt Giorgio Bossi, Präsident des Vereins Skateline voll Stolz. Dann folgen während rund zwei Wochen die nächtlichen Fahrten mit Wasser, das auf dem Weg verteilt wird und sofort zu Eis gefriert. Bis zu minus 20 Grad zeigt das Thermometer bei solchen Nachtaktionen an. Auch während der Betriebszeiten, zwischen Dezember und März/April, wird die Nacht für das unermüdliche Skateline-Team zum Tag. Mit Eispräparier-Maschinen sorgen die Eismeister dafür, dass die ersten Gäste jeweils im Morgengrauen eine vortrefflich präparierte Skateline vorfinden.

Die Mühen lohnen sich. Immer mehr Touristen lassen sich in Surava gerne aufs Glatteis führen. Stammgäste aus dem In- und Ausland lassen es sich nicht nehmen, einmal pro Winter entlang der Albula einen romantischen Spaziergang auf Kufen zu absolvieren. Auf der ebenen Eisfläche, die in der Regel rund 15 Zentimeter dick ist, gleitet manförmlich in die Freiheit der Natur. Das ist Feriengefühl pur – und zwar immer mit Helm auf dem Kopf.

Weitere Infos: Skateline


Die Lieblingspiste des Pistenbauers

1972 genau holte Bernhard Russi für die Schweiz Abfahrts-Gold bei den Olympischen Winterspielen im japanischen Sapporo. Heute ist der smarte Pistenbauer, TV-Kommentator und Werbeträger für diverse Firmen noch immer begeisterter Freizeitsportler. Auch Skifahren gehört selbstverständlich zu seinen Hobbys. Praktisch vor der Haustür in seiner Zentralschweizer Heimatgemeinde Andermatt findet Russi die besten Bedingungen  dafür.

Snowkiting

Bild: Snowkiten bietet  abenteuerlustigen Wintersportlern eine ganz neue Herausforderung.

Die Gletscherabfahrt am Andermatter Gemsstock heißt zu Ehren des nach wie vor beliebten Sportlers Bernhard-Russi-Run. Die markierte Piste von vier Kilometer Länge bietet eine einmalige Panoramasicht auf die umliegenden Berge. Besonders attaktiv: Da sich die Wintersportler im ganzen Gemsstockgebiet relativ gut verteilen, gibt es auf dem Bernhard-Russi-Run nur selten ein Gedränge. “Das ist meine absolute Lieblingspiste und eine der schönsten Abfahrten im Alpenraum. Auch für Carver ist sie sensationell“, lobt Russi. Natürlich schwingt in dieser Aussage auch viel Heimatverbundenheit mit. Aber Russi meint es ernst. Er habe fast alle Skiberge dieser Welt gesehen und abgefahren und wisse, wovon er spreche.

Die Meinung des grossen Idols teilen inzwischen unzählige Hobbyskifahrer in allen Stärkeklassen, die am Gemsstock Winter für Winter ihre Schwünge machen. Dabei kann auch ganz schön Tempo gebolzt werden. Vor mehr als zehn Jahren wurde auf der Piste der Bernhard-Russi-Run-Downhill durchgeführt. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer massen sich auf der 3,5 Kilometer langen Strecke mit 850 Höhenmetern und vier ausgesteckten Toren an einer Richtzeit, die Bernhard Russi selbst aufgestellt hatte. Dabei wurden Durchschnittsgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern gemessen. Gewonnen hat Ian Russi, der Sohn des Olympiasiegers.

Bis heute gehört der Bernhard-Russi-Run zu den populärsten Skipisten in der Schweiz. Etliche Journalisten und Ski-Experten bezeichnen sie immer wieder als „imposant“.

Weitere Informationen unter www.gemsstock.ch und www.andermatt.ch

 

Snowkiten – für hochalpine Beachboys

Kitesurfen hat sich in den letzten Jahren fast zum Pflichtangebot für jede Strandferiendestination entwickelt, die mit der Zeit gehen will. Sich auf einem oder zwei Brettern stehend via Segel vom Wind treiben zu lassen, ist aber nicht nur auf dem Wasser ein Riesenspaß. Auch auf der weißen Schneeunterlage funktioniert das System bestens und sorgt für nachhaltige Adrenalin-Schübe. Snowkiten bietet  abenteuerlustigen Wintersportlern eine ganz neue Herausforderung und gilt als perfektes Vorbereitungstraining für die sommerliche Kitesurf-Saison. Oder auch umgekehrt – je nach Standpunkt.

Als Mekka für Windsport hat sich in der Schweiz schon vor 20 Jahren die Engadiner Feriendestination Silvaplana etabliert. 1993 wurde am Silvaplanersee die erste Kiteschule der Welt erföffnet. Seit dieser Pionierzeit hat sich an der Grundidee der Betreiber der Kite-Sailing-School-Silvaplana wenig verändert. Sie möchten ihren Schülern den Spaß und die Faszination am Kitesailing vermitteln. Im Sommer auf dem Wasser, im Winter auf dem gefrorenen und schneebedeckten See sowie am Berg. Das Engadin bietet im Winter diverse Kitespots an. Der Berninapass ist ein perfektes Revier für Freerider und Freestyler, die Furtschellas Ebene eine gute Alternative, wenn es mal eisig ist auf dem See. Ideale Ebenen und Hügel zum Snowkiten gibt es auch in Richtung La Punt.

Snowkiting

Bild: Kitesailing am zugefrorenen Silvaplanersee ist Spaß pur.

Technik und Material haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Snowkiten ist heute ein sicherer Sport, der in wenigen Tagen zu erlernen ist. Die Schule in Silvaplana hat sich einen hervorragenden, internationalen Ruf erarbeitet. „Dank eines innovativen Teams, neuer Methoden und Top-Materials haben wir es geschafft, die Lernerfolge unserer Schüler über die Jahre kontinuierlich zu verbessern“, sagen die Betreiber. Mit über 500 Schülern pro Winter ist die Kite-Sailing-School-Silvaplana der weltweit größte Anbieter von Snowkite-Kursen. Da lohnt sich ein genaueres Hinsehen allemal. Helm und Trapez werden vor Ort von der Kitesailing-Schule abgegeben. Ski- und Snowboardausrüstung müssen die Kunden selbst mitnehmen. Die Snowkite-Saison dauert noch bis Anfang April.

Weitere Infos: Kitesailing

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