Kinder in eine Skischule zu schicken oder ihnen Privatstunden geben zu lassen, ist die beste Art und Weise, sie an den Wintersport heranzuführen. An der Seite eines Profis werden die Kinder spielerisch an den Schnee, die Bewegungen und die Geräte gewöhnt. Mit ein paar kleinen Tricks kann man seinen Kleinen dabei helfen, sich auf Schnee gut weiterzuentwickeln – aber nur wenn der Grundstock passt.

Ben Boyd bestätigt dies. „Wir haben unsere Kinder in eine Skischule gegeben, wo sie von speziell ausgebildeten Skilehrern betreut wurden. Es ist absolut verrückt, zu glauben, Eltern könnten ihren Kindern das Skifahren oder Snowboarden beibringen. Ohne die nötige emotionale Distanz ist dieses Vorhaben von Vornherein zum Scheitern verurteilt.

Ben weiß, wovon er spricht. Er betreibt eine Ski- und Snowboard-Schule in Vail. Er ist auch Vater von vierjährigen Zwillingen, die von Anfang an Unterricht nahmen. „Kinder haben einen besseren Start, wenn jemand Außenstehender ihnen das Skifahren oder Snowboarden näher bringt. Eltern sind oft übervorsichtig oder zu fordernd, und keines von beiden hilft den Kindern. Eine professioneller Abstand zwischen Lehrern und kleinen Schülern garantiert, dass die Kinder den Wintersport von der Pike auf lernen.“

Mike Brown aus Vail schickte sein dreijähriges Kind ebenfalls zum Unterricht – und das, obwohl seine Mama, Jen, ein ehemaliger Skiprofi ist und sein Vater, Mike, schon seit über zehn Jahren für das U.S. Ski Team arbeitet. „Ich bin der Meinung, dass es anfangs überhaupt nicht wichtig ist, den Kindern starre Bewegungsabläufe einzuhämmern. Viel eher sollte der spielerische Aspekt im Vordergrund stehen, der mit einem offiziellen Skilehrer einfach besser gewährleistet ist. Erst danach kann man als Eltern versuchen, mit Kindern gemeinsam durch den Schnee zu fahren.“

Und genau da kommen all die Hilfsmittel ins Spiel, wenn Eltern mit ihren Kindern allein die Pulverschneepisten meistern.

Sicherheitsgurte für Kinder sind besonders beliebt, wenn es darum geht, Zwei- bis Vierjährigen das Skifahren beizubringen. Er wird um Bauch und Brust des Kindes gelegt und erlaubt den Erwachsenen, ihr Kind wie an einer Sicherheitsleine zu führen. Besonders in Amerika ist der Gurt der Renner, der von Eltern gerne verwendet wird. Am Sessellift, wo es für kleine Kinder oft haarig wird, ist er genauso hilfreich wie auf der Piste.

Bill Haight produziert Sicherheitsgurte für Kinder seit über 20 Jahren. Sein Unternehmen Wee Ski liegt im schneereichen Colorado – Garant also für die richtigen Gadgets. „Die Grundidee ist, dass die Kinder ihr eigenes Ding auf den Skiern machen können, ohne aus der Sicherheitszone der Eltern herauszumüssen. Das gibt beiden – den Kindern und den Eltern – Sicherheit.“

Haight sieht den Vorteil darin, dass die Eltern die Geschwindigkeit der Kleinen kontrollieren können, ohne dass das Kind in seiner Freiheit eingeschränkt ist. „Am besten, man lässt das Kind voraus fahren und gibt ihm die Möglichkeit, Selbstvertrauen aufzubauen. Mit dem Gurt verliert das Kind niemals Kontrolle über die Geschwindigkeit – und im schlimmsten Fall seine Selbstsicherheit.“

Mike Brown wird den Sicherheitsgurt mit Sicherheit verwenden. „Wenn sie einfach loslegen können, bekommen die Kinder viel mehr Selbstvertrauen auf Skiern. Das letzte, woran sie in so einer Situation denken würde, wäre die Geschwindigkeit zu regulieren. Außerdem verstehen die Kinder die Konsequenzen von überhöhtem Tempo noch nicht.“ „Ich bin begeistert vom Sicherheitsgurt, weil er den Kindern erlaubt, eigenständig zu fahren und die Balance zu finden. Gleichzeitig fühlen sie sich absolut frei und Eltern haben dennoch Zugriff, sollte das Kind zu schnell werden.“

Er fügt hinzu, dass Kinder am besten beim Zuschauen lernen. „Einer der Eltern fährt voraus und zeigt die Bewegungen vor. Der andere Elternteil fährt hinter dem Kind und kontrolliert die Geschwindigkeit. Einfach perfekt!“

Natürlich hat er Sicherheitsgurt nicht nur Vorteile. Ben Boyd gibt zu bedenken: „Der Gurt verleitet manche Eltern auch dazu, dass Kind einfach mitzuschleifen, was für das Kind nicht unbedingt vorteilhaft ist.“ Fred Rumford, Leiter der Telluride Ski & Snowbard School, fügt hinzu: „Manche Kinder verlassen sich zu sehr auf Mama und Papa und lernen vielleicht nicht in ausreichendem Maße, ihre Geschwindigkeit ihrem Können anzupassen.“

Versuchen Sie es auch einmal mit dem Edgie Wedgie, einem kleinen Teil aus flexiblem Gummiband mit Skiklemmen an beiden Seiten. Sie sind dazu gedacht, um die Skispitzen zu fixieren. Rumford ist der Meinung, dass dieses Hilfsmittel den Kindern hilft, die motorischen Fähigkeiten für das richtige Skifahren schneller zu erlernen.

„Das Edgie Wedgie hält die Skispitzen im richtigen Abstand und Winkel fest, sodass die Kinder selbst bei ungeschickten Bewegungen oder überraschenden Manövern nicht ausbrechen können.“ Trotzdem, die Grundtechnik muss in der Skischule erlernt werden. „Erst dann sind zusätzliche Übungsfahrten mit den Eltern empfehlenswert.“

Rumford gibt den Eltern einen letzten guten Rat mit auf den Weg. „Für die Kinder ist Skifahren mehr als nur eine Fortbewegungsart im Schnee. Für Kinder ist Skifahren ein Abenteuer: Liftfahren, Mittag essen in einer Hütte, viel frische Luft, viele Menschen, die es zu bestaunen gilt. Alles ist neu, alles muss absorbiert werden. Wenn man bedenkt, dass Kinder aber eine viel kleinere Aufmerksamkeitsspanne haben, dann ist es nur allzu verständlich, dass die meiste Energie nicht für das richtige Skifahren aufgewendet wird. Das muss man als Eltern beachten. Dann wird jeder Skiausflug noch entspannter für alle Beteiligten.“