Die Lippen des Jungen zitterten. Er fragte höflich, „können Sie bitte die Pistenwache rufen?" Ich stand gerade am Kartenschalter der Talstation in Steamboat und redete mit dem Angestellten, als der 12-jährige Ethan auftauchte, sichtlich verstört. Er war verloren gegangen.

Die Angestellten unterbrachen sofort ihre Tätigkeit und redeten mit ihm, riefen dann jemanden von der Pistenwache. Der fragte ihn nach seinem Namen. Als erfuhr, dass der Ethan war, sagte er, „sag Ethan, dass wir uns um ihn kümmern werden." Man konnte die Erleichterung auf Ethans Gesicht sehen.

Ethan aus St. Louis hatte versehentlich eine falsche Abfahrt genommen, wurde von seiner Familie getrennt und landete schließlich an der Talstation. Er war ziemlich verwirrt und hilflos. Innerhalb von ein paar Minuten kam einer von der Pistenwache und fragte Ethan, „bist schon mal mit einem Snowmobil gefahren?" Ethans Gesicht leuchtete, als er verneinte. Der Pistenwachtler nahm ihn mit und lieferte ihn bei seiner Familie ab, die schon sehr nervös an der Bergstation wartete.

Alle Skistationen haben für solche Fälle entsprechende Pläne und Verhaltensregeln, egal, ob Kind oder Erwachsener. Leigh Herholzer von Arapahoe Basin sagt, dass man als erstes Informationen bei den Eltern einholt und diese dann sofort über Funk an alle weitergibt. „Dann bleibt ein Elternteil oder einer von der Pistenwache in der Erste-Hilfe-Station an der Basis und verfolgt, was weiter passiert, bis das Kind gefunden ist."

In Sun Valley wird ähnlich verfahren. Der Chef der Pistenwache, Mike Lloyd, sagt: „Wir tragen erst sämtliche Informationen aller Beteiligter, meistens der Eltern, zusammen. Das ist zunächst das Wichtigste."

Anschließend werden über Funk alle Mitarbeiter der Pistenwacht, der Skischulen, das Liftpersonal und die Fahrer der Pistenraupen im Skigebiet informiert. Alle sind alarmiert.

Gegebenenfalls wird auch die Polizei und die Bergwacht eingeschaltet. Auch das Shuttlebus-Unternehmen wird entsprechend unterrichtet, wenn jemand vermisst wird.

Die Pistenwache stellt fest, wo die vermisste Person das letzte Mal gesehen wurde. Dann wird entschieden, wer auf welcher Piste suchen soll.

Jack Sibbach arbeitet ebenfalls in Sun Valley. Er sagt: „In 99 Prozent der Fälle hat der Vermisste die falsche Abfahrt genommen, ist dann in einen Shuttle gestiegen und wieder zurück oder in sein Apartment gefahren."

Patrick O'Sullivan ist Chef der Pistenwache in Arapahoe Basin. „Gewöhnlich gehen eher die Eltern verloren als die Kinder", ist seine Erfahrung. „Man sollte zu Beginn des Skitages immer einen Treffpunkt für solche Fälle vereinbaren. Geben Sie Ihrem Kind schriftliche Informationen mit, Name, Hotel, Telefonnummer. Wir bitten die Eltern, in der Nähe zu bleiben und nicht selbst zu suchen, damit sie nicht auch noch verloren gehen. Es ist wichtig, dass sie zusammen bleiben. Wir schicken über Funk eine Beschreibung des Kinds, die dann an jeder Liftstation ausgehängt wird. Normalerweise dauert es nicht lang, bis es gefunden wird."

Jennifer Ekström vom Schweitzer Mountain Resort in Idaho sagt, dass sie jeden Mitarbeiter über Funk, per Snowmibil und über Aushänge an den Berg- und Talstationen unterrichten. „Jeder Mitarbeiter weiß Bescheid und hat ein Auge auf die Leute. Wir nutzen auch das örtliche Informationssystem und Infoboards. Wenn es schon auf das Ende des Tages zugeht und das Kind immer noch nicht gefunden ist, werden Polizei und Bergrettung eingeschaltet."

„Glücklicherweise ist Schweitzer sehr kinderfreundlich ausgestattet", so Ekström weiter. „Die meisten Pisten enden an einem von zwei Plätzen, entweder Schweitzer Village oder Outback Inn. Viele Eltern haben schon gesagt, dass man sich hier leicht zurechtfindet und die Kinder schnell ausfindig machen kann."

Sorgen Sie dafür, dass die kleinen Kinder entsprechende Informationen in der Anoraktasche oder am Skipass haben. Den größeren können Sie auch ein Handy mitgeben.

Skiresorts tun ihr Möglichstes, damit alle sicher und glücklich sind. Fortschrittliche Kommunikation macht die Sache einfacher. Ethan jedenfalls hat richtig gehandelt, indem er einen Erwachsenen oder einen Angestellten ansprach. Was auch gut funktioniert: Wenn Sie ein hilfloses Kind finden, suchen Sie einfach eine andere Mutter. Eine Mutter wird immer Mittel finden, ein weinendes Kind zu trösten. Das liegt in ihrer Natur.