Urlaub in einem zollfreien Wintersportgebiet kann die Kosten drastisch senken. In Europa gibt es drei derartige Regionen: Livigno in Italien, Samnaun in der Schweiz und das Fürstentum Andorra.

Urlauber können hier in den Shops zollfrei einkaufen, vor allem Alkohol, Zigaretten, Benzin, Hi-Tech-Produkte und anderes mehr sind daher besonders günstig.

Was heißt zollfrei einkaufen?

Wie in allen anderen zollfreien Gebieten gibt es in Livigno, Samnaun und Andorra bestimmte Regeln, wie viel jeder für den persönlichen Gebrauch mitnehmen kann. Wenn man etwa Livigno verlässt, darf man eine Stange Zigaretten (entspricht 200 Stück), zwei Liter alkoholische Getränke mit weniger als 22 Prozent Alkohol und drei oder vier Flaschen Parfüm im Gepäck haben. Andere Produkte haben eine preisliche Obergrenze, die bei 300 € pro Person liegt (150 € bei Kindern unter 15 Jahren). Was ihr kauft, darf nur dem persönlichen Gebrauch dienen, nicht dem Handel. In Andorra gibt es großzügigere Regelungen.

Niemand wird euch abhalten, mehr als erlaubt zu kaufen (ausgenommen Tabak). Allerdings müsst ihr dies dann bei der Ausfuhr deklarieren und verzollen, anderenfalls riskiert ihr eine Strafe, Eure Einkäufe werden konfisziert und ihr müsst mit einem Verfahren wegen Schmuggels rechnen.

Livigno

Livigno ist ein international bedeutender Wintersportort in der italienischen Provinz Sondrio in der Lombardei. Das Dorf liegt in einem wilden und abgeschiedenen Tal auf 1800 Metern Höhe. Sein zollfreier Status hängt direkt mit dieser isolierten Lage zusammen: Bis 1952, als der Foscagno-Pass (der Bormio mit Livigno verbindet) für den Verkehr im Winter geöffnet wurde, war der Ort für mehrere Monate nicht erreichbar.

Das Dorf wurde entlang des Flusses Spöl gebaut und besitzt zahlreiche Shops und kleine Supermärkte - insgesamt mehr als 250! Sie sind sieben Tage pro Woche geöffnet und man bekommt hier alles, was das Herz begehrt: von Parfüm bis Küchengeräten, Kleidung, Spielzeug, kulinarische Spezialitäten und Elektronik, selbstverständlich auch Alkohol, Zigaretten und Benzin. Viele der alten Häuser aus Stein und Holz wurden liebevoll restauriert und sind nun luxuriöse Boutiquen, die dem Goldenen Dreieck in Mailand durchaus Konkurrenz machen.

Skifahrer und Snowboarder finden in Livigno - der Heimat des Weltmeisters Giorgio Rocca - 185 Kilometer Pisten aller Schwierigkeiten und mehr als 30 moderne Liftanlagen, eine Langlaufloipe, die sich durch das ganze Tal zieht, und zwei Spitzen-Snowparks. Es gibt hochklassige Wettbewerbe, die Athleten aus der ganzen Welt anziehen. Was die Unterbringung betrifft, gibt es mehr als 100 Hotels, 1250 Apartments, Bed and Breakfast sowie Pensionen für jedes Budget. Für den Après-Ski fällt die Wahl schwer: Es gibt Pubs, Weinbars, Nightclubs, Kino, Bowling, Billiard und Hotel-Spas. Das Tourismusbüro organisiert zudem jede Menge Events während der Saison.

Im Winter fährt man von Bormio aus nach Livigno oder von der Schweiz durch den gebührenpflichtigen Tunnel Munt La Schera, der seit 1968 das Unterengadin und Zernez mit Livigno verbindet und die Anreise sehr viel einfacher macht. Es gibt aber nur eine Fahrspur und daher Blockabfertigung. Vor allem an Wochenenden und zu Beginn und Ende der Ferien muss man mit langen Schlangen rechnen: Die Zollbeamten kontrollieren sehr genau, was Staus verursacht.

Samnaun

Samnaun ist die einzige zollfreie Zone der Schweiz und liegt am Ostrand des Kantons Graubünden, eingeklemmt zwischen Österreich und Italien. Wie bei Livigno stammen die steuerlichen Privilegien Samnauns von seiner geografischen Lage.

Samnaun besteht aus fünf Dörfern, die sich in dem Tal in Höhen von 1700 bis 1840 Metern aneinander reihen. Bis 1912 gab es nur eine einzige Straße von Spiss in Österreich. Um die restliche Schweiz zu erreichen, mussten die Einwohner von Samnaun durch österreichisches Territorium. Aus diesem Grund war Samnaun über Jahrhunderte ein Paradies für Schmuggler, die die Waren in großen Rucksäcken über die steilen Bergpfade trugen. Noch heute erinnern zahlreiche Bezeichnungen mit dem Wort „Schmuggler" an diesen „Job".

Die meisten der mehr als 50 Shops konzentrieren sich in Samnaun Dorf und - weit weniger - in Ravaisch. Die Orte Laret, Compatsch und Plan haben jeweils maximal drei Läden, sind aber nur höchsten vier Kilometer von Dorf entfernt. In erster Linie gibt es Parfüm und Kosmetik der bekannten Marken zu kaufen, Spirituosen und Wein, Tabak, Kleidung und Accessoires, Schmuck und Luxusartikel. Die Öffnungszeiten sind für Schweizer Verhältnisse sehr großzügig. Die Tankstellen sind dank Automaten 24 Stunden geöffnet.

Après-Ski findet in Bars und Pubs statt und ist sehr viel ruhiger als etwa im benachbarten Ischgl. Empfehlenswert ist ein Besuch des Alpenquell-Erlebnisbades in Compatsch mit Swimmingpools, Saunen und Wellness-Bereichen.

Die ersten Pisten in Samnaun wurden Mitte der 1950er-Jahre angelegt. Heute hat Samnaun Anschluss an das größte Skigebiet der Ostalpen, die Silvretta Arena, mit dem nahe gelegenen Ischgl (Österreich) und insgesamt 235 Kilometern Pisten in erster Linie für durchschnittliche und gute Fahrer sowie 40 moderne Liftanlagen. Hier gibt es auch die einzige Doppeldecker-Kabinenbahn der Welt mit einem Fassungsvermögen von 180 Passagieren. Snowboarder finden hier einen kleinen Hindernis-Park sowie ‚Border's Paradise', einen der größten Funparks in Europa.

Am einfachsten erreicht man Samnaun immer noch über die alte Straße von Spiss aus. Die andere führt von Vinadi in der Schweiz aus, ist sehr schmal, hat viele Haarnadelkurven und unbeleuchtete Tunnels. Wem das nichts ausmacht, wird mit einer wildromantischen Landschaft belohnt.

Andorra

Andorra la Vella ist die Hauptstadt des Fürstentums Andorra. Sie liegt in etwa 1000 Metern Höhe. Ein amerikanischer Journalist schrieb einmal, um eine Vorstellung von der Stadt zu bekommen „stellen Sie sich die größte Duty-free-Shopping-Zone vor, die Sie kennen, und multiplizieren Sie sie mit hundert." Dieser Kleinstaat in den östlichen Pyrenäen, quasi ein Sandwich zwischen Frankreich und Spanien, besitzt mehr als 1500 zollfreie Läden für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Die Shopping-Szene konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Straßen: die Avinguda Meritxell in Andorra la Vella und die Avinguda Carlemany in Escaldes-Engordany gleich nebenan. Am besten gehen Sie zu Fuß, denn hier drängen sich Shopaholics aus Spanien und Frankreich und der Verkehr bricht regelmäßig zusammen. Außerhalb der Haupstadt gibt es Shopping-Malls in Pas de la Casa (im Skigebiet Grandvalira) und in Sant Julià de Lòria. Nach dem Shoppen und dem Skifahren entspannen Sie am besten im größten Spa Südeuropas - der futuristischen Caldea.

Andorra hälten den Titel für das größte Skigebiet in Südeuropa. Die Pisten liegen in Grandvalira und Vallnord, nicht mehr als 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Diese beiden Skigebiete bieten zusammen 178 Pisten (etwa 285 Kilometer insgesamt) und 111 Liftanlagen.

Nützliche Tipps

- Bevor ihr nach Livigno, Samnaun oder Andorra fahrt, recherchiert den „normalen" Preis für die Artikel, die ihr gern kaufen möchtet. Abgesehen von Alkohol, Parfüm, Zigaretten und Benzin können zollfreie Artikel unter Umständen weniger vorteilhaft sein als beispielsweise Sonderaktionen großer Elektronikmärkte.

- Macht euch mit den jeweiligen Zollbestimmungen vertraut. Ihr findet sie auf den Webseiten oder direkt vor Ort. Im Zweifel fragt ihr einen der Zollbeamten.

- Wenn ihr mit dem Auto anreist, seht zu, dass der Tank bei der Ankunft fast leer ist - Benzin und Diesel sind hier unschlagbar günstig.

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