Das Dorf trägt den Namen Namlos. Es ist der kleinste Ort in der Tiroler Zugspitz Arena, 93 Bewohner sind offiziell registriert. Wer sich hierher verläuft, sucht keinen Skizirkus mit zig Liften. Wer im Winter nach Namlos kommt, der schnallt sich Schneeschuhe unter die Stiefel und geht in die Wälder.

Die für den Tourismus Verantwortlichen haben sich auch über die Vermarktung von Namlos Gedanken gemacht und ein Angebot ausgetüftelt, das (man will dem internationalen Publikum gerecht werden) „Nature Watch" heißt. Es soll dem „wachsenden Bedürfnis nach Entschleunigung" Rechnung tragen. Professionelle Guides führen Gäste durch abgelegene Seitentäler. Aber nur dienstags um 10 Uhr. Dafür darf man bereits ab einem Alter von acht Jahren teilnehmen.

Die Guides nehmen ihre Aufgabe ernst und erklären vieles von dem, was auch Erwachsenen in der Zivilisation verloren gegangen ist. Spuren im Schnee zum Beispiel, wie schnell und in welche Richtung der Hase gehoppelt ist, oder die linear verlaufenden Pfotenabdrücke des Fuchses auf der Lichtung. Mittels Sonneneinstrahlung, Schneeprofil, Himmelsrichtung und Gebirgsformation wird der Standort bestimmt, schließlich gibt es noch ein Lagerfeuer (dies im Schnee zu entfachen ist ein Beitrag zum Survival-Training) mit heißem Kräutertee und „Trapperjause".

Die Teilnahmegebühr für die etwa zweieinhalbstündige Tour inklusive Ausrüstung und Verpflegung beträgt für Erwachsene 18 und für Kinder 12 Euro.

Die Tiroler Zugspitz Arena liegt auf der österreichischen Seite der Zugspitze im Tiroler Außerfern zwischen der Zugspitze im Norden und der Mieminger Kette sowie dem Wettersteingebirge im Süden. Sie umfasst die Orte Ehrwald, Lermoos, Berwang, Bichlbach, Biberwier, Heiterwang am See, Lähn-Wengle und Namlos. Als Grenzberg liegt die Zugspitze zwischen Deutschland und Österreich. Sie kann sowohl von deutscher als auch von österreichischer Seite aus erreicht werden. Von Ehrwald aus führt die Tiroler Zugspitzbahn auf den Westgipfel der Zugspitze.

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