Die dreifache Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, US-Skistar Lindsey Vonn, veröffentlicht ab sofort auf OnTheSnow.Com wöchentlich ihr Ski-Tagebuch. Lindsey Vonn berichtet in Zusammenarbeit mit John Meyer, Ski-Redakteur der Denver Post.

 

 

3. 1. 2011

Die TopläuferInnen im Weltcup wetteiferten in München am Sonntagabend im Rahmen eines Kopf-an-Kopf Parallel-Slaloms nach dem K.O.-System. Der „City Event” fand im Olympiapark statt, in dem 1972 die Olympischen Sommerspiele ausgetragen wurden. Die Veranstaltung war wirklich fantastisch.

So viele Menschen waren gekommen — über 25.000 Zuschauer — und die Spannung war riesig. Ich habe noch niemals zuvor so viele Menschen im Zielraum eines Skirennens gesehen. Der Ausblick vom Start war sagenhaft. Es war völlig abgefahren, fast wie bei einem Rockkonzert.

Normalerweise nehmen wir ja nicht an Kopf-an-Kopf Doppelrennen teil. Und wie ich schon vergangene Woche angemerkt habe: Wenn auch künftig solche Events auf dem Programm stehen, sollte ein System gefunden werden, welches die Jagd nach dem Titel im Gesamtweltcup nicht auf unfaire Art und Weise beeinflusst. Es muss ein System sein, das gerecht für die Athleten und zugleich spannend für die Zuseher ist.

Ich habe das Viertelfinale geschafft und 30 Punkte für den Gesamtweltcup gewonnen. Meine deutsche Kollegin Maria Riesch, Lokalmatadorin und meine Hauptkonkurrentin im Kampf um den Gesamtweltcup, schied in der ersten Runde aus und nahm 15 Punkte mit nach Hause.

Obwohl ich vom Rennen in Bezug auf Maria und den Gesamtweltcup profitiert habe, bin ich immer noch der Ansicht, dass bei solchen Events keine Weltcuppunkte vergeben werden sollten. Für Maria und mich ist das keine gute Situation, da wir beide in einer Disziplin antreten müssen, die uns fremd ist. Ich hatte Glück und habe Punkte gemacht, aber in der ersten Runde musste ich gegen Marias Schwester Susanne antreten, die zu den fünf besten Slalomläuferinnen zählt. Ich habe sie zwar geschlagen, aber das war kein leichtes Spiel für mich.

Marias Gegnerin in der ersten Runde war die Italienerin Daniela Merighetti, die alle unterschätzt haben. Sie erwies sich dann aber als unglaublich gut in diesem Doppel-Slalomformat. Merighetti schaffte es schließlich bis ins Halbfinale.

Meiner Meinung nach müsste man einen Qualifikationslauf oder etwas Ähnliches durchführen. Das würde das Ganze fairer machen und den Top-Athleten auch nützen. Am Ende sollten die Topläufer gegeneinander antreten. Das wäre besser für Sportler und Publikum.

Die FIS und die Sportler müssten nur miteinander reden und eine Lösung finden, die für alle zufriedenstellend ist. Ich fände solche Veranstaltungen auch in Zukunft toll, weil sie ein hervorragendes Instrument zur Förderung des Skisports sind.

Man stelle sich nur einmal einen Doppelslalom im Civic Center in Denver oder auf dem New Yorker Times Square vor. Es gibt so viele Möglichkeiten und es könnte ein nächster Schritt für unseren Sport sein, wenn die Sache richtig gemacht wird.