Wenn der Roller den Scheller zum Gangl fordert. Pünktlich mit dem "Zwölf-Uhr-Läuten" eröffnen die Fanfarenbläser auf ihren bunt geschmückten Haflingerpferden mit hellen Trompetenklängen den Wenner Fasnachtsumzug. Die maskierte Musikkapelle Wenns marschiert mit den Klängen des Wenner Fasnachtsmarsches im Oberdorf los. Allmählich mischen sich die dumpfen Klänge der schweren Schellen und die bizarren hohen Töne der kleinen Rollen dazu. Tänzelnd und springend fordert der jugendliche "Roller" den altehrwürdigen "Scheller" zum "Gangl" auf.

Tanzende Bären und Hexen
Spritzer und Sackner laufen unaufhörlich im Kreis und halten mit gezielten Wasserfontänen aus ihren Messingspritzen und wuchtigen Schlägen mit den gepolsterten Stoffsäcken die Zuschauermenge in Zaum. Die Bärentreiber lassen ihre Bären tanzen und fordern sie zu spektakulären Kunststücken auf. So lange bis zum Schluss der wütende Bär den Treiber unter lautem Gebrüll niederringt. Laut schreiend und wild tanzend mischen sich nun die Hexen mit dem Hexenwagen und der Hexenmusik dazu. Die Laberasänger tragen humoristische Begebenheiten aus dem Alltagsleben der Dorfbevölkerung in Liedform vor und reißen die Zuhörer immer wieder zu richtigen Lachsalven hin.

Aufwändige Kostüme und kunstvolle Masken
Weitere Festwagen, in denen das "Fasnachtsschnapserl" wie Medizin ausgeschenkt wird, fügen sich nahtlos in den großen Umzug ein. Weithin über den Wenner Talkessel erklingt unaufhörlich die Melodie des Fasnachtslärmes. Die kunstvoll geschnitzten Holzmasken, die herrlichen Gewänder und die wertvollen "Aufputze" der Scheller und Roller funkeln und glänzen im Sonnenlicht. So zieht das bunte Treiben vom Oberdorf in das Unterdorf. Beim "Betläuten" um 18.00 Uhr endet die Fasnacht mit der Demaskierung. Die "Loarven" (= holzgeschnitzte Masken) werden abgenommen.

Vorchristliche Tradition
Die Hauptmasken der Wenner Fasnacht sind Scheller und Roller. Der alte, mürrische Scheller symbolisiert den Winter und der jugendliche Roller den Frühling. Die Wurzeln der Fasnacht gehen auf einen vorchristlichen Segenkult zurück. Der Sinn der Fasnacht ist bis in die heutige Zeit gleich geblieben. Die guten Geister siegen über das Böse und spenden gleichzeitig Segen für ein fruchtbares Wachstum. Am Montag vollzieht sich ungefähr dasselbe noch einmal, nur tragen die Teilnehmer keine Masken. Dabei geht es viel freier zu, weswegen auch die Bezeichnung Wilde Fasnacht üblich ist.

Fasnachtsfolder - Programm:
Sa, 7. Februar 2009:
von 17.00 Uhr bis 23.00 Uhr Wagenschauen im Oberdorf

So, 8. Februar 2009:
* ab 10.30 Uhr Aufzug der Masken vom Unterdorf ins Oberdorf * um 12.00 Uhr mit dem "Mittagläuten" beginnt die Wenner Fasnacht im Oberdorf. Der Umzug zieht im Laufe des Nachmittags vom Oberdorf ins Unterdorf und endet mit dem "Betläuten" um 18.00 Uhr

Mo, 9. Februar 2009:
Wilde Fasnacht - gleicher Ablauf ab 12.00 Uhr wie am Sonntag nur ohne Masken. Ab 20.00 Uhr Versteigerung der Festwägen beim Freizeitzentrum Wenns.

Weitere Informationen:
Pitztaler Gletscher
Mittelberg
A-6473 St. Leonhard


Telefon: +43 (0)5413 / 86 28 8
Email: office@pitztaler-gletscher.at
Web: www.pitztaler-gletscher.at