Von Jahr zu Jahr avanciert die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental immer mehr zum Hausskigebiet vieler oberbayerischer Brettlfans. Während die Skigebiete diesseits der Grenze den Skigenuss durch Streitereien samt Liftboykott und schlecht oder gar nicht beschneite Pisten erschweren, zeigen die Tiroler Nachbarn, wie es geht. 55 Millionen Euro haben die Liftbetreiber noch einmal für diese Saison in neue Anlagen und Beschneiung investiert. 91 Liftanlagen und 279 Kilometer, seit dem 6. Dezember 2008 nahezu komplett beschneite Pisten von Himmelblau über Hell- und Dunkelrot bis Schwarz liefern im größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs Skispaß für jeden.
Der Slogan „irrsinnig groß“ stimmt also. Auch für sehr geübte Skifahrer ist das Gebiet, das von Going, Ellmau, Scheffau, Söll, Itter bis nach Hopfgarten, Brixen im Thale bis nach Westendorf reicht, an einem Tag kaum zu schaffen. Trotz der vielen neuen technischen Errungenschaften wie etwa der 6er-Sesselbahn „Siller-Keat“, die Söll, Brixen und Scheffau verbindet. Eine neue 8er-Gondelbahn Salvenbahn II ab Hopfgarten-Mittelstation – übrigens die erste mit Sitzheizung - führt nun ganz hinauf auf die Hohe Salve. Und: die direkte Verbindung zwischen Brixen im Thale und Westendorf ist nunmehr geschafft und Bus-Shuttles sind Geschichte. Die neue 8er „SkiWeltbahn“ führt ab Brixen hinauf auf die Westendorfer Choralpe. Damit schließt sich das letzte Nadelöhr im Skiverbund und Westendorf ist ab sofort voll in die Skiwelt eingebunden. Eine Weltneuheit und ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz ist der erste solarbetriebene Schlepplift der Welt, der die Skifahrer von der zusätzlich geschaffenen Kandler-Abfahrt zurück zur Talstation bringt.

Die Beschneiung des Gebiets ist exakt durchgeplant: Falls Frau Holle wieder einmal streikt, können von den insgesamt 210 beschneibaren Pisten 110 Kilometer innerhalb von nur drei Tagen komplett beschneit werden. „Wenn es eisig zu werden droht, laufen bei uns täglich um 3.30 Uhr morgens die Beschneiungsanlagen und die Pisten werden mit frischem Schnee präpariert“, erzählt Klaus Exenberger, Geschäftsführer der Bergbahn Ellmau/Going.
Auch in den Hütten geht es sehr professionell zu, aber dennoch ist noch viel Tiroler Charme zu spüren und es wird nahezu überall sehr gute Küche mit regionalen Speisen angeboten. Über 70 Möglichkeiten zum Einkehrschwung – statistisch gesehen alle 3.5 km - bietet die Region. Das ist an den Wochenenden, wo sich an Spitzentagen bis zu 56.000 Ski- und Snowboardfahrer in dem Gebiet tummeln, auch notwendig. Für die vielen Lifte mit ihren enormen Kapazitäten ist diese große Zahl kein Problem, Wartezeiten gibt es kaum. Aber auf den Pisten und auch auf der meist überlasteten Hauptzufahrtsstraße in die Skiwelt von Kufstein nach Scheffau oder Söll wird es an diesen Wochenenden ganz schön eng. Wer dem aus dem Weg gehen will, unter der Woche aber keine Zeit zum Skifahren hat, für den gibt es gute Alternativen: Alle Vignetteninhaber können auf der Inntalautobahn weiter nach Wörgl fahren und von dort in den weniger frequentierten Orten Itter oder Hopfgarten in die Skiwelt einsteigen. Vignettenfrei geht es auch über die Bundesstraße von Kufstein Süd (bis dahin keine Vignettenkontrolle) nach Hopfgarten. Ein echter Geheimtipp ist der Einstieg in Going, das bei viel Verkehr am schnellsten von der Ausfahrt Oberaudorf über Walchsee, Kössen, Erpfendorf erreichbar ist. Das Skigebiet Going überzeugt nicht nur durch sehr schöne wie auch anspruchsvolle Pisten, sondern auch durch viel weniger Rummel. Und alle, die nur zwei drei Stunden fahren wollen, müssen hier nicht gleich eine komplette Verbundkarte kaufen.

Eine weitere, wirklich begeisternde Alternative zu den tagsüber stark frequentierten Pisten ist das Nachtskifahren in Hochsöll. Mittwochs bis samstags kann sich hier jeder auf perfekt beleuchteten, zehn Kilometer langen, frisch präparierten Nachtpisten oder in dem neuen, ebenfalls beleuchteten Fun-Park richtig austoben. Eine Abendkarte von 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr kostet € 20.- für Erwachsene, € 16,00 für Jugendliche (Jhg. 1990-1992) und € 10,00 für Kinder (Jhg. 1993-2002), kleinere Kinder fahren gratis.

Die Tageskarte für die gesamte SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental kostet während der Hauptsaison für Erwachsene 37,50 Euro, für Kinder (Jg. 1993 – 2002) 19 Euro; Kinder bis Jahrgang 2003 fahren frei. Wer übrigens wissen will, wie weit er an einem Tag gefahren ist, kann mit dem neuen „Skiline-System“ (www.skiwelt.at/skiline), das in dieser Saison erstmals online angeboten wird, die bewältigten Höhenmeter und persönlichen Rekorde innerhalb des Skiriesen genau feststellen und dokumentieren. Mehr zu den Angeboten und Veranstaltungen in der Skiwelt gibt es unter www.skiwelt.at.