Auch wenn die Temperaturen langsam etwas ansteigen: Nicht nur Deutschland wurde in der vergangenen Woche teilweise von einer Kältewelle fast arktischen Ausmaßes erfasst. Skiinfos Büro in Frankreich meldet für letzte Woche die niedrigsten Temperaturen, die das Land seit langem gesehen hat: minus 20 Grad in der Spitze. „Seit dem Winter 1996/ 1997 hat Frankreich keine solche Kältewelle mehr erlebt“, sagte Virgine Bernat von Skiinfo Frankreich.

Am meisten profitiert haben davon die Skiresorts im Südosten des Landes in den Regionen Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes und Alpes-Maritimes, die alle kräftige Schneefälle zu verzeichnen hatten. 50 cm Neuschnee waren es im Skigebiet Isola 2000. Selbst auf dem Flughafen von Marseille – ganz nah am Mittelmeer – fielen noch 20 cm Schnee.

Sonnige und schneereiche Pisten in Österreich und der Schweiz
Kalt war es auch in Österreich und der Schweiz, wenngleich bei begrenzten Mengen an Neuschnee. Sonnige Tage erlebten dennoch viele Skipisten, von denen einige durch die niedrigen Temperaturen zuvor eine Eisschicht bekommen hatten.

Über 90% der zahlreichen österreichischen Skilifte sind im Moment geöffnet. Der wenige Neuschnee blieb in Österreich zwar im einstelligen Zentimeterbereich (fünf cm etwa auf dem Kitzsteinhorner Gletscher). Einige bedeutende Skigebiete verfügen aber über Schneehöhen von teilweise zwei Metern und mehr (Nassfeld 260 cm, Sölden 201 cm). Auf dem Mölltaler Gletscher liegt dabei mit 330 cm immer noch die dickste Schneeschicht.

In der Schweiz, wo gegenwärtig die Snowboardfahrer bei den Burton European Open in Laax unterwegs sind, fiel etwas mehr Schnee. In Saas Fee waren es etwa 15 cm in der letzten Woche, aber auch in Laax kamen einige Zentimeter hinzu, so dass das Skiresort seinen Besuchern momentan nicht nur mit dem Snowboardevent viel zu bieten hat. (400 Snowboarder werden in Laax noch bis zum 17. Januar um ein Preisgeld von 125.000 Dollar wetteifern, abends stehen große Veranstaltungen wie ein Konzert von The Streets an.)

In Zermatt bleibt die Schneesituation spektakulär. Mit sechseinhalb Metern im oberen Pistengebiet (ab 3883 Metern über dem Meeresspiegel) steht das Ressort an der einsamen Spitze in puncto Schneehöhe. Immer noch 237 cm Schnee liegen auf den unteren Pisten (ab 2750 m Höhe).

Deutschland war bei großer Kälte in den letzten sieben Tagen nur von mäßigen Schneefällen gesegnet: Acht Zentimeter auf der Bleaml Alm am Ochsenkopf, fünf in Oberaudorf-Hocheck. Auf dem Zugspitzplatt liegen jedoch mittlerweile 190 cm Schnee, bis zu 120 cm sind es im Allgäu (Grasgehren).

Italienische Schulen schließen wegen Schneefalls
Italien hat in Westeuropa in der vergangenen Woche mit am meisten Neuschnee bekommen – bis zu einen Meter. „In Piemont haben die Behörden die Schulen geschlossen, nachdem es am siebten und achten Januar 48 Stunden am Stück geschneit hatte und die kalten Temperaturen zu gefährlichen Fahrbedingungen geführt hatten“, berichtet Skiinfos italienisches Büro.

Arabba in den Dolomiten meldet weiterhin den meisten Schnee im Land (480 cm), aber Alagna holt auf: Dort sind es mittlerweile 440 cm.

Spaniens und Andorras Skigebiete erleben weiterhin den besten Winter seit vielen Jahren. In der Sierra Nevada im Süden liegen inzwischen dreieinhalb Meter Schnee und auch viele Ressorts in den Pyrenäen verzeichnen mehr als zwei Meter. Im dortigen Skigebiet La Molina treten zurzeit mehr als 100 Athleten aus über 15 Ländern bei den Wettkämpfen des Paralympischen Alpinen Weltcups 2009 an. Spitzenreiter bei den Schneehöhen bleibt Baqueira Beret mit 225 cm auf den höher gelegenen Hängen. Dort schneit es immer noch.

Geringe Preise in Osteuropa - aber nicht überall viel Schnee
In Osteuropa bleibt das Bild durchwachsen, obwohl die Schneebedingungen sich seit Weihnachten deutlich verbessert haben. In der vergangenen Woche waren in der Slowakei 100 Skigebiete geöffnet, 70 in Tschechien, bei bis zu 120 cm Schnee auf den höher gelegenen Pisten. In den niedrigeren Lagen sahen sich die Skiressorts allerdings noch zur Herstellung von Kunstschnee gezwungen. In Bulgarien, Rumänien und Slowenien ist die Situation ähnlich.

Nach der Einführung des Euro in der Slowakei zu Neujahr sind die Preise dort aufgrund des Endes der Urlaubszeit gesunken. 80 cm Schnee liegen in Vrátna und in Martinské Hole ist ein neuer Sessellift für sechs Personen nun in Betrieb gegangen.

Viele slowakische Ressorts hatten letztes Jahr einen Umsatzanstieg zu verzeichnen. Der Manager des Skizentrums Kubínka Hoľa sagte: “Wir sind das einzige Skiressort in der Slowakei, das seine Preise gesenkt hat und darum konnten wir unsere Besucherzahlen steigern.“

Hohe Lawinengefahr bei Off-Piste-Fahrten in Norwegen
In Norwegen und Schweden endete eine Kälteperiode mit Temperaturen von weniger als minus zehn Grad. Zu Anfang der Woche war es dort wieder wärmer, jedoch dürften die Temperaturen in den nächsten Tagen bereits wieder sinken – viele Skiressorts erwarten Neuschnee, besonders im Westen des Landes. Am meisten Schnee fiel in der vergangenen Woche im Gletscherressort von Stryn : um die 70 cm. „In vielen norwegischen Skigebieten besteht momentan ein hohes Lawinenrisiko. Off Piste-Skifahren ist daher momentan nicht zu empfehlen“, sagte Jens-Andreas Løland von Skiinfo Norwegen in Oslo.

In Nordamerika haben sich die starken Schneefälle an der Westküste abgeschwächt. Stattdessen profitierte in der letzten Woche die Ostküste von Schneefällen, mit bis zu 30 cm Neuschnee in Neuengland.

Aktuelle Schneeberichte von Skiinfo
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Aktuelle Vorhersagen zum Schneefall macht Skiinfos Snowfinder: Snowfinder