Allein in Deutschland gibt es rund 10 Millionen Skifahrer und Snowboarder, ein Wintersporturlaub ist erwiesenermaßen (Austria Moderate Altitude Study) gesünder für den Organismus als die Sommerbadeferien. Schade nur, wenn das Vergnügen ein jähes Ende im Akia und im Krankenhaus findet, weil so ein Pistenrowdy mal eben aus einer Skipiste einen Formel-Eins-Kurs macht und Mitskiläufer rücksichtslos über den Haufen fährt. Im DOLOMITI Superskiverbund hat man reagiert und seit letztem Winter regiert die Devise: Skifahren, aber sicher!

Vorbeugungsmaßnahmen
Die Dolomiten sind grundsätzlich nur sehr gering lawinengefährdet. Die 1.200 Kilometer Pisten werden jede Nacht von 300 Pistenraupen mit größter Sorgfalt und großem Aufwand präpariert. Die Aufstiegsanlagen gehören zu den Sichersten weltweit. Vor allem hängt die Sicherheit auf den Pisten vom Verhalten der Skifahrer selbst ab. Leichtsinn und zu hohe Geschwindigkeit, bzw. die eigene Selbstüberschätzung, sind die häufigsten Unfallursachen. Als wichtige Vorbeugungsmaßnahme startete Dolomiti Superski schon im Winter 2007/2008 eine breite Kampagne für mehr Sicherheit auf der Piste und für verantwortungsvolles Fahren gegenüber den anderen Skifahrern und Snowboardern. Alle Gäste erhalten beim Kauf eines Skipasses eine Broschüre mit Tipps und Anleitungen, wie man bestmöglich den Skitag plant, wie man die Ausrüstung richtig auswählt, dazu Infos zur gesunden Ernährung und natürlich enthält die Broschüre auch die 12 FIS-Verhaltensregeln. Und weil es eben immer noch Unbelehrbare gibt, sind da gute Geister auf den Pisten unterwegs, in Italien sind das ganz unterschiedliche Gruppierungen

Truppe Alpine
Die "Truppe Alpine" (Alpini) gehört zum Militär, es handelt sich um Gebirgsjäger, die vor allem eines gut können müssen: Skifahren. Zudem haben sie eine Spezialsanitätsausbildung und kennen sich in rechtlichen Belangen aus. Gerade bei Kollisionen ist es nämlich sehr wichtig, dass in der allgemeinen Aufregung jemand ein Protokoll aufsetzt, das später im Falle von Schadensersatzansprüchen Gültigkeit hat. Carabinieri sind eine Heereseinheit, die Polizia und Finanzpolizei sind Einheiten des Innenministeriums, alle drei haben auf der Piste die Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen. Diese exzellenten Skifahrer dürfen Strafzettel verteilen, 30 Euro fürs Vorfahrt nehmen, bis zu 92 Euro bei grobem Unfug. "Die Zahl der Unfälle steigt bei gutem Wetter, bei schlechtem Wetter fahren die Leute vorsichtiger", erklärt Fabio, am Kronplatz stationiert. Hauptursache: zu hohe Geschwindigkeit, Alkohol ist weniger das Problem. "Wenn einer nur etwas lustig ist, machen wir nichts. Aber einen Sturzbetrunkenen ziehen wir aus dem Verkehr. Das haben wir aber am Kronplatz so gut wie nie." Gar nicht lustig findet Fabio auch jene Kandidaten, die in gesperrtes Terrain einfahren. "Wenn die eine Lawine auslösen, gefährden sie ihr Leben, das ihrer Mitfahrer und das der Retter." Vor allem Familien mit Kindern sind von der Präsenz der Ordnungshüter sehr angetan, die Ertappten eher weniger, gar mancher will flüchten. Fabio grinst: "Wir sind schneller". Beschimpfungen nimmt er stoisch. "Die schimpfen, wir bleiben ruhig. Das passt schon, alles Charakterfrage." Und dann ist ihm noch wichtig zu sagen: "Wir wollen vor allem informieren, nicht strafen."

Facts
Ausbildungszentren für Pistenhüter
Polizei: Moena
Finanzwache: Predazzo
Carabinieri: Wolkenstein
Alpini: Corvara
Zahl
180 Ordungskräfte im gesamten Dolomiti Gebiet
wichtig!
Kinder unter 14 Jahren müssen einen Helm tragen!
Tourengehen auf Pisten ist nicht erlaubt!


Testimonials
Die prominenten Testimonials der Initiative sind die beiden Geschwister und erfolgreichen Ski-Weltcup-Rennläufer Manuela und Manfred Mölgg und die stammen vom Kronplatz, aus St. Vigil in Enneberg. Manfred Mölgg, 25, über die "Mission Skifahren":

Frage
Skifahren ist, so sagen Sie selbst, Ihre Mission. Was wollen Sie mit Ihrem Sport vermitteln?

Manfred Mölgg
Ich denke, jeder Mensch hat eine Mission im Leben. Meine und die von meiner Schwester Manuela, die im Weltcup ja auch ganz vorne mitfährt, ist schon von Kindesbeinen an das Skifahren. Es geht uns aber um mehr, als nur Erfolge einzufahren. Wir möchten ein Vorbild sein, ein Ansporn für Jugendliche, sich einzusetzen, dass sie lernen, für ihre Ziele zu kämpfen.

Frage
Ein großes Anliegen ist Ihnen auch die Sicherheit, die Fairness und der Respekt auf den Skipisten.

Manfred Mölgg
Es geht um ein verantwortungsvolles Fahren den anderen Skifahrern und Snowboardern gegenüber. Skifahren macht Spaß und das ist auch gut so, aber es soll ja allen Spaß machen. Und das geht nur, wenn man nicht nur auf sich selbst schaut, sein eigenes Können nicht überschätzt, sondern sich fragt: Was kann ich, was kann ich nicht. Was mir auch ganz wichtig ist: dass Kinder und Erwachsene Skihelme tragen. Es kann einfach viel passieren auf der Piste und mit einem Helm reduziert man das Verletzungsrisiko enorm.

Frage
Sie ermutigen auch zu mehr Augenmerk auf das ganze Drumherum?

Manfred Mölgg
Ja, es ist einfach so, dass Skifahren oder Snowboarden mehr Spaß macht, wenn man z. B. darauf achtet, dass die Skischuhe nicht zu groß oder zu klein sind, dass man warm genug gekleidet ist, das Essen und Trinken nicht vergisst, die Sonnencreme stets griffbereit hat. Teilweise sind es Kleinigkeiten und wenn die passen, dann macht Skifahren noch mehr Freude.

Frage
Sie haben dieses Jahr gezeigt, was in Ihnen steckt, sind die ganze Saison über ausgezeichnet konstant vorne mitgefahren – aber das Kribbeln im Bauch beim Start bleibt?

Manfred Mölgg
Mental hab ich viel dazugelernt und das ist im Skisport ausschlaggebend. Aber gekribbelt hat es beim Skiclub-Rennen mit 13, 14 Jahren und kribbeln tut es natürlich auch bei einem Weltcup-Rennen. Ich muss zwar viel trainieren, aber die Freude ist immer dabei, auch bei den Rennen. Ich weiß, dass das mein Weg ist, das gehört alles zusammen. Und wenn ich mal nicht mehr aktiv Rennen fahre, habe ich mit meinem Hausberg, dem Kronplatz, das perfekte Gebiet!

Lebenslauf Manfred Mölgg
Geboren am 03.06.1982 in St. Vigil in Enneberg Erfolge:
1997 Sprung in den Südtiroler Landeskader Seit 2000 in der italienischen Ski-Nationalmannschaft: zunächst im C-Kader, ab 2002 im B-Kader und schließlich ab 2003 im A-Kader.
2003 Italienmeister im Slalom
2005 Italienmeister im Riesenslalom
2004 2. Platz beim Slalom von Schladming, hinter dem Österreicher Benjamin Raich
2005 13. Platz im Riesenslalom bei der Skiweltmeisterschaft in Bormio
2007 Silbermedaille im Slalom bei der Skiweltmeisterschaft in Åre,
2008 erster Sieg bei einem Weltcuprennen im slowenischen Kranjska Gora
März 2008 Kristallkugel im Slalom beim Slalom Weltcup in Bormio


Die 12 FIS-Verhaltensregeln
1. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

3. Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er die vor ihm fahrenden Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

4.
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt. Zusatz Italien: bei Kreuzungen hat der von rechts kommende Skifahrer/Snowboarder Vorfahrt.

5. Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

7.
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen. Zusätzlich in Italien: Aufsteigen auf der Piste ist - außer im Notfall - immer verboten.

8.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Hinweisschilder beachten.

9.
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10.
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien abgeben.

11.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss einen Sicherheitsabstand zum Pistenrand und zu den anderen halten.

12.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss Rücksicht auf die benötigte Fahrbahn anderer nehmen. Zusätzlich in Italien: Helmpflicht für Kinder bis 14 Jahre.

Weitere Informationen
Tourismusverband Ferienregion Kronplatz
Südtirol Dolomiten Italia
I-39031 Bruneck
Michael-Pacher-Str. 11/A


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