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Aksel Lund Svindal hat die Weltcup-Wertung im Super-G 2012 gewonnen. Auf einer rapide abbauenden Piste hatte der Norweger zwar mit dem Tagessieg nichts zu tun, da die Mitbewerber um den Titel Didier Cuche und Beat Feuz nicht auftrumpfen konnte, reichte der 16. Platz zum Gesamtsieg. Tagesschnellster war der amtierende Weltmeister Christof Innerhofer aus Italien, der Alexis Pinturault um zwei und Marcel Hirscher um sechs Hundertstel auf die Plätze zwei und drei verwies.

Matchball umgedreht

Vor dem Rennen war die Rede vom Matchball für Beat Feuz. Im kampf um die große Kugel hätte ein Podiumsplatz für Feuz im Duell mit Hirscher wohl die große Kugel bedeutet. Es sollte aber anders kommen: Hirscher trat an, wurde von der niedrigen Startnummer zwei begünstigt und nutzte den kurvigen Super-G Kurs auf der Planai, um seine Stärken auszuspielen. Der dritte Platz Hirschers reduziert dessen Rückstand auf Feuz auf 75 Zähler - in seinem Spezialdisziplinen Riesenslalom und Slalom sollte er das aufholen können. "Für mich ist das eine Riesengenugtuung", verrit Hirscher. "Viele Kritiker werden sich Gedanken machen müssen über ihre klugen Aussagen. Es spielt immer ein bisschen Glück eine Rolle - mit Nummer zwei hab' ich sicher einen Vorteil gehabt. Die große Kugel war für mich schon ein bisschen auf die Seite gerückt. So werde ich auch dei letzten Rennen angehen."

(W)Innerhofer mit Bestzeit

Im Kampf um den Gesamtweltcup wollte Marcel Hirscher keine Chance auslassen. Als zweiter Starter fand er eine gute Piste vor und ließ den vor ihm angetretenen Georg Streitberger alt aussehen. Als auch Romed Baumann und Peter Fill nicht an ihm vorbeikamen war klar, dass der Österreicher keine schlechte Vorgabe hingelegt hatte. Alexis Pinturault konnte als Erster die Zeit von Hirscher unterbieten. Wenig später packte Weltmeister Innerhofer noch zwei Hundertstel drauf. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings nicht klar, dass niemand mehr an die Zeiten der besten vier herankommen würde.

Kaum Konkurrenz aus Österreich

Vor heimischer Kulisse zeigte sich die Österreicher wenig bissig, vielleicht wollten Franz, Puchner oder Mayer auch ihren Landsmann etwas unterstützen. Allerdings zeigten sich auch andere Landsleute etwas müde - auch der Kanadier Erik Guay kam nicht an Hirscher vorbei. Und mit steigender Startnummer litt die Piste spürbar - und messbar: Auch ein Hannes Reichelt, der keinesfalls zurückzog, verlor oben eine halbe Sekunde und konnte das trotz hohen Engagements nicht mehr aufholen.



Svindal patzt - und muss hoffen

Vortagessieger Aksel Lund Svindal bekam die schwache Piste auch zu spüren. Oben bereits klar zurück kam er heute nie in das Skigefühl, dass ihn am tag zuvor noch ausgezeichnet hatte. Im Ziel musste er bangen, aus den Top 15 und damit aus den Punkten verdrängt zu werden - so kam es schließlich auch. Dennoch sollte es am Ende reichen: Svindal beendete diese Disziplin mit 413 Punkten und damit 13 Punkte vor Cuche.

Der Abschied eines Großen

Eben jener Didier Cuche durfte nach Svindal sein letztes Weltcup-Rennen bestreiten - und wie am Vortag kam der Schweizer wieder nicht gut zurecht. Zu verhalten, um den nötigen vierten Platz zu erreichen nutzte er die Vorlage des Norwegers nicht und verabschiedete sich danach herzlich von seinem Publikum. "Das sind gemischte Gefühle, es ist ein bisschen Wehmut dabei", gab der Schweizer im Ziel zu. "Aber es ist auch ein großer Druck von mir abgefallen. Bei der Abfahrt gestern war ich einfach enttäuscht - nicht wegen dem Ergebnis, sondern weil es nicht ein Rennen war, wie es mich früher ausgemacht hat."

Tragischer Ausfall von Feuz

Die dickste Überraschung kam durch dem Gesamtweltcup-Leader: Beat Feuz verlor oben deutlich weniger als Svindal und Cuche zuvor und war demnach auf einem guten Weg - dann rutschte er über den Innenski auf dem weichen Untergrund weg und schied als Erster aus. Statt der Vorentscheidung zu seinen Gunsten verlor er nicht nur die kleine Kristallkugel im Super-G, sondern auch fast alle Chancen auf den Gesamtweltcup - und das in wenigen Sekunden.

Keppler nicht vorne dabei

Als drittletzter Starter fand Stephan Keppler als einziger deutscher Teilnehmer mit die schlechtesten Pistenverhältnisse vor und hatte demnach kaum eine Chance, in die Top 15 Ränge vorzufahren. Platz 23 stand für ihn im letzten Rennen der Saison zu Buche.