© Stanko GRUDEN/AGENCE ZOOM
Zugegeben, darauf haben wir lange warten müssen: auf so ein richtig durcheinander gewürfeltes Ergebnis bei einem Damen-Slalom. In Ofterschwang war es so, als müsste gar nicht immer Marlies Schild gewinnen (fast hätte sie es ja doch noch getan) - und das tut dem Sport gut. Hätte Lena Dürr sich noch zum Duo Mielzynski/Schleper aufs Podium gesellt, wäre das Wunder perfekt gewesen. Aber auch so sind wir dankbar für ein spannendes und unerwartetes Ende, dass dem Sport neues Leben einhaucht. Die Schlagzeilen am Ofterschwanger Horn bestimmte vorab vor allem Vicky Rebensburg mit ihrem Doppelsieg. Wir haben die Highlights und Lowlights für euch zusammengefasst.

Top in Ofterschwang:

1. Viktoria Rebensburg: Die Deutsche nutzte ihre Chance beim Heimrennen so konsequent wie möglich: Zwei Heimsiege bescheren ihr eine komfortable Führung im Riesenslalom-Weltcup, bereits am 10. März könnte sie in Are ihre Kugel verteidigen. Für die Fans war es zudem ein Fest - super, Vicky!
2. Tina Maze: Derzeit in bärenstarker Verfassung, daran ändert auch der verpatzte finale Slalom-Durchgang nichts. Hat sich in der Gesamtwertung von Maria Höfl-Riesch abgesetzt.
3. Erin Mielzynski: Moment - Erin wer? Doch, Erin Mielzynski, die zuvor schon mal 13. in einem Weltcup-Slalom war und bereits Nor-Am-Rennen gewonnen hat. Die Kanadierin schaffte also das, was bislang nur Michi Kirchgasser gelang: Marlies Schild einen Slalom-Sieg wegnehmen. Die Freude im Ziel war rührend - solche Momente braucht es im Skisport.
4. Resi Stiegler: Zu der oben erwähnten rührenden Freudenszene im Ziel passte es, dass nicht nur ein kanadisches Talent jubelte, sondern auch US-Routinier und Paradiesvogel Resi Stiegler.
5. Irene Curtoni: Tolles Wochenende für die Italienerin mit den Plätzen drei und sechs, Glückwunsch!
6. Marlies Schild: man muss schon recht gut sein, wenn ein dritter Platz schon eine kleine Niederlage ist, dennoch hat Marlies Schild natürlich vorzeitig den Slalom-Weltcup erneut gewonnen - Respekt!

Flop in Ofterschwang:

1. Maria Höfl-Riesch: Leider zählte Maria Höfl-Riesch zu den Verliererinnen des Wochenendes. Zwei Ausfälle im 'Riesen' und nur Rang neun im Slalom haben sie vermutlich um Platz zwei in der Weltcup-Gesamtwertung gebracht.
2. Tessa Worley: Ein Ausfall und dazu Platz sieben während Konkurrentin Rebensburg beide Rennen gewann: Keine Frage, im Riesenslalom-Weltcup ist eine Vorentscheidung gegen die Französin gefallen. Worley fiel im Ranking sogar hinter Lindsey Vonn zurück und hat die sehr starke Tina Maze auch noch im Nacken.
3. Kathrin Zettel: Sie hat hier schon gewonnen, doch 2012 lief nichts zusammen bei Kathrin Zettel in Ofterschwang. Im Slalom kam noch der finale Ausfall.
4. Federica Brignone: Als Mitfavoritin auf den Riesenslalom-Weltcup ist Brignone in die Saison gestartet, zeigte aber in Ofterschwang nicht ihre ganze Klasse - es fehlt ihr noch an Konstanz.

Und sonst?

Zwei Siege bei drei Heimrennen - schlecht fällt die DSV-Bilanz dank Rebensburg schon einmal nicht aus. Veronique Hronek war nach den Ausfällen von Maria Höfl-Riesch mit den Plätzen 17 und 26 im Riesenslalom die einzige, die ihr Soll erfüllte. Lena Dürr kam erst im Slalom in Lauf eins grandios auf und hätte mit etwas Glück auf dem Podest stehen können -Platz sechs ist dennoch ein Erfolg. Sie steht im Slalom-Weltcup nun auf Rang elf - gerade einmal 15 Punkte hinter Maria Höfl-Riesch. Christina Geiger war als 16 gut, aber nicht top. Fanny Chmelar wird es trotz Rang 23 schwer haben, sich noch für das Saisonfinale zu qualifizieren. Dennoch: Der DSV hatte mal wieder sechs Mädels in einem Slalom-Finale, das gab es so schon länger nicht mehr. Es war nciht unbedingt das Wochenende der Österreicherinnen, wenn es in diesem starken Team auch immer Ausreißer nach oben gab. Stark hingegen: Schwedinnen und Nordamerikanerinnen.