Der Norweger Kjetil Jansrud hat mit einer überragenden Fahrt beim Super-G in Kvitfjell seinen ersten Weltcup-Sieg eingefahren. Dank einer fehlerfreien Vorstellung siegte der 26-Jährige vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal (+0,21 Sek.) und dem Schweizer Beat Feuz (+0,26 Sek.). Der Kampf um die kleine Kristallkugel bleibt offen.

Keppler im Glück: Weltcup-Finale erreicht

Leichter Schneefall, keine optimalen Sichtverhältnisse: Die Bedingungen beim vorletzten Super-G der Saison waren für die schnellsten Skifahrer der Welt keineswegs einfach. Auf der abwechslungsreichen, zweieinhalb Kilometer langen „Olympiabakken“-Strecke wurde den Fahrern nichts geschenkt - viele Wellen, stark drehende Abschnitte, langgezogene und eisige Kurven und kleinere Gleitstücke warteten auf die Weltcup-Athleten. Die erste schnelle Fahrt brachte der Olympia-Vierte von 2010 Werner Heel zustande: Der Italiener, der eine enttäuschende Saison hinter sich hat, brauchte 1:35,89 Minuten und sah im Ziel endlich mal wieder die Nr. 1 vor seinem Namen stehen. Dieses Glück hatte Stephan Keppler zwar nicht, freuen konnte sich der Deutsche nach dem Rennen trotzdem: Mit einer mäßigen Fahrt erreichte der 29-Jährige vom WSV Ebingen nur Rang 33 - doch es reichte für ihn, um Platz 25 in der Super-G-Wertung zu verteidigen. Als letzter Fahrer qualifizierte sich Keppler, der aufgrund seiner Knieprobleme schon seit Wochen nicht mehr trainieren kann, damit für das Weltcup-Finale vom 14.-18.3. in Schladming.


Jansrud hämmert Bestzeit in den Schnee

Mit Startnummer 9 setzte sich im Anschluss an Keppler der junge Österreicher Matthias Mayer knapp vor Werner Heel und übernahm mit neun Hundertstel Vorsprung die Führung. Wie es richtig schnell geht, zeigten dann aber die beiden Fahrer danach: Joachim Puchner (ITA), in dieser Saison schon Sechster und zwei Mal Siebter im Super-G, fuhr zunächst eine deutliche Bestzeit. Direkt danach aber raste der „gelbe Blitz“ aus Norwegen mit einer nahezu perfekten Fahrt zur Führung: Kjetil Jansrud (26), bei den Rennen am Freitag und Samstag auf seiner Heimstrecke bereits Dritter und Zweiter, leistete sich nicht den Hauch eines Fehlers, fand die beste Linie und setzte sich mit einem Vorsprung von fast 1,5 Sekunden in Front. Im Ziel war auch Jansrud klar: Das war eine fantastische Fahrt! Konnte man hier überhaupt noch schneller fahren?

Svindal und Kröll schnell, Schweizer hinten dran

Die Antwort mussten die Top-Favoriten um Svindal, Cuche, Kröll und Feuz geben, denn die Fahrer vor der Gruppe der Besten kamen nicht im Ansatz an Jansrud heran. Weder Janka (SUI) und Innerhofer (ITA) noch Erik Guay (CAN) gefährdeten den Norweger, wobei Abfahrtsspezialist Guay noch der Schnellste war und sich mit 1,37 Sekunden Rückstand auf den Zwischenrang zwei schob. Es folgten die Schnellsten in der bisherigen Saison: Aksel Lund Svindal zeigte wie Jansrud eine hervorragende Fahrt und lag am Ende nur knappe zwei Zehntel hinter seinen Landsmann. Klaus Kröll, der Dominator des Wochenendes als geteilter Sieger am Freitag und alleiniger Sieger am Samstag, kam an die starken Skandinavier nicht heran und setzte sich auf Rang drei. Den behielt Kröll allerdings nicht: Der Schweizer Beat Feuz fuhr mit einer schnellen Fahrt vor allem im unteren Abschnitt auf Rang drei und blieb dort bis zum Ende des Rennens. Altmeister Didier Cuche wahrte sich mit einer kämpferischen, aber keineswegs perfekten Vorstellung und Rang sechs die Chancen auf die kleine Kristallkugel im Super-G. Hier baute aber Aksel Lund Svindal seine Führung aus und liegt mit nun 401 Punkten aussichtsreich vor Didier Cuche (371 Punkte) und Beat Feuz (368 Punkte). Er kann mit einem Sieg oder einem zweiten Rang in Schladming in zwei Wochen seine Saison aus eigener Kraft krönen.

Franz und Romar fahren vorne hinein

Mit hohen Startnummern schafften zum Ende des Rennens ein Finne und ein Österreicher bemerkenswerte Platzierungen: Andreas Romar (FIN) fuhr mit der Nummer 25 auf Rang sieben. Noch besser machte es der Österreicher Max Franz, der es mit Nummer 28 auf Rang fünf schaffte. Andreas Sander (GER) wurde 31 und verpasste die Weltcup-Punkte.

Gesamweltcup bleibt spannend

Für Beat Feuz bleibt nach Rang drei sogar noch die Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup. Hier liegt der Schweizer nun 115 Punkte vor Marcel Hirscher, der am kommenden Wochenende bei zwei technischen Rennen (Slalom und Riesenslalom) in Kranjska Gora allerdings die Chance hat, wieder am Schweizer vorbeizuziehen.