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Massimiliano 'Max' Blardone hat den drittletzten Riesenslalom der Saison in Crans Montana für sich entschieden. Der Italiener besiegte Top-Favorit Marcel Hirscher in 2:33,77 Minuten knapp, der Österreicher konnte mit der knappen Niederlage aber gut leben, denn er baute seinen Vorsprung in Gesamt- und Riesenslalom-Weltcup klar aus. Dritter wurde Hannes Reichelt. Fritz Dopfer verbesserte sich im Finale noch auf Platz acht.

Ligety kann nicht mithalten

Vor dem Start galt Ted Ligety als größter Konkurrent Hirschers auf den Tagessieg - doch der Amerikaner kam mit dem Hang und den weichen Bedingungen nicht zurecht und liegt nach seinem neunten Rang nun 132 Punkte hinter dem Österreicher. In der Gesamtwertung baute Hirscher seinen Vorsprung auf den verletzt fehlenden Ivica Kostelic auf 92 Zähler aus - Kostelic will am 10. März in Kranjska Gora wieder in den Weltcup-Betrieb einsteigen.

Hirscher und Blardone dominieren ersten Lauf

Den ersten Lauf auf der Piste Nationale hatten Marcel Hirscher und Max Blardone dominiert. Hirscher fand dazu mit Startnummer eins beste Verhältnisse vor und carvte zur Bestzeit, Blardone ging als Vierter ins Rennen und verlor nur zwei Hundertstel auf den Österreicher. Nur Aksel Lund Svindal (+0,57 s) und Cyprien Richard (+0,94 s) konnten den Rückstand noch unter einer Sekunde halten.

Dopfer und Luitz qualifiziert, Neureuther nicht

In Folge ließ der von zwei Super-G stark beanspruchte Kurs nach, nur im ersten Drittel waren noch gute Zeiten möglich. Die weiteren Fahrer, darunter auch die Deutschen Fritz Dopfer (13., + 1,67 s), Stefan Luitz (28., + 2,81) und Felix Neureuther (32., +3,13 s), sammelten mehr und mehr Rückstand an. Der Partenkirchner durfte erst als 40. - direkt nach dem zuletzt im Europacup sehr erfolgreichen Luitz - antreten und verpasste die Qualifikation für das Finale knapp. Luitz hingegen schaffte den Cut.

Luitz: Patzer kurz vor Schluss, Dopfer kommt durch

Stefan Luitz startete als Dritter ins Finale, baute schnell seinen Vorsprung aus- doch kurz vor Schluss verriss es ihm den Ski, er musste ein Tor aufsteigen und hoffen, für das Rennen trotz großen Zeitrückstandes von 6,66 Sekunden noch zwei Punkte zu erhalten. Pech für den Deutschen, denn mit seiner Zeit war enorm viel möglich. Wie viel, zeigte Jean-Baptiste Grange, der sich mit Laufbestzeit von Platz 21 auf Position vier verbessern konnte, auch weil der Hang wiederum schnell nachließ. Auch Fritz Dopfer schlug dessen Vorgabe nicht - als Achter war er mit gutem Lauf aber bester Deutscher und machte auch fünf Positionen gut, ohne an seine Saison-Bestleistungen anknüpfen zu können. Erst Hannes Reichelt brachte als Elfter des ersten Durchgangs genug Vorsprung mit, um Grange an der Spitze abzulösen. Für ihn sollte es damit zum Podium reichen.



Der doppelte Pinturault - Abschied für Cuche

Was wäre für Alexis Pinturault drin gewesen? In Lauf eins blieb ein Stock mit Handschuh am Start stecken, dennoch wurde er Neunter. Im Finale war er nach zwei Toren wegen eines Innenskifehlers fast ausgeschieden und fiel somit noch klar zurück. Sein Platz elf spiegelt das Leistungsvermögen des Franzosen nicht wider. Nach Pinturault durfte Dider Cuche an die Reihe. Sportlich war sein Lauf (Platz 15) kaum erwähnenswert, gefeiert wurde der Routinier dennoch - es war sein letztes Rennen vor heimischem Publikum.

Ligety enttäuscht

Das der nicht perfekte Lauf im ersten Durchgang kein Zufall war, bestätigte Ted Ligety im Finale: Der Weltmeister fand nicht den richtigen Rhythmus und hatte nicht den von ihm bekannten Zug zwischen den Toren. Er fiel sogar hinter Fritz Dopfer zurück, eine Verteidigung seines Titels im Riesenslalom-Weltcup wird immer unwahrscheinlicher. Aber auch andere Topfahrer hatten Probleme mit Kurs und Bedingungen: Raich fiel klar zurück, Simoncelli warf eine Bodenwelle drei Tore vor Schluss aus der Bahn, auch Cyprien Richard warf eine mögliche Bestzeit kurz vor Schluss weg.

Svindal stürzt, Blardone kämpft

Noch schlimmer kam es für Aksel Lund Svindal: Der Norweger wurde nach wenigen Toren ausgehoben und krachte auf Steiß und Kopf - ein schmerzhafter Sturz. Er konnte allerdings bald aufstehen und aus eigener Kraft ins Ziel fahren. Von der Verzögerung ließ sich Max Blardone nicht irritieren - er fuhr voll auf Angriff und brachte eine gute Zeit ins Ziel. Vor Freude kletterte der Italiener auf die Barrieren und ließ sich von den Fans feiern.

Hirscher schafft es nicht

Nach der Jubelorgie musste Blardone aber nach oben schauen: Marcel Hirscher fuhr keineswegs vorsichtig, fiel aber schnell hinter den Führenden zurück und musste sich im Ziel (+0,16 s) mit Platz zwei begnügen. Das Ergebnis sollte ihm dennoch Grund zur Freude sein - Hirscher hat sehr gute Karten im Riesenslalom- und im Gesamtweltcup. Vor dem Finale in Schladming stehen für die Herren zunächst Speedrennen in Kvitfjell, dann technische Wettbewerbe in Kranjska Gora an.