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Im Dreikampf um den Super-G Weltcup hat Lindsey Vonn einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht. Vonn nahm mit ihrem Sieg im vorletzten Rennen der Saison in dieser Disziplin ihren direkten Konkurrentinnen Anna Fenninger und Julia Mancuso Punkte ab und baute ihren Vorsprung deutlich aus. Beim Finale in Schladming reicht Vonn ein 15. Platz, um die Kugel erneut zu gewinnen. 1:15,66 benötigte Vonn für den Kurs und hatte damit im Herzschlagfinale ganz knapp die Nase vorn. Unnachahmlich fuhr die Amerikanerin die Schlusspassage und sicherte sich so den Sieg.

Höfl-Riesch und Hronek in Top 15

Für die beiden deutschen Starterinnen gab es gute Ergebnisse, Maria Höfl-Riesch wurde Sechste, verlor dabei auch auch zehn Punkte im Kampf um Platz zwei der Gesamtwertung auf die Slowenin Tina Maze. Veronique Hronek sicherte sich als 15. wichtige Weltcuppunkte und qualifizierte sich so für das Weltcup-Finale.

Schwierige Piste in Bansko

Kein Wind, gute Sicht und Temperaturen um den Nullpunkt - am Tag nach der Abfahrts-Absage herrschten im bulgarischen Bansko fast perfekte Bedingungen für ein Skirennen. Die Damen hatten damit doch noch Gelegenheit, sich auf dem eher rund gesteckten Super-G auf der nach Marc Girardelli benannten Weltcup-Piste zu messen. Die abfallenden, steilen und eisigen Kurven führten zwangsläufig zu vielen Fehlern. Daniela Merighetti schaffte es als erste, fast komplett auf Zug zu bleiben und übernahm zunächst sehr deutlich die Spitzenposition. Veronique Hronek schlug sich als fünfte Starterin gut - und war mit 1,45 Sekunden Rückstand zunächst sogar Zweite. Platz 15 stand am Ende für die Deutsche zu Buche.

Weirather stark, Fischbacher stürzt

Die erste Messlatte für Merighettis Bestzeit war die formstarke Liechtensteinerin Tina Weirather, die ebenfalls sehr aggressiv auf den Skiern stand und alle Wackler wegdrücken konnte. Der Lohn: eine neue Bestzeit, 0,02 Sekunden voraus. Danach ein kurzer Schock: Andrea Fischbacher mit gewohnt tiefer Innenlage stürzte nach Boot-out und blieb im Fangzaun hängen, ohne sich jedoch offensichtlich zu verletzen.



Vonn, Mancuso und Fenninger nicht fehlerfrei

Im Dreikampf um die Super-G Gesamtwertung legte Julia Mancuso vor. Das US-Girl musste aber einige Schwünge anrutschen und konnte die Bestzeit nicht gefährden, sie wurde Achte. Vonn gelangen die engsten Schwünge in den ersten Toren, doch dann überdrehte sie und lag bereits sechs Zehntel hinten. Doch Vonn warf sich nach vorne, fand sofort in die Spur zurück und holte unten alles wieder auf. Trotz knapper Bestzeit: Eine fehlerfreie Fahrt war es nicht. Diese Vorlage konnte Anna Fenninger dennoch nicht nutzen - zu wenig Aggressivität im Lauf kostete sie einige Zehntel und damit als Zehnte auch viele Plätze und Punkte.

Entscheidung in Bansko

Doch noch standen Top-Favoritinnen am Start, das extrem enge Ergebnis und der Fehler der Führenden hielten die Spannung hoch. Lizz Görgl musste etwas warten, dann verschlug es ihr schnell den Ski - bereits zur ersten Zwischenzeit war sie geschlagen. Maria Höfl-Riesch fand gut in den Lauf, lag zur zweiten Zwischenzeit in Führung - doch in den letzten Toren verlor auch sie sechs Zehntel auf Vonn - Platz sechs. Etwas besser gelang der Schlussabschnitt Tina Maze, die sich noch vor Höfl-Riesch platzierte, aber auch nicht mehr aufs Podium vorstieß. Auch Lara Gut, die Letzte der Top-Gruppe, hatte zur zweiten Zwischenzeit leichten Vorsprung auf Vonn, kam aber erst knapp hinter Höfl-Riesch in die Wertung.

Nur rechnerische Chancen für Fenninger

Anna Fenninger bleibt vor dem letzten Lauf die letzte Herausforderin für Vonn im Kampf um die kleine Kristallkugel. Ihre Chancen sind jedoch rein rechnerischer Natur: Fenninger müsste in Schladming gewinnen, Vonn ohne Punkte bleiben, also nicht besser als Platz 16 abschneiden. Vorher reisen die Damen aber noch zu technischen Rennen nach Ofterschwang.