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Tolle Show, schnelle Entscheidungen - und das vor dem Ambiente der Lichter des nächtlichen Moskau: Der City-Event in der russischen Metropole war eine schöne Werbung für den Skisport, bei der es fast egal war, dass die Sieger am Ende Julia Mancuso und Alexis Pinturault hießen. Auch zwei DSV-Stars schlugen sich sehr gut.

Gute Show am Roten Platz

Was in München am Neujahrstag ausfallen musste, das konnte in Moskau am 21. Februar stattfinden: Der City Event, ein Parallelslalom der weltbesten Skifahrer. Das Format erwies sich wie bei der Weltcup-Premiere in München 2011 als extrem spannender und kurzweiliger Event, bei dem früh die ganz große Brisanz für den Gesamtweltcup der Herren erlosch. Damit war der Wettbewerb sportlich wenig relevant, die Athleten kämpfen aber natürlich dennoch um die Tagessieg. Den sicherten sich Alexis Pinturault in einem engen Finale gegen Felix Neureuther und die glänzend aufgelegte Julia Mancuso gegen Michaela Kirchgasser. Maria Höfl-Riesch verlor das Kleine Finale knapp gegen Lindsey Vonn, bei den Herren sicherte sich Andre Myhrer den dritten Platz gegen Romed Baumann.

Einige Stars fehlen in Moskau

Die Abwesenheit des zuvor im Gesamtweltcup-Führenden Ivica Kostelic bot in Moskau eine große Chance für dessen Verfolger Marcel Hirscher und Beat Feuz. Mit einer Finalteilnahme hätte beide viele Punkte im Kampf um die große Kugel gesammelt. Beide nutzten das nicht und schieden im Viertelfinale aus. Zuvor hatten viele Stars, vor allem Speedfahrer wie Didier Cuche, Klaus Kröll oder Bode Miller auf ihre Startoption verzichtet - und damit dem zuvor 27. des Gesamtweltcups Felix Neureuther überhaupt erst den Weg zum zweiten Platz ermöglicht.

Neureuther und Pinturault im Finale

Baumann gegen Pinturault und Myhrer gegen Neureuther - so hießen die Paarungen in den Semifinals der Herren. Neureuther hatte dabei Glück: Nach seinem Katapultstart wackelte der Deutsche im ersten Lauf - doch der Schwede rutschte weg und gewährte Neureuther damit 0,5 Sekunden Vorsprung. Das andere Duell entschied sich erst im zweiten Lauf: Da hatte Pinturault die Nase um zwei Zehntelsekunden vorn. Neureuther ließ seinerseits nicht mehr anbrennen und sicherte sich ebenfalls das Final-Ticket.

Pinturault knapp vor Neureuther, Myhrer wird Dritter

Romed Baumann und Andre Myhrer duellierten sich im Kleinen Finale der Herren. Slalom-Experte Myhrer sicherte sich zunächst einen kleinen Vorsprung und im zweiten Lauf dann einen ungefährdeten Sieg. Im Kampf um den Tagessieg hatte Neureuther die Nase dank besseren Starts zunächst leicht vorne - 0,06 Sekunden Rückstand ließen Pinturault aber alle Möglichkeiten im zweiten Heat. Und die sollte er nutzen: Im zweiten Lauf kam der Franzose auch gut aus der Box und lag schlussendlich 0,17 Sekunden vor dem Deutschen.



Damen: Höfl-Riesch im Halbfinale

Bei den Damen hatte sich Viktoria Rebensburg früh gegen Kathrin Zettel aus Österreich verabschieden müssen. Maria Höfl-Riesch musste sich bei Markenkollege Ted Ligety Ski leihen - ihre eigenen waren nicht rechtzeitig in Moskau gelandet. Dennoch kam sie gleich eine Runde weiter. Auch im Viertelfinale reichte es denkbar knapp gegen Marlies Schild, somit traf sie im Halbfinale auf Michaela Kirchgasser. Im anderen Semifinale sollte Lindsey Vonn gegen Julia Mancuso im direkten US-Duell antreten.

Damen-Halbfinale: Mancuso schlägt Vonn

Im ersten Heat des Halbfinals hatten Höfl-Riesch und Mancuso die Nase vorn - Lindsey Vonn handelte sich durch einen Torfehler eine halbe Strafsekunde ein, während Michi Kirchgasser nur eine Zehntelsekunde auf ihre deutsche Kontrahentin verlor. Und das konnte die Österreicherin aufholen: Um drei Hundertstel verpasste die Partenkirchnerin das Finale und traf auf Vonn, die auch den zweiten Lauf gegen 'Jules' verlor.

Mancuso gewinnt, Vonn Dritte

Im kleinen Finale hieß es also Vonn gegen Höfl-Riesch. Im ersten Heat sicherte sich die Deutsche einen Vorteil: Drei Zehntel nahm sie der Freundin ab. Das reichte aber nicht, denn im letzten Lauf drehte Vonn noch einmal auf und war am Ende acht Hundertstel vorn. Extrem angriffslustig präsentierte sich Julia Mancuso: Explosiv im Start und schnell zwischen den Toren ließ sie Kirchgasser erst keine Chance (+ 0,37 s). Im zweiten Lauf ein ähnliches Bild: Mancuso dominierte auch hier nach Belieben und fuhr den Weltcupsieg ein.

Die Damen reisen nun weiter nach Bansko in Bulgarien, wo zwei Speedrennen anstehen, die Herren werden vom 24. bis 26. Februar in Crans Montana (SUI) zwei Super-G und einen Riesenslalom fahren.