Helmkameras sind auf Europas Skipisten derzeit der absolute Renner. Jeder möchte seine Schwünge festhalten, die Skifahrer und Boarder wünschen sich eine leichte, einfach bedienbare und sichere Möglichkeit, ihre Erlebnisse im Schnee festzuhalten. Standard-Camcorder machen dabei keine gute Figur: Sie müssen oft mühsam aus dem Rucksack geholt werden und dann wieder gut eingepackt werden, damit sie bei einem Sturz nicht zu schaden kommen. Deshalb haben sich Helmkameras, die man einfach am Skihelm befestigt und sich nicht weiter um sie kümmern muss, weit verbreitet. Doch jetzt gibt es bereits eine neue Art des Filmens, die die Szene erreicht: Eine Mini-Kamera, die in eine Skibrille integriert ist! Liquid Image stellt solche Brillen her - wir haben uns die Full-HD-Version der Summit Series im Praxistest in Mayrhofen einmal genauer angeschaut.

Daten und Fakten zur Brille


Bildsensor: 1/3,2" 5.0 Mega Pixel CMOS Sensor • 12.0 MP interpoliert • Bildauflösung: 4000 x 3000 • Videoauflösung: 1280 x 720,1920 x 1080 • HD 720p • HD 1080p • 60 fps@720p , 30fps@HD 1080p • Interner Speicher: 32 MB • Unterstütze Speichermedien: Micro SD / SDHC bis 32 GB • Mikrofon für Tonaufnahme • Dateiformate: JPEG, Video H.264 • Anschlüsse: USB 2.0 • Gewicht: 240 Gramm • Abmaße: 215 mm x 115 mm x 95 mm • Akkus • USB Kabel • Action Cam • UVP 399,95 €

Das sagt die Skiinfo.de-Redaktion


Nachdem wir zuletzt schon Helmkameras wie die GoPro HD Hero oder Modelle von Somikon ausprobieren durfte, waren wir gespannt darauf, die Summit Series HD von Liquid Image auszuprobieren. Aber eines ist klar: Bei einer Schneebrille mit Kamera kommt es nicht nur auf Bild, Ton und Bedienung an, sondern natürlich in erster Linie auch auf die Schneebrille selbst. Kann sich eine solche Brille also auch mit "normalen" Skibrillen, wie wir sie in diesem Winter auch schon getestet haben, messen?

Schon nach dem Auspacken mussten wir das erste Mal stutzen: Um die Kamera in der Brille einsatzfähig zu machen, muss man Akku und die Mini-SD-Speicherkarte einlegen. Dazu hat die Brille an den Seiten zwei Öffnungen, die mit Klappen verschlossen sind. Karte einlegen, kein Problem! Aber wie bekommt man nur das Akkufach auf? Erst das ausgiebige Studium der Bedienungsanleitung brachte uns auf den richtigen Weg - hier ein Bild, wie es funktioniert.



Sind Akku und Karte eingesetzt, kann man loslegen mit Skifahren, Snowboarden oder anderen Schneesportarten. Die Schneebrille selbst ist relativ groß und tief - für Menschen mit kleinen Gesichtern oder sehr kleinen Nasen könnte das ein Grund sein, die Brille nicht zu kaufen. Denn die Liquid Image Summit HD wiegt 277 Gramm und damit ungefähr doppelt soviel wie die üblichen Schneebrillen, drückt daher auch von oben auf die Nase und kann sogar bei manchen Trägern zu Atemproblemen bei Atmung durch die Nase führen. Das ist natürlich nicht optimal, gilt aber auch nur für die oben angesprochene Gruppe.

Insgesamt bewerteten unsere Tester die Trageeigenschaften der Brille (ohne Kamera) aber als gut: Dicker Schaumstoff liegt auf dem Gesicht auf, Belüftungslöcher am oberen und unteren Rand sowie an der Seite sorgen dafür, dass die Brille nicht beschlägt, das Sichtverhalten ist durch zwei auswechselbare Scheiben variierbar, die Kontrastdarstellung ist ansprechend. Die praktische Seite der doch großen Brille: Das Gesicht wird gut gegen Kälte und Wind geschützt. Gut fanden die Tester auch das Gummiband, welches innen mit Silikonstreifen versehen ist und somit am Helm nicht verrutscht - insbesondere bei dem recht hohen Gewicht der Brille sind diese auch notwendig. Die Liquid Image Summit Series HD kann also kann mit „normalen“ Skibrillen mithalten, ist keineswegs unangenehm zu tragen. Einziges Manko: Der Scheibenwechsel ist sehr fummelig und ohne Kraftanstrengung kaum zu bewältigen - da wäre ein anderes System mit Sicherheit zielführender und komfortabler.

Nach einigen Fahrten ohne zu Filmen, ging es für uns an den Praxistest der Kamera. Auf einer langen Gondelfahrt machten wir sie mit Hilfe der Bedienungsanleitung startklar: Mit lediglich zwei Knöpfen auf der Vorderseite der Brille, die mit etwas Übung auch mit dicken Handschuhen und während die Brille auf der Nase sitzt zu bedienen sind, kann man Datum und Uhrzeit sowie den Aufnahmemodus wählen. Hier muss man sich entscheiden: Man kann mit geringerer Auflösung (1280x720px; 60 Bilder/sec, extremer Weitwinkel, gut für Zeitlupenaufnahmen) oder bestmöglicher Full-HD-Auflösung (1980x1080px, 30 Bilder/sec, normaler Weitwinkel) filmen oder sich für ein Einzelfoto (4000x3000px) oder Reihenfoto (alle 2 Sek. ein Bild, 4000x3000px) entscheiden. Eine kleine Anzeige (1x1cm), an der man seine Einstellung überprüfen kann, befindet sich innerhalb der Brille zwischen der Augenbrauen.

Die Bild- und Tonqualität konnte uns auf (fast) ganzer Linie überzeugen: Es ist erstaunlich, welche Leistungen kleinste Linsen heute bereits zeigen und wie gut die Bildqualität bereits ist. Wir haben ein paar Ausschnitte in diesem Video zusammengefasst:



Leider ist das Wetter bei unseren Testfahrten fast durchgehend bedeckt gewesen - optimale Lichtverhältnisse waren es definitiv nicht für die Liquid Image Summit HD. Positiv überrascht waren wir dennoch, auch vom Ton: Durch eine sinnvolle Platzierung der Mikros vermeidet die Cam weitestgehend laute Fahrtwindgeräusche. Leider hört man zwar die Stimme der Brillenträgers sehr gut (optimal für kommentierte Fahrten bzw. Kamerafahrten mit Erklärungen), steht ein Gesprächspartner aber mehr als zwei Meter entfernt, sind seine Worte kaum mehr zu verstehen - die Reichweite des Mikros ist doch stark begrenzt. Den Vergleich mit führenden Helmkameras braucht die Brille allerdings keineswegs zu scheuen, hier liegt sie nach unserer Meinung sogar vor den allseits beliebten GoPro Cams.

Die aufgenommmenen Videos (Format: .mov) können per mitgeliefertem Kabel, mit dem man auch den Akku auflädt, oder mit dem SD-Adapter direkt von der Karte ausgelesen werden. Der Akku hält im Normalfall für etwa 1,5 Aufnahmestunden - für einen normalen Skitag ausreichend. In die Liquid Image Summit HD kann man Mini-SD Karten bis zu 32 GB einlegen, was bei voller Auflösung für etwa fünf Stunden Filmmaterial reicht. Wir haben die Kamerabrille fünf Tage lang bei zum Teil sehr nassen und feuchten Bedingungen getestet und hatte keine Probleme mit der Funktionalität.

Fazit: Mit 399 Euro ist die Summit HD Series Kamerabrille natürlich kein Schnäppchen - dennoch lohnt sich die Anschaffung für Filmfreaks. Qualität der Kamera, Tragekomfort und Sicht haben uns voll überzeugt - auf Dauer vermissten etwas die variable Einsatzmöglichkeit und verschiedene Blickwinkel. Für schöne Urlaubsclips der Lieblingspisten oder spannende Offpiste-Abenteuer ist dieses Produkt aber absolut empfehlenswert.

Ihr wollt euch die Liquid Image Summit Series HD zulegen?
Hier kommt ihr zum Angebot.