Auf der Tiroler Seite des großen Arlberg Skigebiets befinden sich die beiden mondänen Skiorte St. Christoph und St. Anton am Arlberg. Dort wo einst der Skisport vor 100 Jahren seinen Ursprung genommen hat, treffen sich heute Ski-und Snowboardexperten, die auf den anspruchsvollen Pisten ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Dazu kommt der besondere internationale Flair - nicht selten ist Englisch zu hören und der Begriff „Stäntn“ (engl. für: St. Anton) gehört nicht mehr nur zum Fachjargon.

St. Anton am Arlberg - mit dem Zug auf die Piste

Für unsere Erkundungsreise durch das Skigebiet von St. Anton reisen wir gemütlich mit dem Zug an. Für die Ski-WM 2001 wurde der Bahnhof verkehrsgünstig nur wenige Meter von den Seilbahnen entfernt umgebaut und ist somit die bessere Alternative zum Privat-PKW. Nach kurzem Fußmarsch erreichen wir die Galzigbahn. Das futuristische Talstationsgebäude inklusive Riesenrad prägt seit einigen Jahren unzählige Urlaubsbilder. Mit ihr schweben wir in wenigen Minuten hoch auf den Galzig und haben nun die erste Traumpiste vor uns.

Schindlerkar Spitze - es geht hoch hinaus!

Von der Bergstation der Galzigbahn eröffnet sich uns ein toller Ausblick auf St. Anton und das Stanzertal, welcher uns auf der ersten Abfahrt auf der tollen Carvingpiste am Osthang stets begleitet. Schnell geht es mit der 4er Sesselbahn wieder nach oben und wir machen uns auf Richtung Schindlerkar. Schon vom Lift aus konnten wir die spektakuläre Trasse der Sesselbahn direkt auf die Spitze des 2.660m hohen Schindlerkars erkennen. Die Bergfahrt durch die steilen Felswände wird zum Abenteuer - kurz vor Bergstation eröffnet sich schließlich das atemberaubende Panorama Richtung Vorarlberg und wir nehmen uns anschließend ein paar Minuten um einige Landschaftsbilder zu machen.

Valfergehrtal und der Abstecher nach Stuben

Nach dem Abenteuer Schindlerkar liegt eine sehr lange Abfahrt durch das Valfergehrtal vor uns. In voller Länge geht die Piste über 1.200 Höhenmeter bis nach Stuben. Der beschauliche und oft tief verschneite Ort am Fuße des Arlbergs ist mit seiner Ruhe das komplette Gegenstück zu St. Anton am Arlberg. Gemütlich geht es mit den beiden Doppelsesselbahnen auf die Albona - wer leere Pisten mit bester Schneequalität sucht, ist hier am besten aufgehoben!



Hoch auf die Valluga - 2.811m

Gegen die Mittagszeit rum möchten wir schließlich auf den höchsten Punkt im Arlberg Skigebiet - die 2.811m hohe Vallugaspitze. Für diesen Ausflug sollte man generell eineinhalb Stunden einplanen - die Vallugabahn vom Galzig aus hat eine begrenzte Kapazität und an Schönwettertagen wartet man nicht selten um die 30 Minuten für die Bergfahrt. Skifahrerisch gesehen ist der Ausflug nicht wirklich lohnend, das Panorama vom tief verschneiten Berggipfel, der mit einer kleinen 8-Mann Gondel erschlossen ist, zieht aber wohl jeden in seinen Bann. Von hier oben hat man einen 360 Grad Ausblick über das komplette Arlberg Gebiet und kann in der Ferne auch Großvenediger und das Montafon erkennen. Ski dürfen nur in Begleitung mit einem Bergführer mitgeführt werden, für alle ohne startet die Abfahrt von der Bergstation der Valluga Bahn 1 über das hochalpine Kar zum kurzen Valluga-Schlepplift, über den man wieder Richtung Schindlerkar und Hauptabfahrt ins Steißbachtal gelangt.

Gampen und Kapall - Kandahar Abfahrt

Für den Nachmittag haben wir uns noch den Gampen und Kapall aufgehoben. Die Hänge direkt unter der Weißschrofenspitze liegen den ganzen Tag in der Sonne und so kommen Sonnenanbeter voll auf ihre Kosten. Hier befindet sich auch der Start der Kandahar Weltcup Abfahrt, die 2001 auch gleichzeitig die Abfahrt für die Alpinen Skiweltmeisterschaften war. Wer sie ohne Anhalten vom Kapall aus bis nach St. Anton meistert, kann stolz von sich behaupten, eine gute Kondition zu haben.

Mooserwirt, Krazy Kanguruh, Picadilly - Après Ski vom Feinsten

St. Anton wäre nicht St. Anton, gäbe es dort nicht einige sehr bekannte Après Ski Bars. Platzhirsch Nr. 1 ist wohl der sagenumwobene Mooserwirt, direkt an der Talabfahrt 1. An ihm führt fast kein Weg vorbei, zu viele Menschen versammeln sich dort täglich am Nachmittag um einen genialen Skitag zu feiern. Aber auch beim Krazy Känguruh oder beim Taps etwas oberhalb vom Mooserwirt ist gute Stimmung garantiert. Wer es lieber sicherer hat und die restliche Talabfahrt zunächst hinter sich bringen möchte, der findet im Piccadilly direkt in der Fußgängerzone von St. Anton Live-Musik vom Feinsten!

Geheimtipp Rendl

Wir möchten euch noch kurz einen Geheimtipp in St. Anton am Arlberg verraten: Das Skigebiet Rendl liegt auf der anderen Talseite vom Hauptskigebiet und wird von den meisten Gästen links liegen gelassen. Seitdem die neue Rendlbahn fast direkt neben der Galzigbahn liegt, muss das aber nicht so sein. Hier befinden sich nicht nur fast menschenleere Sonnenhänge, sondern auch ein toller Funpark, in dem die Freeskier ihre Sprünge trainieren. Wer also neben all dem Trubel etwas Ruhe genießen möchte, dem empfehlen wir einen Abstecher zum Rendl!

5 Tipps für deinen genialen Skitag in St. Anton am Arlberg

1. Starte früh in deinen Skitag - das Skigebiet von St. Anton am Arlberg ist groß - du brauchst genügend Zeit um alles zu erkunden!
2. Sei einer der ersten am Osthang - die Carvingpiste ist besonders am Morgen frischpräpariert ein Traum!
3. Sei auch einer der ersten am Schindlerkar - die Piste nach Stuben ist bei perfekten Pistenbedingungen ein Traum!
4. Wenn du nur einen Tag zur Verfügung hast, verzichte lieber auf die zeitintensive Fahrt auf die Valluga und schau dir lieber Stuben an - hier gibt es meistens die besten Schneebedingungen!
5. Vergesse nicht das Rendl-Skigebiet - hier bist du oft ungestört auf der Piste!

Viele Bilder zum Skigebiet gibt es in unserer Bildergalerie

Autor: Markus Hahn