Klaus Kröll sorgte am Freitag im Hundertstel-Krimi für eine Erlösung in ganz Österreich, in dem er Bode Miller um 0,01 Sekunden schlug. Didier Cuche war dahinter auch nur 0,04 Sekunden langsamer. Jan Hudec dann ließ die Favoriten alt aussehen am Samstag, als er mit Startnummer 24 alle überraschte und die zweite Abfahrt gewann. Schließlich gewann Romed Baumann die Super-Kombination und Top-Favorit Ivica Kostelic ging leer aus. Wir blicken auf die drei Wettbewerbe zurück und zeigen euch die besten Bilder.

Top:

1. Klaus Kröll: Was für eine Erlösung! Kröll erlöste die Österreicher von der ‚Abfahrts-Qual‘ und gewann die erste Abfahrt in dieser Saison für den ÖSV. Bislang waren außer bei Miller immer nur Schweizer vorne gewesen und das nagte natürlich an den Österreichern. Schon deshalb ist Kröll einer der Gewinner des Wochenendes. Er rückte zudem Didier Cuche auf die Pelle im Abfahrtsweltcup und kann sogar noch die kleine Kristallkugel angreifen. Das wird spannend!
2. Romed Baumann: Und noch ein Österreicher hatte allen Grund zum Jubeln. Nach seinem ‚Fast-Sieg‘ am Samstag bei der zweiten Abfahrt, ließ sich Baumann seinen großen Vorsprung nach der Kombi-Abfahrt im Slalom nicht mehr nehmen und feierte seinen zweiten Weltcupsieg. Mit den Plätzen eins und zwei kann man durchaus zufrieden nach Hause fahren nach einem Wochenende. Baumann könnte in naher Zukunft auch ein Kandidat für den Gesamtweltcup sein, wenn er so konstant in mehreren Disziplinen weiterfährt.
3. Die Kanadier: Schon am letzten Wochenende in Garmisch-Partenkirchen machte Erik Guay mal wieder von sich reden und in Chamonix waren die Kanadier endgültig zurück im Rampenlicht. Guay und Hudec auf den Plätzen vier und sechs am Freitag und dann der Sieg von Hudec und der dritte Rang von Guay am Samstag machten ein tolles Wochenende für die Nordamerikaner perfekt.
4. Tobias Stechert: Nach seiner zweiwöchigen Pause kam der Deutsche stark zurück und war bei beiden Abfahrten bester DSV-Athlet. Zudem schaffte er als 18. noch sein bislang bestes Abfahrtsergebnis im Weltcup. Das gibt Hoffnung auf die Zukunft und vielleicht kann ja auch Andreas Sander bald mit konstanten Leistungen in den Top 20 glänzen.


Flop:

1. Ivica Kostelic: Das hätte sein Wochenende werden können, denn sein Hauptkonkurrent Marcel Hirscher nahm sich eine Auszeit und mit soliden Abfahrtsergebnissen und einem Sieg bei der Super-Kombination ware der Kroate der großen Kugel einen großen Schritt näher gekommen. So wurde daraus nichts und demenstprechend groß war der Frust im Kostelic-Lager. Auch die kleine Kugel in der Super-Kombination ist nicht mehr sicher, denn da führt Kostelic mit nur noch 16 Punkten Vorsprung auf Beat Feuz.
2. Benjamin Raich: Nach einem leichten Aufwärtstrend in den Januar-Wochen musste der Pitztaler in Chamonix einen Rückschlag hinnehmen. Platz 51 bei der ersten Abfahrt, ein Ausscheiden bei der zweiten Abfahrt und dann ein enttäuschender 22. Rang bei der Super-Kombination waren keine Glanzlichter. Raich muss wieder kleinere Brötchen backen und hoffen, im nächsten WM-Winter noch einmal angreifen zu können.
3. Aksel Lund Svindal: Auf den nächsten Winter hofft wohl auch jetzt schon Aksel Lund Svindal, der in dieser Saison einfach nicht mehr in Schwung kommt. Lediglich bei der Super-Kombination konnte man ein bisschen den ‚alten‘ Svindal sehen, der mit einem schönen Slalom fast noch auf das Podest kam als Vierter. Aber in der Abfahrt ist er zumindest in dieser Saison kein Faktor. So ist auch der Gesamtweltcup für den Norweger keine Option.

Formcheck Chamonix:

Die beiden Abfahrten brachten mehrere spannende Ergebnisse zu Tage. So kann man festhalten, dass Didier Cuche die kleine Kugel keineswegs schon in der Tasche hat. Er machte bei beiden Abfahrten kleinere Fehler und konnte kein Rennen gewinnen. Dennoch ist er immer noch in der Pole-Position im Abfahrtsweltcup. Ihm sitzt aber Klaus Kröll im Nacken, der immer besser in Form kommt und diesmal das bisschen Glück hatte zum Sieg. Dies hatte Bode Miller nicht, der knapp am Sieg vorbeifuhr, aber mit einer unglaublichen Linie oben glänzte am Freitag. Danach kam aber nicht mehr viel. Beat Feuz hat ein gutes Wochenende hinter sich und ist wieder sehr gut in Form, ebenso wie Erik Guay, der auf dem Podest war und natürlich auch Jan Hudec, der Sieger vom Samstag.

Nicht so gut zu Recht kamen in Chamonix überraschenderweise die Franzosen, die in den Abfahrten jeweils Rang neun als bestes Resultat hatten. Auch Stephan Keppler mochte die Strecke nicht so recht und war unzufrieden, ganz im Gegensatz zu Tobias Stechert, der gute Leistungen zeigte.

In der Super-Kombination haben wir mit Alexis Pinturault einen aufstrebenden Franzosen gesehen, der einen tollen Slalom erwischte. Ivica Kostelic wird sich bei der letzten anstehenden Super-Kombination steigern müssen, um die kleine Kugel zu gewinnen, denn Romed Baumann und auch Beat Feut sind auf Augenhöhe. Andreas Sander sorgte mit Platz 24 wieder für Kombi-Punkte für Deutschland und war froh. Dagegen war bei den Österreicherin hinter Baumann Tristesse angesagt in der Super-Kombination.

Alle Bilder aus Chamonix

Schaut euch die Bilder noch einmal an - hier ist unsere Bildergalerie zum Weltcup in Chamonix.