Den letzten Teil unseres Specials "Skitechnik - richtig Skifahren" bilden unsere Tipps zum Fahren auf Harsch- und Sulzschnee. Die Schwierigkeiten, sich hier fortzubewegen, kennt wahrscheinlich jeder Skifahrer zur Genüge.

Was ist Harsch und was ist Sulz?

Unter Harsch versteht der gemeine Schneeexperte alten Schnee, der durch Antauen und wieder Einfrieren sehr kompakt wird und teilweise an der Oberfläche Krusten bildet (Bruchharsch). Als Sulz bezeichnet man schweren und nassen Schnee, der stark zusammenklebt. Er kommt bei warmen Temperaturen über null Grad und erwartet den Skiurlauber meist in den Nachmittagsstunden.

Fahren auf Harsch

Im Grunde unterscheidet sich das Fahren auf Harsch-Schnee technisch nicht besonders von anderen Geländefahrten. Es gibt aber grundlegende Tipps und Tricks, die einem die Fortbewegung hier erleichtern: Neben dem richtigen Material (mehr hierzu könnt dem vorangegangenen Artikel über das Fahren im Tiefschnee entnehmen) ist vor allem die richtige Körperposition entscheidend. Harsch bedeutet, dass man auf einer harten, meist eisigen Oberfläche fährt, die normalerweise starkes Aufkanten und damit umfangreiche Kantbewegungen erfordern würde. Allerdings kommt es auch vor, dass die Oberfläche den Skifahrer nicht trägt und er die "Kruste" durchbricht - die Ski kommen in tiefen Schnee und werden stark abgebremst. Auf diese unvorhersehbaren Situationen muss man als Skifahrer möglichst gut vorbereitet sein. Wichtig ist, sehr aufmerksam zu sein und gefühlvoll zu fahren - und auf harten Oberfläche so gut es geht auf starkes Aufkanten oder heftige Hoch-Tief-Bewegungen zu verzichten.

Tiefer Schwerpunkt bringt Sicherheit

Die Position auf dem Ski gilt es so zu steuern, dass man bei einem plötzlichen Wechsel der Unterlage nicht zu Sturz kommt. Das erreicht man am besten, wenn man die Grundposition (schulterbreite, parallele Skiführung, beidbeinige Belastung, zentral über dem Ski, Arme in lockerer Vorhalte) ganz leicht nach hinten verschiebt, ohne dabei in die typische Rückenlage abzudriften. Zudem wichtig: Kompakt bleiben, möglichst einen tiefen Körperschwerpunkt erreichen und die Ski lieber enger zusammennehmen als weit auseinander zu haben. Eine Lockerheit in den Knie- und Fußgelenken bei gleichzeitiger, großer Körperspannung kann ebenso hilfreich sein.

Bruchharsch erfordert Einsatz

Im Bruchharsch (nur leicht angefrorene Schneeoberfläche, die den Skifahrer nicht trägt), muss der Skifahrer die sogenannte Blockbildung noch weiter verstärken und durch starke Hoch- und Tiefbewegungen dafür sorgen, dass die Oberfläche durchbrochen wird. Man versucht, durch impulsives Hochgehen die Ski zu entlasten und so gut es geht in die neue Richtung zu drehen. Es folgt die aktive Belastung der Ski, damit man die Bruchharschdecke durchbrechen kann. Mit einem aktiven Stockeinsatz kann hier nicht nur der Rhythmus, sondern auch die Entlastung unterstützt werden.

Fahren im Sulz oder Nassschnee

Sulz oder Nassschnee ist vor allem eines: kräfteraubend! Der Schnee ist feucht und schwer, bei jedem Schwung muss man mit seinen Skiern viel Gewicht bewegen und zur Seite schieben. Daher: Fahrt lieber langgezogene Schwünge und verzichtet auf zu viele kurze Turns - eure Oberschenkel werden es euch danken. Da der Schnee ohnehin stark bremst, können richtig gute Skifahrer dank perfekter Position und wippenden Knien viele Pisten fast ohne Schwünge in der Schussfahrt herunterfahren. Dafür verlegen sie meist das Gewicht etwas auf die Ferse, um mit den Ski nicht vorne in einem Nassschneehügel hängen zu bleiben. Der "normale" Skifahrer wird auf ein paar Schwünge nicht verzichten können - hier empfiehlt sich, vor dem ersten Richtungswechsel eine hohe Geschwindigkeit aufzubauen. So fällt es leichter, die notwendige Kraft auf die Ski zu übertragen, um den schweren Schnee verdrängen zu können. In den Kurven solltet ihr versuchen, zu Beginn den Ski durch leichtes Hochgehen zu entlasten und das Gewicht etwas auf die Ferse zu verlagern. Nachdem ihr die Falllinie überfahren habt, schiebt ihr das Gewicht wieder auf die Zehen.

Hier erfahrt ihr mehr zur Skitechnik:

Carving

Fahren im Tiefschnee

Fahren in der Buckelpiste (mit Tipps von Expertin Tatjana Mittermayer)