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Julia Mancuso hat den Super-G der Damen in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Sie meisterte die WM-Strecke von 2011 in 1:20,50 Minuten und war damit 13 Hundertstel schneller als Anna Fenninger aus Österreich - Tina Weirather wurde Dritte, Maria Höfl-Riesch Vierte. Top-Star Lindsey Vonn schied aus.

Mancuso vor Fenninger

Mit extremem Skigefühl hat sich Julia Mancuso aus den USA den Sieg beim Super-G auf der Kandahar gesichert - dicht gefolgt von der Österreicherin Anna Fenninger. Fenninger profitierte zudem von einem Torfehler der Favoritin Lindsey Vonn. Der 'Nuller' für den US-Star macht den Super-G Weltcup wieder spannend, denn Anna Fenninger rückte mit Platz zwei bis auf 20 Zähler an Vonn heran. Mancuso ist dort nun Dritte. Tina Weirather unterstrich ihre sehr gute Form mit einem erneuten Podiumsergebnis, während Maria Höfl-Riesch wie bei der Abfahrt am Tag zuvor der undankbare vierte Platz blieb.

Weirather zunächst vorn, Ausfallserie zu Rennbeginn

Die Zeitenjagd zwischen Himmel und Hölle hatte es beim Super-G in sich: Auf dem eisigen Untergrund sorgten die zum Teil eng gesteckten Tore für einen selektiven Verlauf: Die Startnummern zwei bis vier kamen mit zuviel Speed in den abfallenden Hang, die Fahrerinnen fuhren auch in Folge häufig an den kommenden Toren vorbei. Auch Viktoria Rebensburg, die als Fünfte ins Rennen ging, hatte zu kämpfen und musste eine Vollbremsung hinlegen, blieb aber immerhin im Kurs. "Es schon ein großer Fehler, der mir da unterlaufen ist. Ich war etwas zu früh, es hat mich extrem hinten reingedrückt. Ich war froh, dass ich weiterfahren konnte, nachdem ich zuletzt drei Ausfälle hatte", so Rebensburg, die immerhin noch einige Punkte mitnahm. Der Kursfunk lief danach heiß, um die noch oben stehenden Starterinnen zu warnen - um so höher war die erste Bestzeit von Tina Weirather einzuordnen, die das Rennen eröffnet hatte und ohne Probleme die Schlüsselstellen meisterte. Vorne einreihen konnte sich mit einer starken Fahrt auch Elena Curtoni aus Italien, die abschließend Platz fünf feierte.



Traumlauf von Mancuso

Ab Startnummer acht hatten sich die Pistenbedingungen herumgesprochen - mit dem Ergebnis, dass die folgenden Fahrerinnen doch am Höllentor merklich zurückzogen und damit die Zeit Weirathers zunächst nicht gefährden konnten. Als auch Weltmeisterin Lizz Görgl als erste der Favoritinnen im Steilstück vier Zehntel verlor und diese unten nicht mehr aufholen konnte, wuchs der Wert ihrer Zeit weiter an. Doch Julia Mancuso bewies im Anschluss ihr extremes Skigefühl und unterbot die bisherige Bestmarke um 45 Hundertstel. Es sollte zu ihrem sechsten Weltcup-Sieg reichen, dem zweiten im Super-G. "Es war schwer hier, aber ich liebe schwere Strecken. Du musst hier 100 Prozent geben und ohne taktisches Konzept fahren", freute sich Mancuso.

Höfl-Riesch nicht auf dem Podest

Für Maria Höfl-Riesch sollte es auch im Super-G zu einem guten, aber nicht perfekten Lauf reichen - damit verfehlte sie erneut das Podium knapp. Im Ziel leuchtet noch die '3' auf, nachdem die Deutsche im Steilstück sechs Zehntel auf Mancuso verloren hatte und im Flachstück nur noch wenig Boden gutmachen konnte. Die Podiumshoffnungen der Lokalmatadorin zerstoben aber bereits mit der nächsten Fahrerin: Anna Fenninger meisterte die Steilkurven exzellent und reihte sich ganz knapp hinter Mancuso an. "Es war ähnlich wie in der Abfahrt, in der Hölle hab ich zuviel Zeit verloren, weil ich nicht sauber auf dem Ski gestanden bin. Die Julia hat heute ihre Klasse unter Beweis gestellt und daher den Sieg verdient", analysierte die Partenkirchnerin.

Vonn und Maze scheiden aus

Nach Weltcup-Sieg 50 am Vortag hatte Lindsey Vonn auch auf den 51. Triumph gehofft - doch im Super-G von Garmisch blieb ihr der Erfolg versagt. Mit Rückstand kam sie in die Schlüsselstelle und erwischte beim Schwungwechsel eine Welle, die sie aushob. Vonn fuhr am Tor vorbei - auch Tina Maze schied wenig später aus. "Platz zwei im Gesamtweltcup ist schon ein Ziel für mich. Die Lindsey ist außer Reichweite ...", stellte Maria Höfl-Riesch mit Bezug auf die beiden Top-Ausfälle fest. Sie holte auf die noch zweitplatzierte Maze insgesamt 50 Zähler auf - 72 Punkte liegt Maze nun noch vor ihr.

Hronek auch ausgeschieden

Für Veronique Hronek gab es beim Heimrennen kein Happy End, auch sie verpasste in der Schlüsselstelle ein Tor und schied aus. Neun der ersten 30 Starterinnen hatte dieses Schicksal getroffen, einen Sturz gab es auf der Kandahar aber nicht. Für die Damen geht es nach dem Speed-Wochenende in Deutschland nun technisch weiter: In Soldeu-Andorra stehen zwei Riesenslaloms und ein Slalom auf der Agenda.