Zwei Siege und damit 200 Punkte für Ivica Kostelic, 180 Zähler für Beat Feuz, der zudem die Schweizer Seele mit dem Abfahrtssieg in Wengen zufrieden stellte - nach dem Hirscher-Festival in Adelboden schlugen dessen Konkurrenten um den Gesamtweltcup knallhart zurück. Zudem gab es im Slalom aus deutscher Sicht ein historisches Resultat. Wir blicken auf die drei Wettbewerbe zurück und zeigen euch die besten Bilder.

Top in Wengen:

1. Ivica Kostelic: Es ist schwer, diesen Mann im Finale zu schlagen. Zweimal deklassierte der Kroate im Stangenwald den Rest der Welt. Rein vom Speed sind ihm hier wohl nur Hirscher (siehe: Flop) und Felix Neureuther ebenbürtig. Auf dem besten Weg, den Slalom-Weltcup zu gewinnen. Sehr gut im Rennen für die große Kugel.

2. Beat Feuz: "Beat, Beat", skandierten die Schweizer Fans, als Didier Cuche die Lauberhornabfahrt (als 15.) beendete. Beat Feuz, ehemaliger Kugelblitz, ist der Held der Stunde und nach dem Klassikersieg auch Downhill-Führender. Jetzt fehlt noch ein Streif-Sieg ... Wertvoller im Kampf um den Gesamtweltcup war aber wohl der zweite Kombi-Platz. Chapeau!

3. Christof Innerhofer: "Inner is back!", rief 'Inner' selbst, als er bei der Lauberhornabfahrt die Ziellinie überquerte. Ihm kommt entgegen, dass die Pisten wieder härter werden, zudem zeigt der Weltmeister einen klaren Formanstieg. Platz drei kann sich sehen lassen.

4. Fritz Dopfer: Unaufgeregt, präzise und akribisch hat Fritz Dopfer sich nun auch im Slalom in die Weltspitze vorgeschlichen. Felix Neureuther mag schneller fahren können, aber Dopfer brachte es in Wengen sicherer runter. In der Startliste ist er damit bereits 16. - noch so ein Coup in Kitzbühel, und er kann dort noch einen großen Schritt nach vorne machen.

5. Felix Neureuther: Fünfter in Wengen, Fünfter in der Startliste, Fünfter im Weltcup. Es ist noch nicht alles perfekt gewesen beim Partenkirchner. Aber die Art und Weise, wie er trotz riesiger Fehler im ersten Lauf nur sechs Zehntel verlor, beeindruckte. Er gehört zweifelsohne zu den drei Schnellsten im Feld und fährt die vielleicht stärkste Saison seiner Karriere. Wenn er es richtig zusammen bringt, sind Siege nur eine Frage der Zeit.

Flop in Wengen:

1. Aksel Lund Svindal: Platz zwölf und 19 für den 'Elch'. Klar - er war angeschlagen. Doch er hätte als Anwärter auf die große Kugel in Wengen mehr bringen müssen - oder für Kitzbühel fit werden. Geht da auch nichts, sind die Kugelträume ausgeträumt.

2. Didier Cuche: Nur Platz 15, momentan gelingt dem besten Speedfahrer der letzten Jahre nicht viel. Er zeigte dem Publikum zwar seinen Ski-Flip, aber wohl nur, damit es etwas von ihm zu sehen bekam. Gefeiert wurde Feuz - insgeheim vollzieht sich der Generationenwechsel von ganz allein. Kommt der Altstar in Kitzbühel nicht auf Touren, dann wird seine wohl letzte Saison kein großer Abschied werden.

3. Marcel Hirscher: Skifahren ist Kopfsache. Hirscher hatte in Wengen nur eine Chance - und wollte sie so sehr nutzen, dass er überdrehte. Trotz klarem Einfädler fuhr er weiter, wollte das Aus nicht wahrhaben - seine Mimik im Ziel sprach hingegen Bände. Das Gute: Schnell war er. Auf dem Ganslern kann er diese Scharte auswetzen - für den Slalom-Weltcup wird es aber schon eng.

4. Grange und Herbst: so schnell geht's im Slalom. Erinnert ihr euch noch an die Duelle der besten Slalomfahrer der Welt, Jean Baptiste Grange und Reinfried Herbst? Grange, ja - der war eigentlich vorne dabei, schied aber im Finale von Wengen mal wieder aus. Und wer ist dieser Herbst nochmal? Der ist - nach dem neuerlichen Nuller, 31. der Slalom-Startliste. Er fährt also aktuell auf dem Niveau von Naoki Yuasa aus Japan. Es kann also nur noch bergauf gehen ...

Formcheck in Wengen:

Fangen wir im Slalom an: Stefano Gross aus Italien imponiert, da geht noch mehr. Cristian Deville hatte wieder seine Nerven nicht im Griff und verpasste so ein besseres Ergebnis. Lars Elton Myhre aus Norwegen konnte, obwohl die Piste deutlich härter war als bei den letzten Slaloms, als einziger neben Dopfer im ersten Lauf vorne reinfahren. Andre Myhrer war souverän, Mario Matt fehlt noch das letzte bisschen Sicherheit. Zum DSV-Rekordergebnis: Zuletzt waren am 12.01.1990 in Schladming beim Sieg vom Armin Bittner und Platz fünf für Peter Roth zwei Deutsche im Slalom zusammen erfolgreicher.
Die erste Kombination war spannender als erwartet - weil Kostelic im Slalom überragend, aber im Speed schwach ist. Das konnten weder Feuz noch Miller zum Sieg nutzen. Bode Miller ist aber zu beachten, der wilde Hund aus den USA wird sicher in Kitzbühel eine Rolle spielen. In der Abfahrt gab's erneut einen Punktsieg für die Eidgenossen. Klaus Kröll ist immer vorn dabei, aber so richtig Spitze war er eben wieder nicht. Hannes Reichelt bleibt schnell und ist ein Hoffnungsträger für die Streif. Carlo Janka zeigte auf: Platz vier lässt hoffen, dass wir ihn bald wieder in alter Stärke erleben. Für die Franzosen Clarey und Theaux war das Lauberhorn eine Pleite. Stephan Keppler (17.) kam auf seiner Sturzstrecke von 2011 ordentlich durch - ohne zu glänzen. Tobias Stechert tat sich schwer.