Ivica Kostelic hat nach einer unglaublichen Aufholjagd die Super-Kombination in Wengen (SUI) gewonnen. Nach der Abfahrt lag der Kroate noch auf dem 23. Platz, schob sich dann aber nach einem tollen Slalom an allen Konkurrenten vorbei und gewann in 2:42,16 Minuten. Beat Feuz (SUI, +0,20) und Bode Miller (USA, + 0,45) belegten die Plätze zwei und drei.

Abfahrtsbestzeit durch Beat Feuz

Die verkürzte Kombi-Abfahrt in Wengen hatte es natürlich in sich - auch die Techniker mussten sich den Schlüsselstellen wie Kernen-S oder Hundsschopf stellen. Dabei handelten sich einige doch beträchtliche Rückstände ein - der Franzose Mermillod-Blondin etwa verlor knapp fünf Sekunden auf die Bestzeit. Die sicherte sich zur großen Freude der Zuschauer Beat Feuz. Er stach förmlich durch die steilen und abhängenden Kurven und war auch im Gleitstück schnell. Der Lohn: Fast acht Zehntel Vorsprung vor dem zweitplatzierten Bode Miller, der Dritte Adrien Theaux lag bereits 1,41 Sekunden zurück.

Favoriten Kostelic und Svindal abgeschlagen

Mitfavoriten nach dem ersten Lauf blieben Christof Innerhofer und Romed Baumann auf den Plätzen vier und fünf, Kjetil Jansrud blieb unter zwei Sekunden Rückstand und die guten Slalomfahrer Benjamin Raich und Silvan Zurbriggen hielten ihren Rückstand in Grenzen. Noch dahinten blieb in der Abfahrt Aksel Lund Svindal, der grippegeschwächt nicht vorne eingreifen konnte. Noch schlechter lief es für den Topfavoriten: Ivica Kostelic ließ gleich drei Sekunden liegen.

Ryan Semple stürzt - Sander 31.

Bitter verlief die Abfahrt für den Kanadier Ryan Semple. Nach dem Hundsschopf verschlug es ihm die Ski, er wurde förmlich ins nächste Steilstück katapultiert und stürzte auf seine Seite. Er konnte aber alleine aufstehen - eine gravierende Verletzung blieb aus. Der einzige DSV-Starter Andreas Sander verpasste als 31. einen guten Slalom-Startplatz. Nach einem durchwachsenen Slalom stand für den Deutschen der 36. Platz im Endklassement zu Buche.


Kostelic mit Traumlauf im Slalom

Im Finale setzte dann Philipp Schörghofer, 27. nach der Abfahrt, die erste Richtzeit und ging zunächst in Führung, doch nur wenig später war es Natko Zrncic-Zim, der mit einem fulminanten Lauf die Bestzeit deutlich unterbot und in Front ging. Doch nur ein Läufer später war auch diese Zeit schon wieder Makulatur, denn Ivica Kostelic zauberte einen großartigen Lauf in den Schnee, dessen Zeit keiner mehr auch nur annähernd erreichen konnte. Mit klarer Laufbestzeit sicherte sich der Kroate tatsächlich am Ende noch den Sieg.

Raich und Zurbriggen ohne Chance

Der Pitztaler Benjamin Raich war einer der Läufer, der die Zeit von Kostelic attackierte. Er ging als 14. nach der Abfahrt immerhin mit einem Vorsprung von sieben Zehntel auf Kostelic auf die Strecke und verteidigte seinen Vorsprung oben, doch im unteren Teil verlor der Österreicher durch einige kleine Fehler viel Zeit. Platz sieben am Ende. Auch Mitfavorit Silvan Zurbriggen hatte schon nach der ersten Zwischenzeit keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung. Und auch danach bissen sich die weiteren Fahrer an der Zeit des Kroaten Kostelic die Zähne aus.

Favoriten Innerhofer, Fill und Baumann patzen

Als Romed Baumann auf die Strecke ging, wurde um die Podestplätze gefahren. Der Österreicher hatte 1,28 Sekunden Vorsprung auf Kostelic nach der Abfahrt, die er aber größtenteils schon im oberen Teil verspielte. Nach einem großen Fehler im Mittelteil war die Zeit komplett weg. Peter Fill vor ihm fädelte früh ein und war draußen. Und auch Christof Innerhofer war nicht im Stande, einen guten Lauf herunter zu bringen und der Italiener fiel ebenfalls aus den Podestplätzen heraus.

Feuz und Miller auf dem Podest

Dass Kostelic auf das Podium kam, war vor den besten Abfahrern klar, doch wie würden sich Miller und Feuz schlagen? Bode Miller ging mit unglaublichen 2,18 Sekunden Vorsprung an den Start. Der US-Amerikaner fuhr wie immer spektakulär, er hielt die Führung bis zur letzten Zwischenzeit, dann jedoch schlichen sich ein paar Fehler ein und er wurde am Ende Dritter. Beat Feuz danach kämpfte um den Sieg und fuhr stark, doch auch er wurde als Zweiter knapp geschlagen. Dennoch ein großer Erfolg für den Schweizer.

Für die Herren geht der Weltcup in Wengen am Samstag mit dem Klassiker, der Lauberhornabfahrt, weiter.