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Auch das zweite Rennen in Bad Kleinkirchheim wartete mit einer Überraschung auf: Weltcup-Dominatorin Lindsey Vonn spielte beim Kampf um den Tagessieg keine Rolle, Fabienne Suter aus der Schweiz gewann das Rennen vor Tina Maze und Anna Fenninger. Viktoria Rebensburg war zwar schnell, aber ohne Fortune: Sie schied erneut aus. Veronique Hronek sprang dafür ein und sorgte als Sechste für eine positive Überraschung.

Suter vor Maze

Die Franz-Klammer Piste war kein gutes Pflaster für Topstar Lindsey Vonn. 1,53 Sekunden verlor die Dauersiegerin im Super-G auf die Schweizerin Fabienne Suter - das reichte nicht einmal für die Top Ten. Der 18. Platz war eine große Überraschung und ermöglichte einen spannenden und offenen Kampf um die Podiumsplätze. Dabei nutzte Tina Maze ihre gute Startnummer zu einem sehr guten Lauf, der mit Platz zwei belohnt wurde. Fabienne Suter machte es aber noch besser und sicherte sich in 1:09,55 Minuten den Sieg. Die Österreicherinnen kamen mit Anna Fenninger beim Heimspiel diesmal 'nur' auf denn dritten Rang. Aus deutscher Sicht überraschte Veronique Hronek das Feld mit ihrem Lauf auf den sechsten Platz.

Maze lange in Führung

Auch der Super-G in Bad Kleinkirchheim war ein selektiver Lauf, bei dem die Fahrerinnen mit vielen drehenden Kurven und den Geländeübergängen zu kämpfen hatten - und das bei zum Teil schwieriger Bodensicht. Im Startabschnitt schneite es zeitweise. Bei diesen Verhältnissen gelang Fränzi Aufdenblatten (Vierte) aus der Schweiz die erste Richtmarke auf der Franz-Klammer-Piste. Tina Maze fand dann im unteren Drittel die mit Abstand beste Linie und setzte sich vor der Top-Startgruppe an die Spitze des Feldes - die Slowenin kommt damit auch in den Speed-Disziplinen immer besser in Fahrt.

Vonn erneut geschlagen

Lindsey Vonn sollte die Riege der Favoritinnen mit Startnummer 16 anführen. Doch der leicht angeschlagene Top-Star patzte - es wirkte, als habe ihr die Piste etwas den Zahn gezogen. Ohne die letzte Sicherheit, die man bei der Amerikanerin kennt, mit verzögerten und leicht angerutschen Kurven verlor Vonn über eine Sekunde auf die führende Maze und schwang enttäuscht ab. Offenbar fehlte ihr nach einer Magen-Darm-Gippe die Kraft: "Gestern war ich überhaupt nicht dabei, heute auch nicht", sagte sie. "Ich hatte kein schlechtes Gefühl, aber keine Kraft, keine Power. Ich muss mich morgen wirklich gut erholen, damit es in Cortina wieder klappt."



Fenninger knapp an der Bestzeit vorbei

Im Zielraum wurde Tina Mazes Lächeln breiter und breiter. Als Linsey Vonn hinter ihr einfuhr, ballte sie die Faust. Auch Julia Mancuso blieb klar zurück. Anna Fenninger kam mit Bestzeit in den Zielhang, musste dort aber zu hart kanten und verlor die Chance auf den Tagessieg. Auch Lara Gut (Fünfte) ging es ähnlich - ihren knappen Vorsprung konnte sie nicht ins Ziel retten. Bad Kleinkirchheim hoffte erneut auf Vortagessiegerin Elisbeth Görgl - doch die Doppelweltmeisterin kam nicht recht in Schwung, riskierte nicht die engste Linie und hatte somit keine Chance auf ein Podiumsergebnis. Maze durfte langsam aber sicher an ihren Sieg glauben.

Suter fährt an die Spitze

Ganz anders Fabienne Suter. Die Schweizerin schaffte es, die engen Kurven immer auf der Kante durchzuziehen und raste mit fast sechs Zehnteln Vorspung durch die letzte Zwischenzeitnahme. Dann trug es sie weit ab - doch im Ziel leuchtete die 'eins' auf - Tina Maze war doch noch geschlagen. Eine ähnliche Linie versuchte im Anschluss auch Dominique Gisin (Sechste) - die allerdings im Zielhang weit abgetragen wurde und hinter die Podestplätze zurück fiel.

Rebensburg erneut ausgeschieden

Für Viktoria Rebensburg war der Super-G in Bad Kleinkirchheim ein Deja-Vu: Als Zwölfte fuhr sie auf Bestzeitkurs, als ein Schlag ihr den Ski wegriss. Rebensburg musste aufmachen und verpasste so da da nächste Tor - vermied jedoch einen Sturz. Damit ist die Bilanz der Deutschen in Bad Kleinkirchheim kläglich - ohne Maria Höfl-Riesch gab es keine Punkte. Die Riesenslalom-Olympiasiegerin bewies zwar in beiden Läufen, dass sie im Speed zu den Besten gehört, sie konnte es lediglich nicht ins Ziel bringen. "Ich hab einen kurzen Schlag erwischt, es hat mir den Ski verzogen", beschrieb Rebensburg die entscheidende Situation. "Ich war etwas innen und hab' dann keine chance mehr gehabt. Ich bin sehr angefressen. Es soll heuer noch nicht sein im Super-G."

Hronek springt ein

Ganz anders fällt die Bilanz von Veronique Hronek aus: Mit Startnummer 38 raste die zweite deutsche Starterin nach Platz 17 am Vortag ganz vorne rein. Platz sechs für Hronek, keine Sekunde Rückstand auf Fabienne Suter - beeindruckend, wie die junge DSV-Läuferin auf einer so schweren Strecke ihre Klasse und ihr Können unter Beweis stellte. Sie allein sorgte in Bad Kleinkirchheim für Weltcuppunkte für das deutsche Team.

Fenniger schließt auf

Die Entscheidung im Super-G wird damit wieder spannend: Anne Fenninger (200) verkürzte den Rückstand auf Vonn (213) auf 13 Zähler, auch Fabienne Suter (194) ist nach ihrem Erfolg ganz oben dran. Im Gesamtweltcup bleibt Vonn klar vorne, Maze und Fenninger verkürzen auf den Rängen drei und vier den Rückstand auf die zweitplatzierte Marlies Schild. Weiter geht es für die Damen mit zwei weiteren Speedrennen am 14. und 15. Januar in Cortina d'Ampezzo.