Marcel Hirscher aus Österreich hat den spannenden Nachtslalom der Herren in Zagreb (CRO) gewonnen. Am Ende setzte er sich in 1:51.84 Minuten durch. Zweiter wurde nach einem starken Rennen Felix Neureuther, dem 0,29 Sekunden zum ersten Saisonsieg fehlten. Auf den dritten Rang kam Lokalmatador Ivica Kostelic, der damit wieder nicht sein Heimrennen gewinnen konnte.

Startnummernrennen in Durchgang eins

Auf dem Bärenberg war die Qualität der Piste ein wesentliches Kriterium in beiden Läufen. Vom Damenrennen vor zwei Tagen bereits angegriffen und von den Plusgraden in Zagreb beeinflusst erwies sich die Strecke als weich - und sie litt schnell, kostete die Fahrer gerade im Schlussdrittel immer mehr Zeit. So war es kaum überraschend, dass sich die Fahrer gerade am Anfang entsprechend ihrer Startnummer ins Klassement einreihten. Da Jean-Baptiste Grange mit Nummer fünf nach einem Ausheber in Rücklage geriet und einfädelte, sortierten sich die ersten sechs Starter auf den Plätzen eins bis fünf ein. Nur Ted Ligety kam mit höherer Startnummer als Sechster noch vorne heran. Marcel Hirscher führte mit der Nummer eins demnach auch das Klassement vor Andre Myhrer und Ivica Kostelic an.

Neureuther mit allen Chancen

Felix Neureuther startete als Vierter und blieb ebenfalls an diesem Platz, 0,58 Sekunden hinter Hirscher mit allen Chancen im Finale. "Ich habe im Mittelteil ein gutes Gefühl gehabt, bin unten ein bisschen zu grad' gewesen", analysierte der Partenkirchner zwischen den Läufen. "Die Fahrt war absolut in Ordnung, da ist noch alles drin für den zweiten Durchgang. Da haben wir dann die schlechtere Piste, mal sehen ...". Fritz Dopfer fand mit der 24 gut ins Rennen - und auch wenn er unten wie alle Zeit verlor, war sein elfter Rang der beste Lauf in seiner Gruppe und mehr als respektabel. Die beiden weiteren DSV-Starter, Philipp Schmid und Stefan Luitz, verpassten das Finale.

Missilier fährt weit nach vorne

Im Finale nutzte dann der Franzose Steve Missilier die Gunst der Stunde als Erster. Als 21. des ersten Durchgangs war er früh dran und fuhr auf der noch gerade noch akzeptablen Piste einen Traumlauf. Damit sollte er weit nach vorne gespült werden. Während viele Fahrer gerade im unteren Bereich viel Zeit verloren, drehte der Franzose richtig auf und war am Ende mit Laufbestzeit noch auf dem 6. Platz.


Große Namen und Dopfer patzen

Da konnten auch die großen Namen, die nach Missilier kamen, nicht mithalten und fielen teilweise weit zurück. Giuliano Razzoli, Benjamin Raich, Reinfried Herbst und auch Manfred Pranger gehörten zu den Geschlagenen. Auch Fritz Dopfer, immerhin 12. nach Durchgang eins, gelang kein Spitzenplatz. Im Gegenteil: Nach anfangs guter Fahrt ging ihm der Außenski weg und der DSV-Fahrer fiel aus.

Deville glänzend - Neureuther noch besser

Richtig in die Entscheidung ging es, als Ted Ligety als Sechster nach dem ersten Lauf antrat. Oben noch gut, verlor auch der US-Amerikaner unten alles und viel zurück. Dann kam Christian Deville, der bereits über zwei Sekunden Vorsprung auf Missilier mitbrachte. Der Italiener machte seine Sache sehr ordentlich und verlor nur etwas Zeit. Damit setzte er sich deutlich an die Spitze. Was würde Neureuther danach machen? Der Deutsche bestätigte seine gute Form und fuhr ein tolles Rennen. Nur im Mittelteil etwas mit Problemen nahm er Deville sogar noch Zeit ab und ging in Führung.

Kostelic knackt Neureuthers Zeit nicht

Dann kam der Lokalmatador und unter lautstarkem Jubel gab Ivica Kostelic alles und kämpfte mit den Bedingungen. Oben konnte der Kroate noch den Vorsprung halten, doch unten war Neureuther zu stark. Rang zwei nur im Ziel für Kostelic und die Zuschauer verstummten. Neureuther war auf dem Podium! Andre Myhrer erwischte keinen so guten Lauf danach und fiel aus den Podiumsplätzen raus. Nun konnte nur noch Hirscher dem Deutschen den Sieg wegschnappen.

Hirscher verteidigt Führung

Und der Österreicher zeigte, dass er in den letzten Wochen und Monaten gereift ist. Ruhig und abgeklärt, aber dennoch mit der nötigen Aggressivität ging Hirscher zu Werke und verteidigte seinen Vorsprung auf Neureuther bis ins Ziel. Mit diesem Sieg rückte Hirscher im Slalom-Weltcup auf den zweiten Platz vor und übernahm im Gesamtweltcup sogar die Spitzenposition. Neureuther ist Vierter im Slalom-Weltcup.

Für die Herren geht es nun am Wochenende in Adelboden weiter. Auf dem legendären Chuonisbärgli geht es mit einem Riesenslalom und einem Slalom weiter.