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Marcel Hirscher hat nach dem Riesenslalom in Beaver Creek nun auch den Slalom von alta Badia gewinnen können. In einer Zeit von 1:47,16 Minuten hatte er 0,56 Sekunden Vorsprung vor Olympiasieger Giuliano Razzoli. Mit zwei konstanten und technische sehr sicheren Läufen fuhr Felix Neureuther als Dritter mit auf das Podium.

Neureuther rückt auf Platz fünf vor

Der Partenkirchener hatte den Riesenslalom an gleicher Stelle noch ausgelassen, um sich zu schonen. Im Rennen ließ Neureuther sich dann aber keine Probleme anmerken. Auf der schwierigen Piste gehörte er im Steilhang zu den Besten und verlor nur im Flachstück ein wenig an Boden - sonst wäre noch mehr möglich gewesen. Den Sieg holte sich allerdings verdient Marcel Hirscher, der in beiden Läufen sehr gut auf dem Ski stand und im entscheidenden Flachstück am meisten herausholen konnte. Mit dem Sieg übernimmt der Österreicher auch die Führung in der Slalomwertung von Ivica Kostelic. Neureuther rückte auf Platz fünf vor.

Hirscher vor Kostelic

Die entscheidenden Passagen auf der Gran Risa kamen am Ende: Der flache Schlussabschnitt trennte die Spreu vom Weizen. Fünf bis acht Zehntel verloren auch die Top-Leute hier auf die Laufschnellsten des ersten Durchgangs. Das Klassement führte Marcel Hirscher an, der unten das Tempo am besten hatte mitnehmen können. Ivica Kostelic war im ersten Abschnitt der beste Fahrer, lag im Ziel aber zunächst knappe elf Hundertstel zurück - ein Duell um den Tagessieg zeichnete sich ab.



Neureuther stark, Luitz um drei Hundertstel geschlagen

Hinter Kostelic wurden die Abstände schnell größer: Die Italiener Giuliano Razzoli, Manfred Mölgg und Cristian Deville blieben zur Freude der Fans an den Führenden dran. Sehr stark präsentierte sich auch Felix Neureuther, der mit Startnummer 14 schon mit starken Rippen und Wannen im Kurs zu kämpfen hatte und dennoch bis zur zweiten Zwischenzeit mit Bestzeit unterwegs war. Im Flachstück verlor auch er noch eine gute halbe Sekunde, erhielt sich als Vierter aber alle Chancen im Finale. Auch Andre Myhrer und Alexis Pinturault - der Franzose mit der hohen Startnummer 37 - blieben unter einer Sekunde Rückstand auf Hirscher. Fritz Dopfer qualifizierte sich für das Finale, Philipp Schmid und Stefan Luitz schafften es nicht unter die besten 30. Bei Luitz war das besonders bitter - er verpasste mit Startnummer 72 das Finale um nur drei Hundertstel.

Finale: Patrick Thaler nutzt frühe Startnummer

Auch im zweiten Durchgang verlor die Gran Risa schnell an Qualität. Diese Chance nutzte der Italiener Patrick Thaler am besten: Er zeigte die Laufbestzeit und verbesserte sich um viele Plätze. Auch Fritz Dopfer fiel hinter Thaler zurück, machte aber seinerseits einige Ränge gut, weil Cracks wie Steve Missilier, Reinfried Herbst oder Benni Raich noch mehr verloren. Am Ende stand Platz 14 für Dopfer zu Buche. Auch Jean Bapriste Grange wirkte in beiden Läufen wenig souverän und kam nicht in die Top Ten. Stattdessen glänzten junge Fahrer: Stegano Gross (+0,01 s) kam erstmals ganz nahe an Thalers Bestmarke heran. Erst Andre Myhrer gelang es aber, diese zu knacken.

Kostelic patzt - Hirscher bringt den Sieglauf runter

Die Fans vor Ort hatten da noch drei Asse im Ärmel: Cristian Deville fiel aber schnell zurück, Manfred Mölgg stieg in einer schnell gesteckten Kombination mit Torfehler aus. Dann war es an Neureuther, der sehr tief saß, sicher carvte und um fünf Hundertstel die Führung übernahm. Es wurde ein Krimi: Giuliano Razzoli passte die weiche Piste, bis zum Schluss seines Laufs war jedoch unklar, ob er knapp vor oder nach Neureuther einlaufen würde. Am Ende hatte er 0,04 Sekunden Vorsprung im Flachstück herausgeholt - eine Winzigkeit. Überhaupt nicht in den Lauf fand Beaver Creek-Sieger Ivica Kostelic, der sich am Ende mit Platz fünf begnügen musste. Marcel Hirscher machte dann alles zu seinen Gunsten klar.

Der nächste Herren-Slalom findet bereits am 21. Dezember in Flachau statt - dort wird der ausgefallene Termin von Levi nachgeholt.