Unterschiede der Skitechnik in Deutschland, Österreich und der Schweiz

1. Dezember 2011 | Skiinfo.de

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Noch haben wir nicht genau beschrieben, aus welchen Elementen sich das Skifahren zusammensetzt - und wie man sich technisch verbessert, um ein besseres Niveau zu erreichen. Dazu kommen wir in der zweiten Folge unseres Specials, denn dann geht es um den geschnittenen Schwung, also die Carving-Technik. Aber gibt es sie überhaupt, DIE Carvingtechnik? Wird in den Skischulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz der gleiche Schwung gelehrt?

Dr. Frank Reinboth: "Unterschiede vor allem in der Methodik"

Dr. Frank Reinboth vom Bundeslehrteam Alpin des Deutschen Skiverbandes kennt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Auffassung der drei größten Skiverbände Europas aus vielen INTERSKI- oder IVSI-Kongressen. Er weiß, dass sich das technische Verständnis nur in Feinheiten und vor allem in der Bennung der Teilbewegungen- und techniken unterscheidet: "Beobachtet man auf Kongressen die sportlichen Fahrten der Nationen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich etc., erkennt man, dass alle hochwertige Kurven auf der Kante fahren, möglichst wenig driften und sich mit Speed bewegen. Alle Bewegungen sind darauf abgestimmt, dies zu ermöglichen. Teilweise tauchen Eigenheiten auf, wie z.B. eine Kippbewegung der Schweizer, die sich jedoch nicht störend auf den Ski auswirken. Diese Eigenheiten sind zudem auch fast nur im Kurvenwechsel zu beobachten - eine Ausnahme bilden da die Japaner und Koreaner."

Verschiedene Ansätze in Europa

Unterschiede lassen sich aber vor allem im methodischen Bereich erkennen, so Reinboth. Sind die Unterschiede bei Könnern und Experten nicht mehr so groß, da vieles sich aus dem Rennsport ableitet, seien die didaktisch-methodischen Konzepte im Einsteiger- und Fortgeschrittenenbereich teilweise anders aufgebaut: "Hier lassen sich technische Unterschiede und Schwerpunkte erkennen - zum Beispiel wird in Japan bei der Belastung und beim Abbau der Pflugstellung anderes gelehrt als bei uns. In der Schweiz gibt es Kippbewegungen, in Östereich wird das alpine Fahrverhalten betont." Differenziert wird also vor allem im methodisch-didaktischen Ansatz: "Frankreich und Schweiz beschreiben in Gegensatz zu Deutschland konkrete Formen für Schwünge für die unterschiedlichen Könnensstufen. Deutschland leitet seine Bewegungsabläufe aus den Merkmalen für hochwertiges Kurvenfahren ab. Methodisch differenzieren sich die Nationen hingegen viel stärker. Dabei stellt sich die Grundfrage, wie das Verständnis zum Thema Bewegungslernen in den einzelnen Nationen ist. Hier zeigen sich eher traditionell geprägte lineare Ansätze auf Basis von Programmtheorien im Gegensatz zu synergetischen Ansätzen. Das Thema ist sehr vielschichtig."

Fazit: Skifahren bleibt Skifahren


Auch wenn in Europa, Asien oder in den USA die Details einer Kurve oder eine Skischwunges zum Teil anders bezeichnet werden, kann man ein Fazit festhalten: Grundsätzlich funktioniert das Skifahren überall gleich. Überall wird der Ski be- und entlastet, wird durch Körperbewegungen der Ski gekantet, werden Drehbewegungen mit mehr oder weniger großen Bewegungsspielräumen durchgeführt. Lediglich der Lehrweg kann sich unterscheiden - aber das sollte den "Normalo"-Skifahrer an dieser Stelle nicht weiter kümmern.

In der zweiten Folge unseres Themenspecials zur Skitechnik wollen wir euch zusammen mit unseren Experten über die Carving-Technik informieren - wie sie funktioniert, was ihre Grundelemente sind und wie man sich eigenständig verbessern kann... stay tuned on Skiinfo.de!

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