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Viktoria Rebensburg hat trotz eines großen Fahrfehlers im ersten Lauf den Riesenslalom von Aspen für sich entschieden. In 2:11,25 Minuten blieb sie 0,33 Sekunden vor Elisabeth Görgl. Dritte wurde Julia Mancuso aus den USA. Rebensburg ist damit nach zwei Rennen auch Führende im Gesamtweltcup.

Nervenstarke Siegerin

Es war ein toller Auftritt von Viktoria Rebensburg in Aspen: Beim Riesenslalom siegte sie vor allem dank eines ungeheuer starken Finaldurchgangs vor Görgl und Mancuso und bewies damit große Nervenstärke. "Das war natürlich ärgerlich im ersten Lauf", sagte Rebensburg im Anschluss. "Aber insgeheim hatte ich mir noch Chancen ausgerechnet." Lena Dürr als Achte sorgte auch für ein gutes deutsches Ergebnis - Maria Höfl-Riesch schied hingegen nach ordentlichem ersten Durchgang im Finale aus.

Bestzeit für Görgl im ersten Lauf

Im ersten Lauf brillierte auf der hart präparierten Piste Elisabeth Görgl, die von den Favoritinnen fast als einzige keinen großen Fehler einbaute. Viktoria Rebensburg war in den letzten beiden Abschnitten klar stärker, musste aber bereits nach wenigen Toren voll aufmachen, um überhaupt im Kurs zu bleiben - der Rückstand blieb trotz der guten Restfahrt mit einer knappen Sekunde deutlich. Vielen Fahrerinnen war der Respekt vor dem Kurs gerade nach dem frühen Ausfall einiger Topfahrerinnen spürbar anzumerken. Entsprechend hoch waren die Zeitabstände. Vorn platzieren innerhalb einer runden Sekunde Rückstand konnten sich neben Rebensburg noch Denise Karbon, Julia Mancuso, Tina Maze und Anna Fenninger. Mit Startnummer 19 raste Lara Gut dann mit etwas Glück noch zur zweitbesten Zeit. Lena Dürr platzierte sich mit einem mutigen Rennen als Achte hervorragend, Maria Höfl-Riesch zeigte zumindest deutlich weniger Probleme, als Sölden-Siegerin Lindsey Vonn und wurde Zwölfte, als vierte DSV-Läuferin qualifizierte sich Veronika Staber für das Finale.

Frühes Aus für Brignone, Worley und Marmottan

Ein frühes Aus ereilte Mitfavoritin Federica Brignone, die mit Startnummer eins aus dem Rhythmus kam und stürzte - zum Glück ohne Folgen. Die junge Italienerin steht damit nach zwei Rennen ohne Punkten in ihrer Spezialdisziplin bereits früh in der Saison unter Druck. Tessa Worley galt auf 'ihrem' Hang als Topfavoritin - nach zwei Siegen in Folge in Aspen. Doch die Französin schied mit guter Zeit nach Innenskifehler im letzten Drittel des ersten Durchgangs aus. Auch ihre ambitionierte Landsfrau Anemone Marmottan lag auf Ruthies Run in Durchgang eins im Schnee und komplettierte damit den Ausfallreigen der jungen Topfahrerinnen.

Durchgang zwei: Staber ohne Punkte

Der vom italienischen Coach deutlich runder gesteckte zweite Lauf erwies sich als weniger tückisch - dafür wurde auf der Kunstschneepiste von Aspen die Bodensicht schlechter, denn fast der ganze Lauf lag komplett im Schatten. Veronika Staber verpasste ihre Chance auf Weltcuppunkte - zwar stieg sie nach Ausfall zurück, fiel aber über die Zeitregel aus der Wertung. Früh musste Lindsey Vonn auf die Piste und kam viel besser zurecht - ohne jemals ganz im Rhythmus zu sein. Am Ende verbesserte sie sich aber auf Platz zwölf. Der erste Sturz im Finale widerfuhr Andrea Fischbacher, die bei einer Bodenwelle über den Innenski im Steilhang fiel und fast bis ins Ziel rutschte.

Ausfall für Höfl-Riesch, Lena Dürr überzeugt

Maria Höfl-Riesch wirkte auf ihrem Schicksalshang in Aspen im zweiten Lauf unsicher. Oben gleich ein Fehler - dann wackelte die Weltcup-Gesamtsiegerin und verpasste schließlich ein Tor. Der erhoffte Durchbruch nach gutem ersten Lauf blieb im Riesenslalom von Aspen also aus. Besser machte es Stefanie Köhle aus Österreich, die voll angriff und die zwischenzeitliche Führung übernahm. Ganz ähnlich gelang Lena Dürr ein aggressiver zweiter Durchgang, in den letzten Toren ließ sie den Ski besonders gut gehen und übernahm ihrerseits die Spitze.



Fenninger setzt ein Zeichen, Rebensburg gelingt der Konter

Kombi-Weltmeisterin Anna Fenninger hatte sich besonders viel vorgenommen - und setzte ihre Linie kompromisslos in die Tat um. Sie pulverisierte Dürrs Bestmarke und setzte die Konkurrenz unter Druck. Tina Maze konnte da nicht mithalten - Viktoria Rebensburg aber schon. Die Deutsche setzte den Ärger über den Fehler im ersten Lauf in Leistung um und fuhr Laufbestzeit. Gerade im Schlussdrittel war die Deutsche stark - dort vergab Julia Mancuso beim Heimspiel ihre Chance auf die Führung. Zur Freude der Landsleute blieb sie aber vor Fenninger.

Entscheidung: Görgl oder Rebensburg?

Weder Denise Karbon (Sechste) noch Lara Gut (Fünfte) konnten die starke Deutsche ernsthaft gefährden. Die Entscheidung musste daher zwischen Görgl und Rebensburg fallen. Die Österreicherin brachte fast eine Sekunde Vorsprung mit und ging das Rennen auch aggressiv an - doch früh war die Hälfte des Polsters weg. Hinter der Ziellinie leuchtete für Görgl die 'zwei' auf - Rebensburg gewann das Rennen und übernahm damit nach zwei Rennen natürlich auch die Führung in der Gesamtwertung in Riesenslalom und Gesamtweltcup.