In den nächsten Tagen reisen die alpinen DSV-Mannschaften nach Nordamerika. "Die Wettervorhersagen zeigen mittelfristig keinen markanten Wetterwechsel für Mitteleuropa, daher haben wir uns entschieden, den Abflug für einige unserer Teams in die USA vorzuverlegen", sagte Sportdirektor Wolfgang Maier.

Bessere Bedingungen in Amerika

Zwar habe man in den vergangenen Wochen in den Gletscherskigebieten der Alpen trainieren können, doch die Bedingungen in Nordamerika seien derzeit günstiger als in Europa, so Maier. Am 15. November fliegen die Riesenslalomfahrerinnen um Viktoria Rebensburg und Maria Höfl-Riesch nach Denver. Die Slalomspezialistinnen stoßen vier Tage später zur Mannschaft.

Vorbereitung auf Weltcups in Aspen und Vail

Die Vorbereitung auf die Weltcup-Rennen am 26. und 27. November in Aspen ist in Vail geplant. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Disziplinen Riesenslalom und Slalom. „Wir haben aber auch die ein oder andere Super-G-Einheit geplant", sagt Bundestrainer Thomas Stauffer. Bei den Trainingsgebieten sei man ebenfalls flexibel. "Nach den Weltcup-Rennen in Vail werden die Slalomspezialistinnen an zwei NORAM-Slaloms teilnehmen, um endlich Rennpraxis sammeln zu können".



Höfl-Riesch testet im Stangenwald

Maria Höfl-Riesch legte nach dem Weltcup-Auftakt zunächst den Schwerpunkt auf das Slalomtraining. „Nach dem Rennen in Sölden stand erst einmal das Slalom-Training im Vordergrund. Nachdem aber der Weltcup in Levi abgesagt wurde, konnte ich wieder mein "Allround-Programm" absolvieren", sagt die Gesamtweltcup-Siegerin der vergangenen Saison. „Ich fliege am kommenden Mittwoch nach Amerika. Die ersten acht Tage werde ich mich in Vail auf die nächsten Technik-Rennen in Aspen vorbereiten, anschließend geht es dann nach Lake Louise/Kanada, wo die ersten Speed-Bewerbe in dieser Saison anstehen".

Herren-Speed-Team in Nakiska

Charly Waibel, Bundestrainer des Herren-Teams, fliegt mit einem Teil seiner Athleten ebenfalls in den kommenden Tagen über den großen Teich. Für die Abfahrtsmannschaft lautet das Ziel allerdings Nakiska, Kanada. Dort bereiten sich die deutschen Speedfahrer um Stephan Keppler traditionell auf die Rennen in Lake Louise vor. "Auch in Nakiska hat es bisher wenig geschneit. Aber aufgrund der kalten Temperaturen konnte dort viel Schnee produziert werden. Wie immer um diese Jahreszeit werden wir im internationalen Verbund trainieren und hoffen auf gute Voraussetzungen, um in Nakiska am optimalen Set-up für die Weltcups in Lake Louise (26./27.11.) feilen zu können", erklärt Charly Waibel.

Keppler freut sich auf internationalen Vergleich

Stephan Keppler, Deutschlands schnellster Abfahrer, freut sich auf die Vorbereitung in Kanada und die Möglichkeit sich mit den weltbesten Abfahrern zu messen: "Bei unseren letzten Lehrgängen auf den alpinen Gletschern mussten wir uns oft mit weichen Pisten arrangieren. Erfahrungsgemäß sind die Verhältnisse in Nakiska um diese Jahreszeit meist sehr gut, sprich die Pisten sind hart, wie wir es bei den Weltcup-Rennen erwarten. Darüber hinaus ist in der Regel die gesamte Weltelite vor Ort, so dass man einen internationalen Vergleich hat."

Zwangspause für Andreas Strodl

Während die deutschen Abfahrer nach Kanada aufbrechen, bleibt Speed-Spezialist Andreas Strodl vom SC Partenkirchen in Europa. Seit einigen Wochen plagen den 24-Jährigen Schmerzen im rechten Knie. Strodl, der sich vor einem Jahr einer Operation am Kreuzband unterziehen musste, wird bei den ersten Speed-Rennen in Lake Louise und Beaver Creek nicht am Start stehen. "Nach einer wirklich guten Sommervorbereitung laboriere ich seit einigen Wochen an Schmerzen im rechten Knie. Ein Skitraining war nicht möglich, stattdessen habe ich mich einer mehrwöchigen medizinischen Therapie unterzogen. Zwar geht es mir jetzt schon wieder besser, aber ein Start bei den Rennen in Nordamerika würde noch keinen Sinn machen." Sobald das Knie wieder voll belastbar ist, will Andreas Strodl das Schneetraining wieder aufnehmen. „Mein Ziel ist es, bei den Rennen in Gröden in die Saison einzusteigen."

Herren-Techniker in Vail

Bevor die Techniker um Felix Neureuther und Fritz Dopfer am 18. November in München einchecken, plant Disziplintrainer Albert Doppelhofer neben dem Athletiktraining an den Stützpunkten noch zwei Tage Slalomtraining in Sulden. Die direkte Vorbereitung auf den zweiten Riesenslalom der Saison am 4.12. in Beaver Creek absolvieren die Athleten dann in Vail.

"Mit der Absage des Slaloms von Levi ist für mich keine Welt zusammengebrochen", sagt Felix Neureuther. "Denn erstens gehört Levi nicht gerade zu meinen Lieblingsrennen. Und zweitens konnte ich die Zeit stattdessen nutzen, um weiter am optimalen Material-Set-up zu arbeiten. Hier fehlen mir die Wochen im Frühjahr ein bisschen, als ich nach meiner Schulter-OP pausieren musste. Körperlich fühle ich mich top fit und freue mich auf das Training in Aspen, von dem ich im letzten Jahr sehr gut profitieren konnte."