Seit September 2011 hat Nikon eine eigene Outdoor-Kamera auf dem Markt. Das Kürzel AW (All Weather) kennzeichnet die Pocket-Cam, die sich speziell an Freiluft-Fans richtet - ob sie nun Skifahrer, Wassersportler, Kletterer oder Mountainbiker sind. Wir haben die AW100 bei einem Ausflug auf den Mölltaler Gletscher ausprobiert.

Das sagt der Hersteller:

Nikon kündigt heute die Einführung seiner ersten Kamera speziell für den Outdoor-Gebrauch an. Wasserdicht, stoßfest und kältebeständig - die COOLPIX AW100 ist äußerst robust und eignet sich für alle erdenklichen Aktivitäten. Dabei überzeugt sie durch eine erstaunliche Bildqualität, egal ob beim Skifahren oder Schnorcheln. Die COOLPIX-AW-Kategorie „All Weather“ (AW) ergänzt die drei bereits bestehenden COOLPIX-Segmente Style (S), Performance (P) und Life (L).

»Mit der COOLPIX AW100 haben wir eine Kamera entwickelt, die genauso abenteuerlustig ist wie Sie«, so Jens Gutzeit, Product Manager Consumer Digital Cameras der Nikon GmbH. »Die Bauweise eignet sich für alle Aktivitäten, egal zu welcher Jahreszeit. Dabei lässt die Kamera keine Funktionen vermissen, die Sie von einer Nikon-Kompaktkamera erwarten. Freuen Sie sich also auf einmalige Bilder, egal in welcher Situation Sie fotografieren.«

Das sagt die Redaktion:

Zugegeben: Oft ist man als Redakteur unterwegs und wünscht sich eine gute und handliche Cam, die auch noch etwas aushält und den Handlungsspielraum nicht einengt. Stattdessen läuft man mit der großen, zerbrechlichen Spiegelreflex durch die Gegend. Umso lieber wollten wir unser Glück mit dem Nikon-Neuling versuchen. Erster Eindruck: An eine Pocket-Cam wie die AW100 von Nikon muss man sich auch erst gewöhnen - es fehlte etwas in der Hand, was sich in einigen Schnappschüssen mit Finger niederschlug. Dafür kann die Kamera aber nichts. Um dem All Weather Anspruch gerecht zu werden nahmen wir die Nikon zu einer Herbstwanderung und einem Ski-Ausflug zum Mölltaler Gletscher mit.

Kälteresistent bis minus 10 Grad, wasserdicht bis 10 Meter Tiefe, Stoßfest bis 1,5 Meter Fallhöhe - das alles verspricht die AW100. Nicht alle dieser Härteprüfungen konnten wir ausprobieren - für ein Unterwasserbild war der Schnee in Kärnten zu fest. Mit leichten Minusgraden hatte die AW100 jedenfalls keine Probleme, ein Wochenende auf Skiern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war kein Problem. Die Verarbeitung des Gehäuses wirkt jedenfalls sehr gut. Pluspunkt: Das eingebaute GPS ist mehr als nur eine nette Spielerei - damit könnt ihr eure Bilder geo-taggen.

Die Bedienung der Kamera ist - erste Fingerfotos vergessend - recht simpel. Auch ohne Anleitung könnt ihr diverse Modi (Unterwasser, Gegenlicht, Landschaft, Porträt, Makro, Panorama, Nacht, Innenraum und einige mehr) aufrufen, Zoom und Blitz sind intuitiv nutzbar und das Menü wirft auch keine Fragen auf. Mit dem 9-Zonen-Autofokus lässt sich ein bisschen spielen, aber natürlich ist die AW100 in erster Linie eine Schnappschuss-Kamera und kein Gerät für Künstler. Ein fünffacher optischer Zoom steht zu eurer Verfügung.

Kommen wir zu den Bildern: Bis zu 16 Megapixel beträgt die Auflösung, da gibt es nichts zu meckern. Die Lichtempfindlichkeit reicht bis ISO 3200, das ist durchaus gut für eine Kompakte. Das Objektiv (5-25 mm, f/3.9-4.8) ist kein Allrounder, wenn das Licht draußen nachlässt, merkt man es den Bildern auch an. Positiv: Mit dem Makro-Modus lassen sich schöne Detailbilder schießen, auch Panorama-Bilder gehen leicht von der Hand, sind aber ohne Stativ nur mäßig scharf - und ein Stativ schleppt man ja beim Outdoor-Erlebnis selten mit. Gleiches gilt für die HDR-Funktion im Gegenlicht-Modus: Prinzipiell ein nettes Feature - wenn man ein Stativ dabei hat. Für eine Kompakt-Cam hat uns die Coolpix AW100 aber nicht enttäuscht. Vor allem die Möglichkeit, Videos in HD-Qualität (Auflösung 1920 x 1080 bei 30 Bilder/sek. in H.264 oder MOV) aufzunehmen macht die Nikon zu einem vielseitigen und praktischen Wegbegleiter.

Das Drei-Zoll LCD-Display der Kamera (460.000 Bildpunkte) ist nicht spektakulär, aber gut. Der Standard-Akku vom Typ EN-EL12 (1.050 mAh) hielt lange. Gespeichert werden die Bilder auf SD-Karte, die nicht beiliegt, aber als günstiger Massenspeicher Standard ist. Ausgänge via USB, HDMI und Composite-Video/Audio erfüllen die Anforderungen der Zeit.

Fazit:
Mit 349 Euro UVP ist die Nikon Coolpix AW100 kein Schnäppchen, man bekommt für ähnliches Geld auch bei Nikon bereits Highend-Kompaktkameras, die in punkto Foto-Bildqualität überlegen sind. Die AW100 vereint allerdings ein gutes Bild mit ebenso guter Videoleistung und GPS-Option, dazu die robuste Verarbeitung und die Möglichkeit, selbst Unterwasserbilder zu schießen. So viel Flexibilität schätzen wir und schickten die Cam daher nach dem Test nur ungern wieder zurück ...



Technische Daten:

Effektive Auflösung: 16,0 Megapixel
Bildsensor: 1/2,3-Zoll-RGB-CMOS-Sensor
Objektiv: NIKKOR-Objektiv mit optischem 5-fach-Zoom; Brennweite: 5,0 bis 25,0 mm; Bildwinkel: entspricht 28 bis 140 mm bei Kleinbildformat; Lichtstärke: 1:3,9 bis 1:4,8; Optischer Aufbau: 11 Linsen in 9 Gruppen (mit 2 ED-Glas-Linsen)
Digitalzoom: Maximal 4-fache Vergrößerung
ISO-Empfindlichkeit: ISO 125, 200, 400, 800, 1.600, 3.200 (4.608 x 3.456), Automatik (ISO 125 bis 800)
LCD-Monitor: 7,5 cm (3 Zoll) großer TFT-LCD-Monitor (HVGA) mit ca. 460.000 Bildpunkten
Speichermedien: Interner Speicher (ca. 83 MB), SD-/SDHC-/SDXC-Speicherkarten
Filme: bis zu Full-HD 1080p: 1.920 x 1.080 (30 fps)
Schnittstelle/Direktdruck: Hi-Speed-USB/PictBridge, HDMI-Mini
Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku EN-EL12 (1.050 mAh), Netzadapter EH-62F (optionales Zubehör)
Akkukapazität: ca. 250 Aufnahmen mit Akku EN-EL12
Abmessungen (Höhe x Breite x Tiefe): ca. 64,9 x 110,1 x 22,8 mm
Gewicht: ca. 178g
Preis (UVP): 349,- Euro