© Stanglwirt
Keine Lust darauf, Frühstücksbüffet und Sauna mit anderen Urlaubern zu teilen? Dafür Spaß an viel Privatsphäre und stressfreier Erholung in stilvoller Umgebung - am besten direkt an der Skipiste? Für Skiurlauber mit dem nötigen Kleingeld sind Lodges die ideale Alternative zum Luxushotel. Der Trend aus Nordamerika greift immer mehr auf die Alpen über. Aber es muss nicht immer teuer sein: Das sind unsere Favoriten unter den Klassikern und den Neuzugängen.

Für urige Bergfexe - die Naturhütta im Ötztal

Alltagshektik und Lärm sind mindestens 2000 Meter weiter unten. Die Ski lehnen neben der Hüttentür. Innen sorgt der bullernde Ofen für angenehme Wärme: Diese Bilderbuch-Szenarien spielen sich auf der Naturhütta auf der Gampe-Alm oberhalb von Sölden ab. Die Hütte ist Jakob Prantls ganzer Stolz. Als gelernter Zimmermann hat er die alte Almhütte behutsam in ein Refugium für Naturfreunde verwandelt, dabei das Alte bewahrt, ohne auf modernen Komfort zu verzichten. Der behagliche Kachelofen mit Ofenbank, die gemütliche Sitzecke, die kleine, aber feine und zugleich bestens ausgestattete Küche, die kuschelige Leseecke, die Schlafgalerie - und draußen? Schnee, so weit das Auge reicht, und 150 Kilometer Traumpisten. Bis 18 Uhr kann man auch noch hinüber stapfen zum Bergrestaurant der Gampe Thaya. Oder man kocht sein Süppchen selbst. Ab 2200 Euro verlangt Prantl für die wochenweise Vermietung seines Juwels (Tel. 0043/5254/501-0, www.riml.com/naturhuetta.php).

Für Liebhaber kanadischer Holzblockhütten - Wood Ridge in Werfenweng

Im 15.000 Kilometer entfernten australischen Örtchen Woodridge haben sie sich kennengelernt, der österreichische Skilehrer Alois und die lebenslustige Carolyne Schwarzenberger. Im Winter 2010 hat das Ehepaar dann seinen gemeinsamen Traum verwirklicht und ein Stück Kanada in die Salzburger Bergwelt gebracht. 45 Kilometer südlich von Salzburg eröffneten sie mitten im Skigebiet Werfenweng/Tennengebirge die luxuriösen Holzblockhäuser - getauft auf Wild Moose (für bis zu zehn Personen), Black Bear (bis zu sechs Personen) und Little Beaver (zwei Personen). Entspannung von den abwechslungsreichen 25 Pistenkilometern gibt es im Outdoor-Whirlpool oder in der hütteneigenen Sauna. Der Frühstückskorb wird vom örtlichen Bioladen zusammengestellt und an die Tür gebracht. Die kleinste Blockhütte kostet ab 245 Euro pro Nacht, die große Zehnpersonenhütte ab 504 Euro pro Nacht (Tel. 0043/664/5570737, www.woodridge.at).



Für Wellness-Freaks - die Maierl Alm oberhalb von Kitzbühel

Das Skigebiet Kitzbühel/Kirchberg vor der Hüttentür, innen knisterndes Kaminfeuer und ein Whirlpool auf der Terrasse - das sind die Annehmlichkeiten auf der Maierl Alm. Insgesamt fünf gemütliche Chalets für zwei bis acht Personen können hier oben auf 1225 Meter Höhe wochenweise gemietet werden. Wer Lust hat zu kochen, der bekocht sich selbst; oder man lässt sich von der Maierl Alm versorgen. Tagsüber ist Skispaß angesagt. 170 Pistenkilometer vereint der Skigroßraum Kitzbühel, Kirchberg, Pass Thurn. Abends lockt die private Wellness-Oase mit finnischer Sauna, Regendusche und großem Liegebereich und besagtem Whirlpool auf der Terrasse. Und was kostet dieses Vergnügen? Ab 135 Euro pro Person und Nacht bei einer Mindestbelegung von vier Personen, ab der fünften Person reduziert sich der Preis auf 55 Euro pro Person. Kinder von drei bis 14 Jahren zahlen die Hälfte. Der Frühstücksservice ist immerhin inklusive (Tel. 0043/5357/2109-0, www.maierl.at).

Für finanzstarke Turteltauben - Hüttlingmoos in Going

Hoch oben, kurz bevor der Anstieg zum Wilden Kaiser wirklich steil wird, hat der Hotel-Chef des legendären Stanglwirts ein altes Forsthaus vor dem Verfall gerettet - und für eine Million Euro in ein mit fünf Sternen dekoriertes Schmuckkästchen verwandelt. Nobel-rustikal die Einrichtung im großen Wohnzimmer, den beiden Schlafzimmern und den Bädern mit traditionsgetreuem Plumpsklo - allerdings wurde nur die Optik nachgestellt. Die Gäste genießen es: vor der Kulisse des Wilden Kaisers verträumte Ruhe und dazu der Service auf Fünf-Sterne-Niveau mit eigenem Koch und Butler. Die Stanglwirt-Dependance hat allerdings auch ihren Preis: Der Mindestaufenthalt von zwei Nächten kostet 4000 Euro; drei bis sechs Übernachtungen kommen pro Tag auf 1800 Euro, jeweils für vier Personen auf Selbstversorgerbasis. Ski fahren im Wilder-Kaiser-Gebiet könnte man natürlich - aber wer möchte schon raus aus dieser Kuscheloase? (Tel. 0043/5358/2000, www.stanglwirt.com).

Für Aktive - ASI Lodge Steinberg am Rofan

Sie entspricht nicht ganz der Vorstellung von einer privaten Kuschelhütte für zwei - schließlich hat die Lodge der Alpinschule Innsbruck in Steinberg am Rofan 28 Zimmer. Dennoch ist sie ein idealer Platz für natur- und sportbegeisterte Individualisten. Denn genau deren Ansprüche und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der ASI-Lodge, die als die Mutter aller Lodges in den Alpen gilt. "Wir sind die Lodge für Aktive", beschreibt Ambros Gasser, Geschäftsführer der Alpinschule Innsbruck. Jeden Abend stellen Guides die geplanten Touren des nächsten Tages vor. Skitouren, Schneeschuhwanderungen, Langlaufen - von der aufregenden Adventure Tour auf Tourenski über die entspannende Anti-Stress Tour auf Schneeschuhen bis zur kameradschaftlichen Friends & More Tour. Die Ausrüstung wird gestellt, gestartet wird direkt vor der Haustür. Wem der Sinn eher nach "Alpine Wellness" steht, der wählt Lohan Gong, Yoga, Pilates und 5-Tibeter. Zwei Übernachtungen mit Dreiviertelpension, Aktivitäten und Leihausrüstung kosten ab 119 Euro pro Person im Doppelzimmer (Tel. 0043/5248/26666, www.asi-lodge.at).

Autorin: Sabine Metzger