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Als der Ski-Weltverband FIS im Juli sein neues Materialreglement vorstellte, staunte auch die Ski-Industrie: 40 Meter Radius waren da für Riesenslalom-Latten bei den Herren vorgeschrieben (statt vormals 27) - die Zeit wurde spürbar zurückgedreht. Das ging vor allem den Herstellern zu weit - jetzt gibt es einen neuen Kompromiss.

35 statt 40 Meter Radius

Die Vereinigung der Skirennsport-Ausrüster SRS hat sich mit einem Hauptanliegen durchsetzen können: Die Radien der Riesenslalom-Ski werden nicht so stark erhöht, wie vormals verkündet. "Die Entscheidung im Riesenslalom ist zu extrem ausgefallen", hatte Salomons Racing Manager Günter Mader im Interview mit Skiinfo geurteilt. "Im Riesentorlauf war unser Vorschlag, dass man von 27 Meter Radius auf maximal 35 Meter gehen hätte sollen", befand Atomics Race Director Rudi Huber vor vier Wochen. Genau dieser Vorschlag wurde nun abgenickt - für die Damen werden nun statt 30 statt 35 Meter festgeschrieben werden.

Standhöhen bleiben - vorerst

Nicht geändert wurde in der Sitzung in Oberhofen die Erhöhung der Standhöhen um fünf Millimeter. Auch hier hatten die Hersteller Bedenken vorgebracht: Die Gefahr des sogenannten 'Boot-out', also des Wegrutschens eines Skifahrers auf dem Skischuh bei hoher Neigung, würde sich Erhöhen. Offenbar sind diese Bedenken auch noch nicht ganz vom Tisch. Atle Skaardal, Damen-Renndirektor der FIS, deutete an, dass über diesen Punkt im Herbst neu entschieden werden könnte. Bleibt es bei der Neuregelung, dann tritt sie im Weltcup bereits zur Saison 2012/2013 in Kraft, für alle anderen Serien ein Jahr später.

Länger, schmäler, tiefer, weniger tailliert

Die Regelungen sollen vor allem die Sturzgefahr für die Fahrer minimieren und Sturzfolgen mildern. Die Entscheidungen basieren auf den Aufzeichnungen des seit 2005 installierten FIS Injury Surveillance System. Zudem wurden Tests mit Aktiven und ehemaligen Skifahrern durchgeführt. Heraus kam die neue Maxime: 'Länger, schmäler, tiefer, weniger tailliert', von der nur der Slalom derzeit nicht betroffen ist. Kritiker bemängeln, dass die Reglementänderung nur den Materialsektor betrifft und keine Vorgaben macht zur Kurssetzung und Pistenpräparation als zwei weiteren wesentlichen Risikofaktoren im Skirennlauf.