Die Saison 2010/2011 war keine leichte für Swiss Ski. Ärger gab's mit den Aktiven Silvan Zurbriggen (der aus dem Hotel geworfen wurde) und Lara Gut (die sich mehr vermarktete, als den Schweizern lieb war). Ärger gab's mit dem Ex-Chefcoach Martin Rufener, der den Verband daraufhin verließ. Ärger gab's zuletzt mit Silvano Beltrametti, der sich als Organisationschef des Weltcupfinale-Gastgebers Lenzerheide ausgebootet sah, da nun Crans Montana in zwei Jahren das Finale ausrichten soll. Ein Ausstieg aus dem Weltcup wird noch erwogen.

Ein Chaos-Jahr für Swiss Ski
Bei allen Entscheidungen machte das Führungsteam um Präsident Urs Lehmann keinen sonderlich krisenfesten Eindruck. Nun verlässt einer das Präsidium, der vielleicht als Hoffnungsträger hatte gelten dürfen: Ski-Legende Pirmin Zurbriggen verlässt überraschend das Präsidium von Swiss Ski. Offizieller Grund: Zurbriggen habe realisiert, dass der Aufwand, um auf nationaler Ebene Veränderungen bewirken zu können, weit über seinem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen liege. „Ich hatte während zwei Jahren die Gelegenheit mir einen Einblick in die Verbandstrukturen zu verschaffen und sehr bereichernde und interessante Erfahrungen zu sammeln“, so Zurbriggen.

Zurück ins Wallis
Diese Aussage liest sich wie ein Schlag ins Gesicht: Zurbriggen schenkt ab, aufgrund der strukturellen Aufstellung eines Verbandes, bei dem viel Renovierungsbedarf besteht. Der Verband bedauerte denn auch den Abgang des mehrfachen Weltcup-Gesamtsiegers, "der viel Fachwissen und Erfahrung in das Präsidium einbrachte."
Zurbriggen will sich nun seinem Projekt "Schule und Schneesport" im Wallis widmen. Er bleibt zugleich Präsident des Walliser Skiverbandes. Vielleicht kann er von dieser Stelle aus sogar mehr bewegen im Gefüge der Eidgenossen. War er im Präsidium eine kritische interne Stimme, so kann er von außen noch offener Wahrheiten aussprechen.