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Vier Rennen stehen noch an, dann ist eines der hochklassigsten und spannendsten Duelle des Ski-Weltcups Geschichte. Lindsey Vonn und Maria Riesch duellieren sich um die große Kugel, vor den abschließenden Wettkämpfen hat die Deutsche (1678) magere 23 Pünktchen Vorsprung auf das US-Girl (1655). Zum Thema Qualität. Mit Rieschs aktuellen 1768 Punkten hätte amn in den letzten zehn Jahren nur zweimal den Gesamtweltcup nicht gewonnen - 2009 wies Vonn 1788 Zähler auf. Diese Marke wird sicher gebrochen werden müssen, Janica Kostelics Rekordmarke von 1970 Zählern von 2006 dürfte aber Bestand behalten.

Nur nicht Zweite werden!
Für Riesch wäre ein zweiter Platz extrem bitter, denn sie ginge dann komplett leer aus ihrer nach Punkten klar erfolgreichsten Saison. Abseits der großen Kugel sind die meisten Entscheidungen bereits gefallen: Abfahrt, Super-G und Super-Kombi gehen an Vonn, Slalom an Marlies Schild. Nur im Riesenslalom am Samstag wird es noch einmal spannend. Hier wird sich aller Voraussicht nach der Gesamtweltcup entscheiden, zudem hat Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg beste Karten, die Kugel als Nachfolgerin von Kathrin Hölzl im deutschen Lager zu halten. Ihr reicht dafür ein siebter Platz. Einzige Konkurrentin ist Tessa Worley, die das Rennen realistischerweise gewinnen muss, und dann hoffen, dass Rebensburg nicht unter den besten Sieben steht.

Letztes Training: Vonn und Riesch üben Zurückhaltung
Unüblich: In beiden Trainingsläufen in Lenzerheide zeigten sich beide Favoritinnen nicht an der Spitze. Normalerweise ist zumindest Vonn hier immer weiter vorne zu finden. Der technisch anspruchsvolle Kurs sah im letzten Test Tina Maze mit Bestzeit vor Julia Mancuso und Daniela Merighetti. Vonn auf Platz sieben hatte 1,37 Sekunden Rückstand, Riesch wurde mit knapp zwei Sekunden Elfte.

Stimmen aus dem DSV-Lager:
Bundestrainer Tom Stauffer:
"Insgesamt haben sich neun Damen aus unserem Team für die Teilnahme am Weltcupfinale qualifiziert. Allerdings werden nur sieben an den Start gehen, da Kathrin Hölzl sowie Gina Stechert verletzungsbedingt fehlen. Wir bereiten uns noch einmal konzentriert auf die letzten Rennen vor und wollen uns in Lenzerheide bestmöglich präsentieren."

Maria Riesch:
"Das Wochenende in Spindlermühle habe ich abgehakt und schaue jetzt nach vorne. Ich werde in Lenzerheide bis zum Schluss um den Gesamtweltcup kämpfen. Bei den Abfahrtstrainings hat sich die Strecke als sehr anspruchsvoll herausgestellt. Die Piste ist steil und es gibt einige technisch sehr schwierige Kurven zu meistern."

Viktoria Rebensburg:
"Ich habe mich in den vergangenen beiden Tagen in Hinterreit auf das Saisonfinale vorbereitet. Ich fühle mich gut und werde in Lenzerheide im Super-G und Riesenslalom starten. Im Riesenslalom möchte ich mich auf meine Skitechnik konzentrieren und nicht auf den möglichen Gewinn der Kleinen Kristallkugel."