Am 12.3.2011 ging der DAV Skitourencup zu Ende. Oberhalb des weltberühmten Königssees fand mit dem „Jennerstier“ ein international Homologiertes Rennen des Weltverbandes ISMF statt.

Weltcuptaugliche, aber verkürzte Strecke
Bei besten äußeren Bedingungen aber rasch schwindenden Schneemassen hatten die Organisatoren des DAV und der örtlichen Sektion lange gekämpft, um eine ordentliche Spur und ein würdiges Rennen abzuliefern. Am Ende gelang es ihnen mit einer etwas verkürzten Strecke: Von der Talstation der Bergbahn ging es über Piste und Gelände bis zur Bergstation, von dort in einer Tragepasse hinauf zum Jennergipfel, in rasender und anspruchsvoller Abfahrt hinab bis zum Spinnerkaser und dann wieder hinauf mit einer steilen abschließenden Tragepassage bis ins Ziel an der Bergstation. Aufgegliedert war die Veranstaltung nach internationalen Gepflogenheiten auf zwei Distanzen mit 1.750 Höhenmetern (Herren) und 1.150 Höhenmetern (Damen und Jugend) - die Kurzstreckler starteten an der Mittelstation der Jennerbahn.


Mair und Palzer auf und davon
Bereits früh zeichnete sich an der Spitze ein Zweikampf zwischen dem starken Südtiroler Friedl Mair und dem außer Konkurrenz laufenden Toni Palzer ab. Der am Tag zuvor 18 Jahre gewordenen Doppel-Jugendweltmeister von Claut war noch nicht startberechtigt, da man erst mit 21 Jahren bei den Senioren starten darf. Außerhalb der Wertung hielt Palzer lange mit dem Italiener Mair mit, ehe er ihn im langen ersten Aufstieg doch ziehen lassen musste. Mit über einer Minute Vorsprung vor Palzer und dem starken Slowenen Kuhar erreichte Mair den Jennergipfel und stürzte sich tollkühn in den Spinnergraben. Als Zweitschnellster ging Palzer etwa 15 Sekunden vor dem offiziell Zweitplatzierten Kuhar in die Abfahrt.


Mair unglaublich schnell
An dieser Reihenfolge änderte sich auch nichts mehr: Mair verteidigte seine Führung souverän, Palzer hielt Kuhar auf Distanz, welcher sich locker vor Paul Innerhofer ins Ziel rettete. Mairs unglaubliche Siegerzeit: 1:15:19,60 Stunden! "Zu Fuß ins Ziel, das ist mal was Neues". Ob er mit dem Sieg gerechnet habe? "Nein", sagte der 28-Jährige charmant und lächelte dabei. Offiziell bester Deutscher war Konrad Lex, der als Vierter ins Ziel kam. Bei den Damen siegte wie erwartet die Lokalmatadorin Barbara Gruber aus Berchtesgaden in 1:03:56 Stunden. Stark präsentierte sich auch Steffi Koch-Klinger, die nach Babypause nur knapp zwei Minuten hinte Gruber ins Ziel kam. Auch wenn er bei der Siegerehrung nicht berücksichtigt werden konnte, großen Beifall bekam bei der Siegerehrung Lokalmatador Toni Palzer trotzdem. Genauso wie Vater Wolfgang, der in seiner Altersklasse Platz zwei belegte, Mutter Annemarie, die Fünfte in der Gesamtwertung wurde und Bruder Maximilian, der bei den Senioren auf der kurzen Distanz nicht zu schlagen war.

Zufriedene Teilnehmer und Organisatoren
Trotz eines relativen kleinen Starterfeldes, das vielleicht auch den zeitgleich stattfindenden italienischen Teammeisterschaften und dem Kaiserwetter geschuldet war, fiel das Resümee des internationalen Beobachters des Weltverbandes ISMF positiv aus. Ebenso das des Veranstalters Richard Lenz: "Es ist uns eine Ehre, hier alljährlich ein so hochkarätiges Rennen abhalten zu können. Dass nun auch die internatioaneln Augen auf uns gerichtet sind, ist die logische Konsequenz der guten Arbeit meiner Mannschaft. Der Jennerstier ist mittlerweile eine gut etablierte Dauereinrichtung in der Tourismusregion Berchtesgadener Land!"

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