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Didier Cuche aus der Schweiz hat nach zwei schwächeren Abfahrtsergebnissen im Super-G zurückgeschlagen und das vorletzte Rennen dieser Disziplin gewonnen. In Norwegen distanzierte er Klaus Kröll und Joachim Puchner aus Österreich und übernahm die Führung im Super-G-Weltcup. Stephan Keppler schied aus.

Aus 22 mach sechs
Der Super-G auf dem Olympiabakken stand im Zeichen der Favoritenschau für das Weltcup-Finale in Lenzerheide. 22 Aktive hatten vor dem Lauf noch rechnerische Chancen auf die kleine Kugel - in Norwegen sollte sich eine deutlich überschaubarere Gruppe von Siegesaspiranten bilden: Noch sechs Fahrer haben nach dem Wettbewerb noch theoretische Chancen.

Puchner legt vor
Die Schweizer Youngster eröffneten das Rennen. Der Überraschungsmann aus den beiden Abfahrten, Beat Feuz, war im Super-G allerdings nicht mehr der Maßstab, Landsmann Patrick Küng übernahm dafür die erste Spitzenposition. Doch seine Zeit war am Ende nur für Platz neun gut und hielt nur bis Startnummer sieben. Dann kam mit Joachim Puchner aus Österreich der nächste junge Mann, der in Zukunft im Speed mitmischen wird: Mit einer aggressiven Linie und guten Gleitvermögen unterbot er die bisherige Bestmarke um knapp sechs Zehntel. Es war die erste Ansage in Kvitfjell und sollte für Puchner zum ersten Podium im Weltcup reichen.



Keppler scheidet aus
An dieser Marke musste sich auch Stephan Keppler messen. Der Deutsche zeigte anfänglich einen guten Lauf und zog sicher seine Schwünge - bis zur zweiten Schlüsselstelle, einem langen Linksschwung nach einem Schussstück. Dort konnte der Deutsche nach der Verletzungspause den Druck nicht halten und verpasste das folgende Tor. Dennoch war sein Einsatz vorbildlich und ein gutes Signal für die kommende Saison.

Favoriten außer Form
Einige etatmäßige Topfahrer wie Silvan Zurbriggen, Tobias Grünenfelder und Aksel Lund Svindal präsentierten sich im Super-G von Kvitfjell außer Form und katapultierten sich damit aus dem Rennen um die kleine Kugel. Keiner von ihnen kam unter die besten 15. Sie alle mussten sich bereits mit der schwindenden Bodensicht auseinandersetzen, die auch den Top-Favoriten das Leben schwer machte. Die kamen damit aber deutlich besser zurecht.

Walchhofer bewirbt sich um die Kugel
Michael Walchhofer durfte als Erster der besten Startgruppe auf die Piste. Mit dem Sieg vom Vortag im Rücken ging der Altmeister aggressiv in den Kurs und machte in den Gleitstücken viel Boden gut, ein kleiner Fehler zum Schluss warf ihn jedoch hinter Puchner zurück, der in der Leaderbox tief durchatmete. Am Ende reichte es für Walchhofer nur zu Platz fünf. Carlo Janka zeigte den entgegengesetzten Lauf: Oben zurück, in den kurvenlastigen Teilen dafür stärker - am Ende stand nur Platz neun zu Buche. Puchners Zeit gewann immer mehr an Wert.

Reichelt greift die Bestzeit an
Doch der Youngster musste weiter zittern. Ivica Kostelic verlor im Gleitstück, holte aber dann immer mehr auf und hielt sich mit Platz acht im Rennen um die kleine Kugel. Von den Österreichern galten im Vorfeld Romed Baumann und Hannes Reichelt als heißeste Eisen, im Rennen konnte Baumann das nicht bestätigen. Bei Hannes Reichelt sollte es ganz eng werden. Bei jeder Zwischenzeit ganz nah an Puchners Marke fehlten im Ziel lediglich 0,08 Sekunden - das ÖSV-Trio an der Spitze war zwischenzeitlich komplett, Walchhofer um 0,02 Sekunden verdrängt.

Cuche verhindert Dreifacherfolg
Weltmeister Innerhofer und Didier Cuche wollten nun noch das österreichische Trio an der Spitze sprengen. Der Italiener fuhr gut, griff an und verpasste dennoch das Podium - 0,22 Sekunden fehlten zur Bestzeit in diesem äußerst engen Rennen - Platz sieben. Cuche wählte eine der engsten Linien und wurde damit immer schneller. Die letzten Tore sollten die Entscheidung bringen - und der Routinier setzte sich an die Spitze. Damit war der erste Sieg für Joachim Puchner verhindert. Und er musste noch einen Landsmann vorlassen: Mit Startnummer 29 sprengte Klaus Kröll noch einmal das Klassement - er raste auf Platz zwei und vervollständigte damit ein Traumergebnis aus Sicht des ÖSV - vier Fahrer der Alpenrepublik standen unter den besten fünf. Für Walchhofer und Reichelt schwanden damit aber die Chancen, Cuche noch die Super-G-Kugel abzujagen. Mit hoher Nummer fuhr auch noch der Schwede Hans Olsson auf Platz sechs vor und spielte Cuche damit in die Karten.

Cuche vor Weltcup-Erfolg
Durch den Sieg übernahm Cuche recht deutlich die Führung in der Gesamtwertung des Super-G. Dort haben sechs Fahrer noch rechnerische Möglichkeiten auf die kleine Kugel, der Schweizer (291 Zähler) hat auf Ivica Kostelic (223) aber 68 Zähler Vorsprung. Mit einem siebten Platz im letzten Rennen wäre Cuche dieser Titel also nicht mehr zu nehmen. Realistischerweise machen diese beiden die Entscheidung unter sich aus, denn Michael Walchhofer (214), Hannes Reichelt (207) und Carlo Janka (205) haben doch bereits sehr viel Rückstand. Nur ein Ausfall Cuches brächte sie wieder ins Spiel. Gleiches gilt für Romed Baumann (197).

Showdown in Lenzerheide
Die letzten vier Einzelrennen der Herren finden nun beim Saisonfinale in Lenzerheide (SUI) statt, dort sind nur die besten 25 des Weltcups und die Junioren-Weltmeister der jeweiligen Disziplin startberechtigt.