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Drei Kristallkugeln in drei Tagen: Lindsey Vonn hat den Ausflug ins italienische Tarvisio wirklich zu nutzen gewusst. Im Super-G gewann die Amerikanerin in 1:21,75 Minuten vor Julia Mancuso und Maria Riesch und gewann damit auch diese Disziplin vorzeitig. Zugleich verkürzte sie ihren Rückstand auf Riesch auf 96 Punkte.

Strahlende Lindsey
Sie hat ihr Strahlen wieder: Lindsey Vonn war nach dem Rennen überglücklich. Sie selbst stand erneut ganz oben, gewann auch den Super-G-Weltcup und damit die dritte Disziplinenwertung innerhalb von drei Tagen und durfte den Tageserfolg mit zwei Kolleginnen feiern: Julia Mancuso und Lauren Ross auf den Plätzen zwei und vier sorgten für das beste US-Resultat seit langen Zeiten. "Dieses Wochenende war unglaublich. Drei Rennen, drei Kugeln, ein Sieg. Momentan hab ich Energie, es macht viel Spaß," jubilierte die Amerikanerin und gab den Kampf um die große Kugel natürlich noch nicht verloren: "Im Skifahren ist alles möglich, ich werde kämpfen bis zur letzten Minute. Ich hab nichts zu verlieren!"

Riesch: "Bin nicht unzufrieden"
Auch im Super-G von Tarvisio lag das Hauptaugenmerk auf dem Duell an der Spitze des Gesamtweltcups. Es war absehbar, dass Vonn auch den Super-G als Disziplin vorzeitig für sich würde entscheiden können. Die Frage aber war: Wieviel Boden verliert Maria Riesch in der Gesamtwertung? Am Ende war die Deutsche mit ihrem Lauf zufrieden, auch wenn er nicht ganz perfekt gewesen war. "Ich bin auf gar keinen Fall unzufrieden. Ich hatte Glück oben, da hat es mir die Ski auseinander gerissen, da kann man leicht stürzen. Die Lindsey kann man nicht so leicht schlagen." Und wie bewertet sie die neue Situation in der Gesamtwertung: "Ich habe hier ein bisschen was verloren", so Riesch, die aber das Restprogramm auf ihrer Seite weiß:"Aber dass ich in sechs Speedrennen ein bisschen was verliere, war zu erwarten. Ich lasse mich jetzt nicht aus der Ruhe bringen - es sind noch vier Technik- und zwei Speed-Wettbewerbe."

Ross und Rebensburg überzeugen
Bei guten äußeren Bedingungen hatten die beiden Topfahrerinnen je eine gute Vorfahrerin im Rennen. Laurenne Ross gelang eine sehr gute Fahrt, sie hielt lange die Bestzeit und verpasste als Vierte das Podest nur knapp. Vor Riesch durfte Viky Rebensburg die Piste ausreizen, auch ihr gelang eine gute Fahrt. Engagiert ging die Deutsche zu Werke, mit guter Skitechnik fand sie eine gute Linie, musste aber auch an einigen Stellen ausgleichen und verpasste so mit Startnummer elf die zwischenzeitliche Bestzeit. Da war mehr drin - dennoch war das Ergebnis mit Platz acht letztlich wieder ein Schritt in die richtige Richtung. "Beim Fahren sind mir schon ein paar Fehler unterlaufen. Ich hab mir vorgenommen, dass ich angreife. Das ist mir ganz gut gelungen", sagte Rebensburg und zeigte sich selbstkritisch: "Wenn man angreift passieren Fehler, vielleicht waren es ein bisschen viele. Oben war es einmal knapp, dass ich das nächste Tor noch erwische." Die dritte deutsche Starterin Isabelle Stiepel kam als 40. nicht in die Punkte.



Nur Mancuso kann Vonn folgen
Bei den Favoritinnen legte Vonn mit Startnummer 16 vor. Und sie hatte sich etwas vorgenommen. Wie immer war Vonn ein Musterbeispiel an perfekter Körperhaltung. Immer in der Hocke, immer auf der direktesten Linie - und natürlich war die klare Bestzeit ihr Lohn. Einen ersten Aufschluss über die Qualität dieses Rittes gab die Fahrt der Weltmeisterin: Lizz Görgl verlor beinahe acht Zehntel und wurde bei einem schwachen Abschneiden der Österreicherin Sechste. Das Vonn nicht unschlagbar war, deutete hingegen Julia Mancuso an - sie setzte sich an die zweite Stelle, kam aber bis auf drei Zehntel an die Landsfrau heran.

Riesch trotz Schrecksekunde aufs Stockerl
Während Mitfavoritinnen wie Anna Fenninger und Lara Gut nicht die perfekte Linie fanden und auch auf den Gleitpassagen Zeit verloren, galt dem Auftritt der Abfahrtssiegerin Anja Pärson viel Aufmerksamkeit. Doch auch Pärson kam an Vonn heute nicht heran. Nur Maria Riesch konnte das US-Trio Vonn, Mancuso und Ross noch angreifen. Und Riesch ging aggressiv in den Lauf, musste dann aber korrigieren, als der Außenski nach einem Schlag ausriss. "Das war eine Schrecksekunde, ich hab aber zum Glück die Linie nicht verloren", analysierte Riesch. Die Weltcup-Leaderin riss sich zusammen, fand zurück in die Spur und raste auf Rang drei - ein sehr gutes Ergebnis.

Noch sechs Rennen stehen für die Damen auf dem Programm: Am kommenden Wochenende hat Maria Riesch die Chance, bei den Technikrennen in Spindlermühle zurückzuschlagen. Beim Saisonfinale in Lenzerheide finden dann die vier letzten Bewerbe statt.