Nach erneuten Schneefällen und bei nebligen Bedingungen mit teils weniger als 20 Meter Sicht wurde am Dienstag bei der WM im Skibergsteigen das Vertical Rennen in allen Altersklassen ausgetragen. Für das DAV-Team holte dabei Toni Palzer eine Silbermedaille, die Österreicher durften sich über Bronze von Ina Forchthammer freuen.

Gleiche Strecken für Jung und Alt
Nicht unbedingt zur Freude der Teilnehmer wurde die Strecke wegen der problematischen Lawinenlage auf knapp 550 Höhenmeter verkürzt - ein echter Vertical Sprint also. Da auch die Jugendlichen auf die gleiche Strecke wie die Erwachsenen gingen, war es zumindest interessant zu sehen, wie sich die starken Youngsters im Vergleich zu den Senioren präsentieren.


Palzer rennt auf den Silberrang
Zuerst durften die Jugendklassen auf die größtenteils flache Strecke und hier war Toni Palzer nach seinem Weltmeistertitel aus dem Vorjahr und dem Sieg im Single natürlich erneut Topfavorit. Palzer hatte allerdings bereits vor dem Rennen angedeutet, dass er sich zum einen nach dem Singlerace etwas schlapp fühle und sich zudem gegen den extrem starken Aufsteiger Alan Tissieres nur eine kleine Chance ausrechne. Diese Befürchtung sollte sich im Rennen dann bestätigen: Gegen den Schweizer war an diesem Tag kein Kraut gewachsen - er absolvierte die Strecke in starken 26:03 Minuten, eine Minute schneller als Palzer, der sich allerdings auch sehr über seine Silbermedaille freute. Um Platz drei schließlich entbrannte ein heißer Kampf - und wie schon im Singlerennen hatte DAV-Starter Philipp Reiter das Nachsehen. Leicht erkältungsgeschwächt fehlten ihm im Schlussprint die entscheidenden Körner, so dass er von Idris Hirsch (FRA) um drei Sekunden vom Bronzerang auf den erneuten vierten Platz verdrängt wurde - seine Enttäuschung konnte der starke Reichenhaller danach nicht verbergen.

Steurer steigt aus
Für die deutschen Damen gab es an diesem Tag nichts zu holen: Sowohl Katharina Stöger als Sechste als auch Franziska Gröbner als 16. wurden deutlich distanziert und mussten wohl noch dem Singlerennen vom Vortag Tribut zollen.
Auch bei den Herren gab es keine Erfolgsmeldungen: Während Sepp Rottmoser (Rosenheim) mit einem leichten Schnupfen pausierte und alles auf die Karte Sprintrennen am Mittwoch setzen will, konnte Konrad Lex (Peiting) auf der kurzen Strecke ebenfalls nicht seine Stärken ausspielen. Der deutsche Vertical Meister kam am Ende in seiner Spezialdisziplin nur auf den 26. Platz - knappe drei Minuten hinter dem Spanier Kilian Jornet Burgada, der sich den Sieg erst auf den letzten Metern vom Franzosen Yannick Buffet holte. Toni Steurer (Oberstaufen) konnte erneut ein Rennen nicht zu Ende laufen - diesmal blieb er zwar von Materialpech verschont, musst aber bereits nach 200 Höhenmetern mit Krämpfen in den Oberschenkeln entnervt aussteigen. Die Damenkonkurrenz wurde einmal mehr von der überragenden Spanierin Mireira Miro gewonnen.

Eine Medaille für Österreich
In Österreich boomt das Skibergsteigen wie in kaum einem anderen Land. Und so tat es dem Team des Askimo gut, das die junge Ina Forchthammer bei den weiblichen Cadetten bereits ihre zweite Bronzemedaille nach Hause lief. Nicht ganz so gut, aber teilweise durchaus zufriedenstellen, lief es für den Rest: Mathias Lechner (Cadets) wurde 14., Martin Islitzer (Junioren) Neunter, Phillip Brugger (Junioren) Zehnter, Bruno Wilberger (Junioren) 14., Thomas Rohringer starker Achter bei den Espoirs, Martin Weisskopf (Espoirs) wurde 15., Lydia Prugger (Senioren) gute Achte, Veronika Swidrak (Senioren) 20. und Markus Stock (Senioren) einen eher enttäuschenden 35. Rang.

Chaotische Verhältnisse bei der WM
Am Mittwoch steht nun das Sprintrennen für alle Klassen auf dem Programm - vor allem der Deutsche Sepp Rottmoser könnte hier für eine Medaille gut sein. Auch Toni Palzer, sofern er nach den Strapazen der letzten beiden Tage noch antreten wird. Das Jahreshighlight der Skibergsteiger im italienischen Valcellin glänzt neben sportlichen Highlights leider einmal mehr durch eher chaotische Organisation und wenig zuschauerfreundliche Rennlocations, die teils über eine Stunde von Claut entfernt liegen. Auch die uneinheitliche Informationsweitergabe bezüglich Streckenverlauf, Aufwärmmöglichkeiten etc. tragen nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Trainer und Athleten bei. Ob das die anwesende Beobachterin vom IOC von der Tauglichkeit des Skibergsteigens als olympische Sportart überzeugen wird, bleibt da eher fraglich. Großer und berechtigter Diskussionspunkt unter den Trainern und Sportlern ist die komplette Änderung des Zeitplans zu Beginn der WM, so dass nun die Jugendlichen an vier aufeinander folgenden Tagen ein Rennen zu absolvieren haben - harter Tobak für die Nachwuchsathleten!

Quelle: Matthias Keller (DAV), Karl Posch (Askimo), Skiinfo