Noch schlimmer als die Deutschen erwischte es die Schweizer. Silber für Didier Cuche in der Abfahrt als einziges Edelmetall, da werden die Verantwortlichen dem 36-Jährigen Hoffnungsträger wohl gut zureden müssen, dass er nicht ein, sondern gleich noch zwei Jahre bis zur WM in Schladming dranhängt. Janka, Zurbriggen, Gisin, Suter, Gut - alle ohne Glück oder Chance, und das trotz der Schwäche der Topstars Riesch und Vonn. Führend war man nur bei der Anzahl der vierten Plätze. Blechsalat: Das schmerzt die Eidgenossen.

Die Sorgen der Schweizerinnen
Noch mehr tut ihnen weh, dass die Österreicher trotz riesiger Verletzungsprobleme (Raich, Hirscher, Scheiber, Streitberger und Grugger fielen binnen weniger Wochen vor der WM aus) noch Medaillen erkämpften. Die Schweiz aber nicht. Bei den Damen ist die Situation noch dramatischer - wenn Lara Gut (zweimal Vierte) nichts holt, ist alles verloren - so scheint es. Beleg gefällig? Die Aargauer Zeitung fragte ihre Leser: "Wissen Sie, wer die vorletzte Medaillengewinnerin an Titelkämpfen war? Nein?" Und man braucht schon ein gutes Gedächtnis um sich an Marlies Oester (Bronze in der Kombination 2003) zu erinnern. Mit der anhaltenden Erfolglosigkeit kommt der Verband unter Druck. Sechs Medaillen waren das Ziel, bis Sotchi sollte zudem ein starkes Damenteam stehen, das auch in den technischen Bewerben mithalten kann. Das klang vor zwei Jahren gut. Inzwischen ist 2014 nicht mehr so weit weg. Und sechs Medaillen haben wir nicht gezählt.

Einmal Pfand, bitte!
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Justin Murisier könnte es in Zukunft richten. Er investierte in Garmisch in die Zukunft. "Hier bei der WM hat er noch ein bisschen Leergut bezahlt", lautete der Live-Kommentar in der ARD bei seinem Slalomlauf. Das Pfandgeld kann Murisier ja später wieder abholen. Vielleicht schon in Schladming.