© OK GAP 2011 - Marcel Lämmerhirt
Im vermeintlich erfolgversprechendsten Rennen der Ski-WM haben die deutschen Asse letztlich nicht gestochen: Tina Maze gewann den Riesenslalom vor Federica Brignone und Tessa Worley. Viktoria Rebensburg musste sich mit Rang fünf begnügen.

"So ist der Sport"
Es war nicht das Finale der Deutschen. Während Tessa Worley nach dem enttäuschenden Auftritt richtig aufdrehte, hatte Katy Hölzl schon nach dem ersten Lauf gesundheitsbedingt aufgeben müssen. Viktoria Rebensburg erwischte in den Schlusspassagen keine gute Linie und kam so über Rang fünf nicht hinaus. "Ich habe im zweiten Lauf versucht, alles zu geben, es ist sich nicht ausgegangen", bekannte Rebensburg etwas enttäuscht. "Im unteren Teil bin ich zu sehr in die Wannen reingekommen. So ist de Sport! Das Leben läuft nicht immer nach Plan. Bald sind ja wieder Rennen. Ich werde versuchen, im Riesenslalom-Weltcup Rang eins zu machen."

Riesch scheidet aus
Am härtesten erwischte es Maria Riesch: Sie riskierte alles. Bislang noch in keinem Weltcup-Riesenslalom ausgeschieden, passierte ihr dieses Malheur ausgerechnet bei der Heim-WM. Zu viel Innenlage, Riesch rutschte weg und verpasste das nächste Tor - der Medaillentraum war ausgeträumt. Ein Stöhnen lief durch die Zuschauerränge. Riesch musste am Hang lange von Alpindirektor Wolfgang Maier getröstet werden.



Worley schlägt zurück
Tessa Worley setzte nach dem enttäuschenden ersten Lauf das Zeichen im Finale - in 1:11,85 Minuten absolvierte sie den Kurs auf der Kandahar und war damit mit Abstand die Schnellste des Laufs. Fast das ganze Rennen stand Worley in der Leaderbox und sah die Konkurrrenz an ihrer Vorgabe scheitern. Erste Deutsche war Lena Dürr, die aber wie Marlies Schild, Maria Pielilae-Holmner oder Andrea Fischbacher vor ihr doch einige Probleme hatte, immer den richtigen Schwungansatz zu finden. Am Ende stand für sie Platz 18.

Top-Fahrerinnen mit Problemen
Mit dieser Leistung musste sich Dürr aber nicht verstecken. Auch die als Medaillenanwärterinnen gehandelten Lara Gut, Julia Mancuso und Tanja Poutiainen verloren zwischen 1,5 und zwei Sekunden auf Worleys Bestzeit und fielen zum Teil hinter die Deutsche zurück. Genauso erging es Team-Weltmeisterin Anemone Marmottan. Veronika Staber kam im zweiten Lauf besser zurecht als im ersten und verbesserte sich noch etwas auf Position 30.

Rebensburg verpasst Bestzeit
Anja Pärson eröffnete den Angriff der besten Acht des ersten Laufs auf die noch gültige Bestzeit von Worley. Doch die Rippen in der FIS-Schneise brachten die Schwedin aus dem Konzept. Kathrin Zettel musste weit ausholen, verpasste einige Schwünge in der Hölle und vergab so ihre Chance auf Edelmetall. Im Tauberschuss, den letzten Toren, verpasste auch Viktoria Rebensburg diese Möglichkeit - nach tollem Beginn fehlte ihr in den flachen Toren der letzte Speed. Nach ihr kam Manuela Mölgg auch nicht nach vorne.

Görgl ohne Chance
Unter den immer schwerer werdenden Bedingungen litt auch die Doppelweltmeisterin: Elisabeth Görgl kam überhaupt nicht in Fahrt, fand nicht den passenden Rhythmus und wurde weit nach hinten durchgereicht. Am Ende war Marlies Schild als Achte beste Österreicherin - dieses Ergebnis hatte man sich in Österreich anders erhofft.

Brignone sichert sich Edelmetall
Was keiner der etablierten Fahrerinnen gelungen war, das schaffte Federica Brignone. Die junge Italienerin suchte sich ihrer eigene Linie, versuchte abseits der Rillen und Rippen der Kandahar schnell zu sein. Und das war erfolgreich: Knapp vier Zehntel ihres Vorsprungs konnte die Italienerin verteidigen - die Silbermedaille war ihr sicher. Im Weltcup hatte Brignone zuvor bereits zwei zweite Plätze einfahren können, zuletzt gelang ihr das in Zwiesel.

Tina Maze holt den Titel
Nach ihrer Vorlage aus den ersten Lauf war Tina Maze die große Favoritin im Finale - und dem wurde die Slowenin auch gerecht. Oben aggressiv, unten schnell aber auch mit der nötigen Sicherheit setzte sie sich denkbar knapp mit 0,09 Sekunden Vorsprung vor Brignone und jubelte lautstark. Mit einem Radschlag im Zielraum feierte sie ihre Goldmedaille. Damit standen Silber für Brignone und Bronze für Worley ebenfalls fest.

Eine Medaillenchance haben die deutschen Damen bei der WM in Garmisch noch: Der abschließende Slalom steht am Samstag, den 19. Februar an.