© OK GAP2011 / Fend Matthias
Beim Nations Team Event der Ski WM 2011 haben die Franzosen glücklich den Titel geholt. Das Team um Tessa Worley und Cyprien Richard gewann zwar keins seiner Duelle nach Punkten, setzte sich aber letztlich doch verdient durch. Silber ging an Österreich, Bronze gewann das Team aus Schweden.

Tolle Stimmung zum Mannschaftswettkampf
Es war ein Fest in Garmisch-Partenkirchen. Beim Nations Team Event kam die bisher beste Stimmung in diesen Titelkämpfen zustande, die Fans feierten trotz des Viertelfinal-Ausscheidens der Deutschen bis zum Schluss mit den Fahrern, die sich packende Duelle lieferten. Für den DSV war es gegen die favorisierten Franzosen extrem knapp, die Mannschaft verabschiedete sich mit erhobenem Haupt.

Die Achtellfinals:
Kroatien gegen Kanada:3:2
Zum Auftakt gab es ein Unentschieden: Tea Palic und Britt Janyk waren exakt zeitgleich. Michael Janyk brachte Kanada in Führung, Sofija Novoselic glich aber prompt wieder aus. Paul Stutz erlebte dann das erste Start-Malheur: Er blieb hängen. Natko Zrncic-Dim vergab aber fast diese Vorgabe mit einem Sturz - das Weiterkommen der Kroaten war überaus glücklich.

Deutschland gegen Slowakei: 4:0
Lena Dürr bekam es im deutschen Duell mit der Slowakei mit Jana Gantnerova zu tun. Trotz Startproblemen und leichtem Fahrfehler hatte Dürr ihre Gegnerin deutlich im Griff. Fritz Dopfer kam am Start auch nicht gut weg und musste kämpfen, ließ Jaroslav Babusiak letztlich aber auch keine Chance. Veronique Hronek hatte mit Kristina Saalova auch keine Probleme und machte mit dem 3:0 bereits alles klar. Felix Neureuther trat dennoch gegen Adam Zampa an und gewann seinen Lauf sehr deutlich - das Warm-up war geglückt.

Schweden gegen Tschechien: 3:1
Knapp war es für Anja Pärson, die Katerina Paulathova wohl unterschätzt hatte, aber am Ende ihren Lauf gewann. Krystof Kryzl konnte für Tschechien aber postwendend ausgleichen. Maria Pietilae-Holmner brachte die Schweden wieder in Front. Adam Zika konnte gegen Hans Olsson das Blatt nicht mehr wenden - 0,06 Sekunden fehlten dem jungen Tschechen. Der Vorjahressieger war damit ausgeschieden.



Die Viertelfinals:
Viertelfinale Österreich gegen Kroatien: 2:2
Marlies Schild eröffnete für Österreich den Team-Event gegen Novoselic - und verlor nach Startproblemen. Benni Raich musste also gegen Zrncic-Dim nachlegen und schied nach wenigen Toren aus. 0:2 aus Sicht des Titelverteidigers - Michaela Kirchgasser stand gegen Tea Palic unter Druck, profitierte aber von Palics Einfädler - 1:2. Das Duell Romed Baumann gegen Tin Siroki musste die Entscheidung bringen. Baumann gewann, damit hatte es Österreich dank der besseren Gesamtzeit knapp geschafft. Direkt im Anschluss kam die bittere Pille: Benni Raich hatte sich das Knie in seinem Lauf verdreht und wurde direkt zum CT nach Innsbruck gebracht. Eine Diagnose steht noch aus.

Viertelfinale USA gegen Italien: 3:1
Sarah Schleper bekam es im Duell der USA gegen Italien mit Daniela Merighetti zu tun - und schrie am Start ihre Motivation hinaus - verlor aber knapp den Lauf. Bode Miller machte es gegen Cristian Deville klar besser und glich aus. Julia Mancuso nahm Johanna Schnarf am Start gleich einen Meter ab, doch Schnarf überholte das US-Girl und brachte Italien wieder in Führung. Ted Ligety musste gegen Blardone ausgleichen, blieb aber einmal hängen. Das stark besetzte US-Team war damit draußen.

Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland: 2:2
Vor den Franzosen hatte das deutsche Team viel Respekt. Lena Dürr gegen Taina Barioz - das war ein Kopf-an-Kopf-Duell, dass die Deutsche um den Hauch von 0,02 Sekunden für sich entschied. Fritz Dopfer hatte einen schlechten Start gegen Fanara und wollte dann zuviel - ein Innenskifehler brachte den Ausgleich für Frankreich. Veronique Hronek hatte im dritten Duell gegen Tessa Worley keine Chance. Alles hing damit an Felix Neureuther. Gegen Cyprien Richard war der Start sehr gut, dann ein Fehler, doch Neureuther griff an und gewann den Lauf. Dann kam der spannende Blick aufs Tableau: Frankreich hatte die bessere Gesamtzeit - das deutsche Team war geschlagen.
"Groß ist die Enttäuschung nicht, weil wir einen super Wettbewerb gezeigt haben. Schade, dass wir nur mit dem Zeitunterschied ausgeschieden sind", analysierte Alpin-Chef Wolfgang Maier.

Viertelfinale Schweiz gegen Schweden: 0:4
In ihrem Viertelfinale ließ Anja Pärson gegen Wendy Holdener nichts anbrennen. Auch Matts Olsson gewann gegen Marc Berthod - der Traum der Schweizer drohte früh zu scheitern. Nachdem Denise Feierabend vorzeitig ausfiel, war es um das an Platz zwei gesetzte Team geschehen. Hans Olsson konnte es sich sogar noch leisten, rückwärts über die Ziellinie zu fahren. Das 0:4 der Schweizer war eine kleine Demütigung.

Die Halbfinals:
Halbfinale: Österreich gegen Italien: 4:0
Ab dem Halbfinale musste Österreich auf Benni Raich verzichten. Anna Fenninger nahm das Duell mit Italien gegen Merighetti auf - und gewann. Philipp Schörghofer trat gegen Max Blardone an und konnte diesen auf den letzten Metern knapp abhängen. 2:0 für Österreich dieses Mal. Michaela Kirchgasser hatte die Chance, alles zu entscheiden - und tat das gegen Johanna Schnarf souverän. Romed Baumann erhöhte auf 4:0 - Favorit Österreich kämpfte um Gold.

Halbfinale: Frankreich gegen Schweden: 2:2
Den Finalgegner machten die Schweden und Franzosen unter sich aus. Anja Pärson begann gegen Taina Barioz stark und holte den ersten Punkt für Schweden. Thomas Fanara konnte nur sehr knapp gegen Matts Olsson ausgleichen. Maria Pietilae-Holmner gegen Tessa Worley war ein Schlüsselduell, dass die Schwedin um drei Hundertstel gewann. Hans Olsson hatte damit gegen Cyprien Richard alles in der Hand, lieferte einen guten Kampf und verlor knapp. Wieder kamen die Franzosen über die Zeitregel weiter und forderten Österreich im Finale.

Kleines Finale: Italien gegen Schweden: 0:4
Pärson startete gegen Federica Brignone furios und holte klar ihren Punkt. Giovanni Borsotti kam frisch zum Einsatz, konnte aber nicht ausgleichen. Schweden war auf Medaillenkurs. Johanna Schnarf verschlief ihren Start und machte es Maria Pietilae-Holmner damit leicht, den entscheidenden dritten Punkt zu holen. Max Blardone konnte gegen den vom Erfolg beflügelten Matts Olsson nicht einmal den Ehrenpunkt holen. 0:4 aus sicht der Italiener - Bronze ging an Schweden.

Finale: Österreich gegen Frankreich:
Ohne Marlies Schild und Taina Barioz fand das Finale statt, Österreich nominierte die Halbfinal-Sieger, für Frankreich rückte Anemone Marmottan ins Team. Anna Fenninger und Tessa Worley eröffneten das Gold-Duell. Fenninger kam besser aus den Startlöchern und brachte diesen Vorsprung knapp ins Ziel. Philipp Schörghofer hatte gegen den explosiveren Richard dann keine Chance. Frankreich blieb im Rennen. Das Duell Kirchgasser gegen Marmottan entschied sich auf dem Weg zur Ziellinie. Hier reckte sich die Französin ins Ziel und gewann mit 0,01 Sekunde Vorsprung. Romed Baumann musste gegen Fanara gewinnen. Der Franzose hatte Probleme, Baumann lag vorn und holte das 2:2. Für einen Moment wähnte sich Österreich am Ziel - doch auch bei diesem 2:2 gewannen die Franzosen, vor allem dank der Bestleistung von Richard. Frankreich ist damit nach Deutschland (2005) und Österreich (2007) das dritte Land, das sich als Weltmeister im Team-Event feiern lassen konnte.

Stimmen zum Nations Team Event:
Veronique Hronek: "Man hört die Stimmung, oben am Start, das ist Wahnsinn!"
Lena Dürr: "Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, das war gut."
Fritz Dopfer: "Leider bin ich ausgerutscht, dann war die Chance vorbei."
Felix Neureuther: "Es war schön, die Stimmung aufzusaugen. Schade, das es so knapp nicht gereicht hat. Aber es war eine gute Probe. Ich denke, wir haben uns gut präsentiert."
Mathias Berthold (ÖSV Cheftrainer Herren): "Parallel-Bewerbe sind eine tolle Sache. Der Benni Raich spürt's ein bisschen im Knie - für mehr müssen wir jetzt erst die Diagnose abwarten."