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Gold für Aksel Lund Svindal aus Norwegen, Silber und Bronze für Christof Innerhofer und Peter Fill - dieses Ergebnis hätte man so für die Entscheidung in der Super-Kombination sicher nicht erwartet. Doch bei der WM 2011 in Garmisch scheint alles möglich.

Vierter Titel für Svindal
Aksel Lund Svindal hat mit einem großen Vorsprung die WM-Kombination der Herren gewonnen und damit seinen Titel von Val d`Isère verteidigte und insgesamt seinen vierten Weltmeistertitel gewann. Hinter ihm jubelte Christof Innerhofer (ITA, *1,01 s) über Silber. Der Südtiroler hat damit einen kompletten Medaillensatz in der Tasche und steht bei den Herren schon als WM-Star fest. Mit ihm konnte Landsmann Peter Fill feiern. Er sicherte sich überraschend Bronze.

Tim Jitloff eröffnet die Entscheidung
Der erste gute Slalomfahrer auf dem Gudiberg war der Amerikaner Tim Jitloff. Er nutzte die guten Streckenbedingungen und distanzierte den vor ihm gestarteten Bosnier Igor Laikert um über vier Sekunden. Seine 54,27 Sekunden waren fürs erste der Maßstab für alle weiteren Fahrer. Erst der für Moldavien gestartete Mirko Deflorian konnte Jitloffs Gesamtzeit egalisieren, er hatte allerdings auch etwas über zwei Sekunden Vorsprung gehabt.



Lars Elton Myhre fährt Laufbestzeit
Dem Norweger Lars Elton Myhre gelang dann erstmals wieder ein guter Lauf - mit viel Angriffswillen carvte der Norweger eine neue Bestzeit heraus, die beste des Laufs bis zum Schluss. Für Myhre ging es damit immerhin noch auf Platz sieben nach vorne. Seien Zeit konnte auch Natko Zrncic-Dim nicht schlagen, der Kroate carvte etwas übermütig in die ersten Tore hinein und musste sich im Ziel hinter Myhre anstellen, damit waren seine Medaillenhoffnungen bereits ad acta gelegt.

Paoli Pangrazzi jubelt
Im Weltcup war er schon einmal Achter, bei der WM zeigte Paolo Pangrazzi sein Können. Nach gutem Lauf setzte er sich vor Myhre und wurde Gesamt-Sechster. Seine Führung hielt aber nur kurz, denn nach ihm stürzte sich Benjamin Raich auf die Piste. Der Pitztaler carvte ruhig und konzentriert aber schnell durch die Tore und blieb nur knapp hinter der Laufbestzeit von Myhre. Am Ende reichte das nicht - Raich fehlten gut drei Zehntel auf eine Medaille.

Bode fliegt ab, Ligety fädelt ein
Für die Amerikaner war der Kombi-Slalom ein Super-Gau: Erst fädelte Ted Ligety ein, nachdem er bereits einige Fehler im Lauf hatte. Für Bode Miller dauerte der Lauf nur wenige Sekunden: Beim zweiten Tor bereits kam er in Rücklage, es hob ihn aus und Miller stand kopfschüttelnd neben der Strecke.

Silvan Zurbriggen wirft die Medaille weg
Er war nach der Abfahrt als heißer Gold-Kandidat gehandelt worden - doch Silvan Zurbriggen stieg nervös in den Gudiberg ein und kam dann gar nicht mehr in den Rhythmus. Zurbriggen fiel ebenfalls aus - die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Besser machte es Ondrej Bank. Der Tscheche war oben gut dabei, büßte dann aber zusehends auf die starke Fahrt von Raich ein - der zwischenzeitliche zweite Platz.

Fill sorgt für die Überraschung
Mit Peter Fill hätte vorab kaum einer gerechnet, der Südtiroler überzeugte alle von seinen Slalom-Künsten. Und da die Top-Techniker zuvor ausgefallen waren, konnte Fill die Spitze übernehmen, knapp vor Raich. Nach ihm kam es für Italien sogar noch besser: Christof Innerhofer fuhr beflügelt von seinen beiden Medaillen mit vollem Risiko den Gudiberg hinab und kam mit der sechstbesten Laufzeit als Gesamtführender ins Ziel. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine dritte WM-Medaille bereits sicher.

Svindal macht den Sack zu
Nur Aksel Lund Svindal konnte die Italiener noch angreifen. Vor ihm hatte Beat Feuz das nach Kräften versucht, doch kurz vor Schluss fädelte der Schweizer ein. Svindal carvte oben sicher und mutig los, hatte im Mittelteil aber einen Schreckmoment: Kurz hob es ihn aus, doch der Norweger fing sich, blieb auf der Kante und zog den Lauf durch. Im Ziel leuchtete die 'Eins' auf, 1,01 Sekunden Vorsprung wiesen ihn als neuen Weltmeister aus.

Für die Herren geht die WM nun mit den technischen Disziplinen weiter. Dabei steht zuerst der Riesenslalom am 18. Februar auf dem Programm. Zwei Tage vorher steigt der Nations Team Event.