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Gute Nachrichten aus Österreich: Den schwer gestürzten Patienten Hans Grugger und Mario Scheiber geht es besser, Scheiber konnte inzwischen das Krankenhaus wieder verlasssen. Sein Kollege ist inzwischen wieder ansprechbar.

"Das Risiko zu sterben lag bei 40 bis 50 Prozent"
In einer Pressekonferenz betonte das Ärzteteam die Schwere der Verletzungen, die Hans Grugger bei seinem Sturz auf der Streif erlitten hat: "Herr Grugger hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, bei dem es auch zu einer Blutung zwischen Gehirn und Schädelknochen kam. Deshalb wurde der Patient gleich notoperiert. Das Risiko zu sterben lag laut Erfahrungswerten bei 40 bis 50 Prozent."

Guter Heilungsverlauf
Um so erfreulicher ist der positive Verlauf des Heilungsprozesses. "Eigentlich war der Patient gleich überraschend stabil. Oft kommt es in solchen Phasen zu Komplikationen, vor allem was den Gehirndruck betrifft", so Dr. Claudius Thomé, Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Innsbruck. Neben den Kopfverletzungen mussten die Ärzte auch zwei Brüche an der Halswirbelsäule, Rippenbrüche, einen Lungenquetschung und eine Gefäßverletzung an der Halsschlagader behandeln.

Grugger bleibt auf der Intensivstation
"Insgesamt muss man sagen, dass Herr Grugger eine ganze Reihe schwerer Verletzungen erlitten hat, die bei Komplikationen nach wie vor lebensbedrohlich sein können. Aus diesem Grund wird der Patient auch noch einige Tage auf der Intensivstation verbringen", befand Dr. Thomé.

Noch keine komplexen Gedakengänge möglich
Nachdem bei Grugger vor kurzem die Aufwachphase beendet und auch sein Atmungsgerät entfernt werden konnte, ist der Salzburger im Moment wach und ansprechbar. "Er kann kommunizieren, weiß bestimmte Dinge, zum Beispiel welchen Ski er fährt, und erkennt seine Freundin und seine Familie. Noch spricht er aber deutlich verlangsamt. Es ist eher ein Aneinanderreihen einzelner Wörter. Er kann auch noch keine komplexen Gedankengänge durchführen, aber das ist völlig normal bei einer so schweren Verletzung", so Dr. Thomé.

Monatelange Regeneration
Die rechte Körperhälfte, vor allem das rechte Bein, zeigen im Moment eine Minderbewegung, eine Art Lähmungserscheinung. Diese ist auf die Gehirnverletzung zurückzuführen. "Der rechte Arm hat sich in den letzten Tagen fast normalisiert. Solche Einschränkungen regenerieren häufig in der Rehabilitationsphase. Der Heilungsprozess dauert aber Wochen bis Monate. Es ist wichtig, dass er jetzt Ruhe hat und abgeschirmt wird. Jeder Tag ohne Komplikation ist ein guter Tag", so Dr. Thomé abschließend.

"Komplette Wiederherstellung" ungewiss
Jetzt kann bei Grugger langsam mit physikalischer Therapie begonnen werden. Ob eine komplette Wiederherstellung möglich ist, ist weiterhin nicht abschätzbar. Sein Kollege Mario Scheiber hatte mehr Glück: Er durfte inzwischen das Krankenhaus verlassen, die Saison ist aber auch für ihn vorbei.