© Alain GROSCLAUDE/AGENCE ZOOM
Ivica Kostelic hat auch die Super-Kombination in Chamonix für sich entschieden und damit einen überragenden Monat mir einer ersten Kristallkugel gekrönt: Trotz eines noch ausstehenden Rennens kann ihn in der Kombinationswertung niemand mehr abfangen. Das Podium komplettierten Natko Zrncic-Dim und Aksel Lund Svindal.

Ein perfekter Tag
Was für ein Monat für Ivica Kostelic: Der Kroate hat seit dem City Event in München sieben Siege und zwei weitere Podiumsplätze erreicht - knapp 900 Weltcup-Zähler sammelte er alleine im Januar 2011. Dass er zusätzlich die erste Kristallkugel der Saison, nämlich die in der Kombination, für sich sicherte und mit seinem Landsmann Zrncic-Dim einen kroatischen Doppelsieg feiern konnte, machte den Tag für den Skirennfahrer der Stunde perfekt.

Kombi-Wertung entschieden
Die sportliche Bedeutung der Super-Kombination ist aber auch nach Chamonix in Frage zu stellen. Der vor dem Rennen schärfste Konkurrent von Kostelic in dieser Wertung - Carlo Janka - hatte den französischen Weltcuport ausgelassen mit Hinweis auf die anstehende WM und damit die kleine Kugel de fakto hergeschenkt. Die Wertung führt der Kroate mit 300 Zählern nun uneinholbar an - Zurbriggen auf Rang zwei hat vor dem nun bedeutungslosen Wettbewerb in Bansko 157 Punkte Rückstand. Auch Topstars wie Benni Raich, Ted Ligety oder Bode Miller fehlten, der Wettbewerb dümpelte mit entsprechend wenig Spannung vor sich hin.



In Chamonix nicht unschlagbar
Denn obwohl Kostelic in der Abfahrt einen schweren Bock schoss und nur Rang 24 belegte, genügte ihm im Slalom ein guter, aber keinesfalls überirdischer Lauf, um letztlich mit 0,51 Sekunden Vorsprung noch klar zu gewinnen. Nur wer im abschließenden Slalom engagiert zu Werke ging, konnte mithalten. Das gelang neben Zrncic-Dim, der ein weiteres Mal in einer Kombination aufs Podium fuhr, erneut auch Aksel Lund Svindal sowie dessen norwegischem Landsmann Kjetil Jansrud, der Vierter wurde.

Zurbriggen kann nicht mithalten
Spannend hätte es werden können, wenn Silvan Zurbriggen seine Slalom-Form im Januar nicht gänzlich verloren hätte - so konnte weder der Schweizer den Überflieger Kostelic angreifen, noch die aussichtsreich gestarteten Romed Baumann (ausgeschieden), Ondrej Bank (6.) oder Christof Innerhofer (9.). Aus deutscher Sicht mischte Andreas Sander mit, der aber nach ordentlicher Abfahrtsleistung (20.) einige Probleme mit den kurzen Ski offenbarte und somit als 31. die Weltcuppunkte knapp verfehlte.

Nächster Stopp: Hinterstoder
Im Gesamtweltcup scheint die Entscheidung nicht erst seit Chamonix gefallen zu sein. Nach dem neuerlichen Sieg hat Kostelic hier nun 475 Zähler Vorsprung vor Silvan Zurbriggen. Weiter geht es für die Herren nun in Hinterstoder - bei den Rennen in Riesenslalom und Super-G werden nicht nur wegen der Disziplinenwertungen sicher wieder mehr Stars vor Ort sein. Für Kostelic gilt: im Februar ist er der Gejagte - auch bei der WM.