Kanadas Snowboard-Überflieger Sebastien Toutant hat auch das zweite TTR-Event der Saison für sich entschieden. In einem legendären und hochklassigen Finale in der Nightsession am Samstagabend in Davos entschied der 18-Jährige mit einem perfekten letzten Run den Wettbewerb für sich und durfte sich über 15.000 USD Preisgeld freuen.

Toutant vor Willet und McMorris
Nicht nur Co-Moderator und Olympiasieger Gian Simmen sah das „hochklassigste Finale“ aller Zeiten: Mehrere tausend Zuschauer hatten sich am Bolgen unterhalb des Jakobshorn eingefunden und durften miterleben, wie die Snowboard-Limits gleich von drei Fahrern in neue Höhen getrieben wurden. Seb Toots (CAN), Eric Willet (USA) und Mark McMorris (CAN) trieben sich gegenseitig zu Spitzenleistungen - am Ende war es Seb Toots, der das Rennen machte. Zweiter wurde nach einem heftigen Sturz im ersten Run Mark McMorris, der sich im zweiten Lauf mit einem Cab Double Cork 1260 Nose und einem Frontside Tailslide 94.77 Punkte ersprang. Doch das reichte am Ende nicht.


Toots steigert sich zum Sieg
Zwar schaffte es US-Boy Eric Willet mit seinem Switch Backside Double Cork 1260 Mute und dem Backside Boardslide 450 out nicht, McMorris vom Spitzenplatz zu verdrängen. Doch der Sieger des ersten TTR-Events, dem Oakley and Shaun White present Air&Style in Peking, Seb Toots, hatte noch einen Traumlauf abzuliefern. Im dritten und letzten Run zeigte er wie schon in den beiden Runs zuvor einen Cab Double Cork 1260 Melon über den großen Kicker sowie einen Backside Boardslide Underflip out über das Springrail, doch dieses Mal war kein Wackler zu sehen. Die Punktrichter ließen sich nicht zweimal bitten und gaben Toutant 96.64 Punkte und damit die Höchstwertung des Tages. „Crazy man, Eric, Mark and me were pushing the limits each run, it was amazing”, freute sich Seb nach dem Sieg und feierte mit den North-America-Boys im Anschluss bei der Siegerehrung kräftig. Nicht vergessen darf man aber auch den Rest des Feldes: Mit Seppe Smits (BEL, 93.57) und Torgeir Bergrem (NOR, 90.07) blieben noch zwei weitere Rider oberhalb der 90-Punkte-Marke und auch Iouri Podladchikov (SUI, 89.64) und Aleksander Ostreng (NOR, 88.80) zeigten absolute Spitzen-Läufe. Matthias Vogt (Mittenwald) wurde mit seinem eindrucksvollen Switch Double Backflip Indy Cab + 540 Nose Bonk 12.

Jamie Anderson stylt zum Sieg
Auch bei den Damen hieß es: Spannung bis zum letzten Run. Den Sieg im Slope-Style-Contest-Finale am Nachmittag holte sich schließlich die 20-jährige US-Amerikanerin Jamie Anderson und sackte die 1000 Punkte des 6-Star-Events der TTR-Tour ein. In ihrem letzten von drei Heats verdrängte sie ihre Freundin, die ebenfalls 20-jährige Sarka Pancochova (CZE) noch vom Platz an der Sonne und holte sich verdientermaßen den Siegerscheck ab. Unter dem Jubel der Zuschauer scorte Billabong Team Rider Anderson mit einem Backside 540 Mute über den großen Kicker und einem Switch Boardslide to Backside 92.20 Punkte und damit knapp zwei Punkte mehr als Pancochova. Die Tschechin hatte in ihrem zweiten Lauf einen Backside 540 Indy und ein Switch Boardslide to Gap to Switch Boardslide gezeigt und war mit 90.38 Punkten bewertet worden. Dritte wurde die wie die anderen beiden Podestplatzierten 20-jährige Enni Rukajärvi aus Finnland mit einem Cab 540 Mute und einem Noseslide to Gap to Noseslide. Die Schweizerin Sina Candrian wurde Vierte, eine deutsche oder eine österreichische Fahrerin schaffte es nicht ins das Finale.

High-Life und Party bis zum bitteren Ende
Nicht nur am Finaltag ließen es Rider, das Team der O’Neill Evolution Tour und die Snowboard-Community in Davos dann abends noch einmal richtig krachen. Das Ende des Events wurde abschließend gebührend gefeiert. Als Fazit nach sechs Tagen O´Neill Evolution bleibt: Die Professionalität ist in den Snowboardsport eingekehrt. Perfekte Medienarbeit mit Live-TV-Präsenz in der Schweiz, hervorragende Organisation seitens O´Neill und seiner Partner, ein optimaler Verlauf für die schweizerischen Gastgeber mit dem Dreifachsieg ihrer Halfpiper und enormer Zuschauerströme stimmen positiv für die kommenden Events. Wenn die Organisatoren der O´Neill Evolution so weiter machen, vielleicht im nächsten Jahr noch den ein oder anderen US-Star nach Davos locken können, wird der Snowboardsport auch in den nächsten Jahren in Davos seine „Evolution“ erfahren.

Alles zur O'Neill Evolution 2011 in unserem Eventspecial und unter www.oneill.com/evolution.