In einer Online-Umfrage, die im Sommer 2010 durchgeführt wurde, thematisierte die IG-Klettern das DAV-Projekt "Skibergsteigen umweltfreundlich" und ließ das Projekt sowie dessen Umsetzung von Bergsteigern und Skitourengehern bewerten. Die IG-Klettern selbst hatte gegenüber dem DAV bereits einige Kritikpunkte an der Umsetzung des Projekts geäußert und dabei eigene Vorschläge angebracht, die nach Meinung der Vereinigung die Akzeptanz des Projekts verbessern würden. Die Umfrage zeigt, dass auch viele Bergsteiger - oftmals selbst DAV-Mitglieder - der Vorgehensweise des DAV kritisch gegenüberstehen.


Stärkere Einbeziehung der lokalen Bergsteiger
So ist beispielsweise die Mehrheit der Umfrageteilnehmer - wie auch die IG Klettern selbst - für eine stärkere Einbeziehung der lokalen Bergsteiger in das Projekt. Durch deren Teilnahme an entscheidungsbringenden Exkursionen in betroffene Gebiete, an den zur Entscheidung führenden Diskussionen und auch an der Entscheidungsfindung selbst könne effektivere Ergebnisse erzielt werden. Außerdem fühlt sich die Mehrheit der Umfrageteilnehmer vom DAV nicht ausreichend über sie betreffende Einschränkungen, zum Beispiel durch Wildschutz- und schongebiete, informiert.

Skibergsteiger fühlen sich zu Unrecht ausgeschlossen
Zahlreiche Bergsteiger fühlen sich aus Naturgebieten zu Unrecht ausgeschlossen, da diese entweder durch niedrige Frequentierung gar nicht gefährdet seien oder aber nach Ausschluss der Bergsteiger, Skitourengeher oder Kletterer gar nicht effektiv geschützt würden, sodass der Ausschluss keinerlei Nutzen hätte. Bergsteiger kommentierten auch, dass sie ihrem Ausschluss aus Naturgebieten kein Verständnis entgegen bringen, wenn diese dann gleichzeitig oder zu einem späteren Zeitpunkt vermehrt zur Jagd oder zur kommerziellen oder industriellen Nutzung freigegeben werden.

Spurananlagen statt großflächiger Wild-Schongebiete
65 Prozent der Umfrageteilnehmer befürwortete als alternative Maßnahme zur großflächigen Einführung von Wildschon-Gebieten die Schulung einheimischer Skitourengeher und die naturfreundliche Spuranlage. Immerhin 39 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen sich für einen Verzicht auf die Veröffentlichung von Skitouren ein, um einer starken Frequentierung somit Einhalt zu gewähren - durch einen niedrigeren Bekanntheitsgrad würden Touren auch automatisch weniger genutzt. Die befragten Skibergsteiger kommunizierten zudem ihre Bereitschaft, sich aktiv an Schutzmaßnahmen zu beteiligen, im Gegensatz zu einem passiven Ausgeschlossen-Werden.

IG Klettern fordert mehr Transparenz
Die IG Klettern fordert - auch auf der Grundlage der Online-Befragung - eine terminnahe Veröffentlichung der Projektbeschlüsse des DAV. Dabei kritisiert man insbesondere, dass man sich nirgends beim DAV, weder im Internet noch in sonstigen Publikationen, über den aktuellen Stand der Projekte informieren könne. „Eine vom DAV versprochene Internetseite mit entsprechenden
Informationen gibt es bis heute nicht. Das Projekt läuft seit über einem Jahrzehnt“, heißt es in einer Mitteilung der IG Klettern. Der DAV betreibe eine Strategie der Geheimhaltung, die er damit begründe, dass durch die Veröffentlichung nur Schaulustige in sensible Bereiche gelockt würden. 90% der Befragten kritisierten allerdings diese Vorgehensweise und sprachen sich für eine umfassende Informationspolitik in Bezug auf geplante Einschränkungen, Wildwohngebiete und Lenkungen aus.

Mehr Infos zur Thematik findet ihr unter http://www.skibergsteigen-umweltfreundlich.de.